Saronno verbindet historische Villen und Sammlungen mit Theater, Industriegeschichte und einer bekannten Amaretti-Tradition. Dazu kommt der Parco territoriale di Saronno mit Wiesen und einem Radweg. Die verschiedenen Schwerpunkte geben Ihnen eine konkrete Grundlage, um zu entscheiden, welche Seiten der Stadt Sie bei Ihrem Aufenthalt erkunden möchten.
Villen, Sammlungen und Kunst
Die Familie Gianetti ließ die Villa Gianetti 1919 im lombardischen Neorenaissance-Stil errichten. Sie ist ein bedeutendes Beispiel für die späte Phase des Eklektizismus. In der Villa befinden sich die De-Rocchi-Sammlung, die dem Maler Francesco De Rocchi gewidmet ist, und die Cavallari-Sammlung zu Ehren der Sopranistin Giuditta Pasta. Die Sammlungen können zeitweise anders arrangiert sein.
Der Museumsrundgang „La Divina | Giuditta Pasta“ vermittelt die Geschichte der Sängerin anhand ihres Tagebuchs, bebilderter Vorhänge und persönlicher Gegenstände. Während der Öffnungszeiten sind kostenlose Besichtigungen der Sammlungen möglich: selbstständig oder für kleine Gruppen mit Führung. Prüfen Sie vor Ihrer Anreise die Öffnungszeiten und Besuchsmodalitäten.
Das Museo Giuseppe Gianetti eröffnete 1994. Es beherbergt eine Sammlung kostbarer Keramiken aus dem 18. Jahrhundert und der Gegenwart in einer Villa aus dem Jahr 1940. Hier treffen also Werke aus weit auseinanderliegenden Epochen aufeinander.
Auch Casa Morandi verbindet Kunst mit einer langen Ortsgeschichte. In der Biblioteca Civica von Casa Morandi sind vier großformatige Gemälde Stefano Maria Legnanis ausgestellt. Der Künstler, genannt Il Legnanino, stellte darauf im frühen 18. Jahrhundert den Mythos von Bacchus und Ariadne nach Ovids Metamorphosen dar.
Industriegeschichte und Bühnenkultur
Das MILS – Museo delle Industrie e del Lavoro del Saronnese bewahrt Produkte und Maschinen bedeutender Unternehmen, die im Raum Saronno tätig waren. Sein zeitlicher Bogen reicht von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Wirtschaftsboom der 1960er-Jahre. Dabei geht es nicht nur um die örtliche Industrie: Die Sammlung umfasst auch wichtige Abschnitte der lombardischen und darüber hinausgehenden Produktionsgeschichte.
Das Teatro Giuditta Pasta bietet ein vielfältiges Programm mit Schauspiel, Musik, Tanz, Oper, Operette und Komik. Hinzu kommen Bildungs- und Theaterworkshops für Menschen jeden Alters. Damit stehen unterschiedliche Formen der Bühnenkunst und Vermittlung nebeneinander.
Amaretti und lokale Überlieferung
Amaretti-Kekse und Amaretto-Likör haben den Namen Saronno weltweit bekannt gemacht. Die lokale Legende führt die Entstehung der Amaretti di Saronno auf das Jahr 1718 zurück: Als der Mailänder Kardinal Benedetto Erba Odescalchi das Santuario della Beata Vergine dei Miracoli besuchte, soll ein junges Paar runde Kekse aus Zucker, Aprikosenkernen und Eiweiß zubereitet haben. Die Erzählung ist als lokale Legende überliefert, nicht als gesicherter historischer Bericht.
Casa Morandi bietet einen weiteren historischen Blick auf das Umfeld des Santuario. Das Gebäude entstand Ende des 16. Jahrhunderts unter dem Namen „Osteria dell’Angelo“ als gastronomischer Ort für Pilger des nahegelegenen Santuario della Beata Vergine dei Miracoli. Im 18. Jahrhundert wurde es zu einer der bedeutendsten Pferdepoststationen an der Strecke Mailand–Como–Varese in Richtung der Alpenpässe.
Park und Radweg
Der Parco territoriale di Saronno umfasst etwa fünf Hektar Aufforstungen mit einheimischen Arten und vier Hektar begehbare Wiesen. Zum Park gehört außerdem ein Picknickbereich mit Trinkbrunnen. Wenn diese Ausstattung für Ihre Planung wichtig ist, prüfen Sie sie vor dem Besuch, da sich Parkeinrichtungen ändern können.
Ein mehr als zwei Kilometer langer Radweg führt vom Park in Saronno durch ein Wäldchen nach Rovello Porro und anschließend weiter nach Rovellasca. Bei der Planung Ihrer Fahrt sollten Sie auch die aktuellen Weg- und Zugangsbedingungen berücksichtigen.
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