Auf mehr als 500 Metern Höhe an der Vallesina gelegen, bietet Cupramontana eine spektakuläre Aussicht. Die lange Verbindung zum Weinbau, die Sagra dell'Uva sowie mittelalterliche und klösterliche Geschichte eröffnen unterschiedliche Zugänge zum Ort. Wer bei einer Reise regionale Weinkultur und Geschichte verbinden möchte, findet hier mehrere klar unterscheidbare Themen.
Weinbau und Sagra dell'Uva
Cupramontana und sein Gebiet sind seit jeher mit dem Weinbau und der Weinproduktion verbunden. Ein DOC-Anerkennungsdekret von 1968 bestimmte Cupramontana und benachbarte Gemeinden als historisches Erzeugungsgebiet des Verdicchio dei Castelli di Jesi. Für diesen Wein ist dort die Kennzeichnung „classico“ möglich. Das Dekret verankert den Wein in einer klar benannten regionalen Geschichte.
Die Sagra dell'Uva begann am 23. September 1928 und gilt als ältestes Traubenfest der Marken sowie als eines der ältesten in Italien. Zum traditionellen Programm gehören Tänze wie der Saltarello, volkstümlicher Gesang und der Palio della Pigiatura. Bei diesem Wettbewerb treten Vertreter der Gemeinden des Verdicchio-DOC-Erzeugungsgebiets im Traubentreten gegeneinander an. An traditionellen, mit Zweigen und Efeu gestalteten Ständen, den „capanne“, werden lokale gastronomische Erzeugnisse und der renommierte Verdicchio di Cupramontana angeboten. So stehen beim Fest Wein, Musik, Tanz und regionale Produkte nebeneinander.
Mittelalterliche und klösterliche Geschichte
Nach der Aufgabe des früheren römischen Zentrums entstand in Cupramontana eine neue mittelalterliche Siedlung. Die Entstehung des mittelalterlichen Kerns markiert damit einen eigenen Abschnitt in der Ortsgeschichte.
Beim Eremo dei Frati Bianchi, auch Eremo delle Grotte genannt, reichen die ersten Spuren bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die Höhlen, auf die der Klostername verweist, dienten Mönchen als Orte der Buße und des Gebets; Kamaldulensermönche lebten in Höhlen, die in den örtlichen Tuffstein gehauen waren. Zum Umfeld gehören ein alter, von einem Bach begrenzter Weg, jahrhundertealte Bäume, das Wasser des Bachs und eine besonders stille Landschaft. Hier lassen sich klösterliche Geschichte und die beschriebenen Merkmale der Umgebung gemeinsam betrachten.
Die Abbazia del Beato Angelo, früher Santa Maria in Serra genannt, liegt genau einen Kilometer vom Zentrum Cupramontanas entfernt. Die Abbazia verfügt über mehrere Zugänge, ist barrierefrei zugänglich und kann kostenlos besucht werden; die Öffnungszeiten erfragen Sie bei der Einrichtung.
Museen und praktische Hinweise
Das MIG – Museo In Grotta befindet sich in den Kellerräumen des ehemaligen Klosters Santa Caterina. Inhaltlich geht es dort vor allem um die Geschichte und Traditionen des Verdicchio. Der Zugang ist wegen der Treppen zum Obergeschoss eingeschränkt. Informationen zu Eintrittskosten und Öffnungszeiten erfragen Sie bei der Einrichtung.
Das Museo Internazionale dell'Etichetta setzt einen anderen Akzent: Es zeigt eine originelle Sammlung von Weinetiketten für Flaschen aus aller Welt. Das Museum ist barrierefrei zugänglich und der Eintritt ist kostenlos; die Öffnungszeiten sind bei der Einrichtung zu erfragen. Während das MIG vor allem lokale Geschichte und Verdicchio-Traditionen behandelt, richtet sich der Blick im Etikettenmuseum auf die Gestaltung von Weinflaschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt.
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