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Kirchenbau, Friedhofsarchitektur und Industriegeschichte geben Varano Borghi mehrere klar unterscheidbare kulturhistorische Blickwinkel. Die Chiesa del Divino Redentore und die Cappella Borghi stehen für konkrete Architekturmerkmale; der Cimitero di Varano Borghi und die Geschichte des Baumwollunternehmens liefern präzise zeitliche Bezugspunkte. Villa Borghi ergänzt die Ortsgeschichte um ein Anwesen des 19. Jahrhunderts. Hinzu kommt die unter Landschaftsschutz stehende Uferzone des Lago di Comabbio. Für Ihren Aufenthalt lässt sich dadurch zwischen Baugeschichte, Industrie und geschützter Landschaft unterscheiden.

Kirchenbau mit historischem Bezug

Die Zeichnungen für die Chiesa del Divino Redentore geben Grundriss und Aufrisse der Collegiata di Castiglione Olona aus den Jahren 1422 bis 1425 nahezu getreu wieder. Der Grundriss zeigt die räumliche Anlage, die Aufrisse geben die Ansichten des Gebäudes wieder. Die Kirche selbst wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Teil der von der Familie Borghi geförderten städtebaulichen Umgestaltung errichtet; sie stammt vom Ingenieur Paolo Cessa Bianchi. So treffen in ihrer Baugeschichte ein konkreter architektonischer Bezug und ein deutlich späterer Entstehungskontext zusammen. Für die Einordnung ist vor allem der Umfang des Vergleichs interessant: Er betrifft sowohl die räumliche Anlage als auch die Aufrisse, nicht lediglich eine lose Stilähnlichkeit.

Friedhof und Kapelle

Der Cimitero di Varano Borghi wurde 1911 für Bestattungen geöffnet. Entworfen wurde er von Architekt Paolo Cesa Bianchi im Auftrag der Familie Borghi. Die Cappella Borghi besitzt eine Giebelfassade mit einer Trifore und Keramikdekorationen, die an Werke der Meister der Familie Della Robbia erinnern. Eine Trifore ist eine dreiteilige Fensteröffnung; der Begriff benennt damit ein konkretes Fassadendetail, während die Keramik einen zusätzlichen dekorativen Bezug herstellt. Der Friedhof ist außerdem eine Station des Museo Diffuso di Varano Borghi.

Industriegeschichte und Villa Borghi

Die Entstehung des Cotonificio e Villaggio Operaio di Varano Borghi geht auf 1819 zurück. Damals kaufte Pasquale Borghi, das Familienoberhaupt, eine alte Mühle am Torrente Brabbia und einen großen Teil des Gemeindegebiets, um ein Baumwollunternehmen zu gründen. Varano Borghi ist zudem durch industrielle Architektur des 19. Jahrhunderts geprägt. Die Gründungsgeschichte ist konkret an den Kauf der Mühle und die Entstehung des Unternehmens gebunden; die industrielle Architektur erweitert den Blick auf das bauliche Erbe des Ortes.

Die Villa Borghi setzt daneben einen anderen architektonischen Akzent. Das elegante Anwesen entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einem bestehenden Gebäude und zeigt eklektisch-barocke Formen. Neben der industriellen Prägung des Ortes lässt sich die Villa als einzelnes Anwesen mit eigener Formensprache betrachten.

Uferzone und weitere Orientierung

Die Uferzone des Lago di Comabbio in Varano Borghi steht unter Landschaftsschutz. Damit kommt zur Bau- und Industriegeschichte ein eigener landschaftlicher Aspekt hinzu. Im Ortsteil Boffalora befindet sich nahe dem Ufer die Kirche San Giuseppe. Für sie sind wöchentliche Messen vorgesehen; wenn Sie Ihre Planung an einem Gottesdienst ausrichten möchten, prüfen Sie bitte die aktuellen Messzeiten vorab. Varano Borghi zählt außerdem zu den beteiligten Gemeinden der Rad- und Fußwegverbindung der Seen.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Varese.

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