Comunanza verbindet sakrale Kunst mit einer vielschichtigen Baugeschichte: Im Museo di arte sacra di Comunanza treffen ein Prozessionskreuz aus dem 18. Jahrhundert und eine Christusdarstellung aus dem 14. Jahrhundert aufeinander. Kirchen, Bibliothek und eine örtliche Spezialität ergänzen den kulturellen Blick; der Lago di Gerosa und verschiedene Routen setzen andere Akzente. So lässt sich der Aufenthalt nach Kultur, Landschaft, Bewegung und regionaler Küche ausrichten.
Sakrale Kunst im Palazzo Pascali
Das Museo di arte sacra di Comunanza befindet sich im Palazzo Pascali. Zu den besonderen Objekten gehört ein Prozessionskreuz aus dem 18. Jahrhundert mit einer Christusdarstellung aus dem 14. Jahrhundert. Die Darstellung wird dem Goldschmied Pietro Vannini aus Ascoli zugeschrieben. Kreuz und Bildmotiv haben damit unterschiedliche Datierungen; das Stück lenkt den Blick zugleich auf das Prozessionskreuz und auf die deutlich ältere Christusdarstellung.
Ebenfalls im Palazzo Pascali ist die Biblioteca civica eingerichtet. Sie umfasst drei Räume und wurde im Juli 2008 öffentlich zugänglich gemacht. Zum Programm gehören Buchpräsentationen, thematische Treffen, Seminare und Theaterveranstaltungen. Damit liegen im selben Palazzo zwei unterschiedliche Kulturbezüge: Das Museum widmet sich sakraler Kunst, während die Bibliothek Veranstaltungen verschiedener Formate organisiert.
Kirchen mit unterschiedlichen Zeitschichten
Die Chiesa di Santa Maria a Terme stammt aus dem 9. Jahrhundert und wurde über den Überresten eines Dionysos geweihten Tempels errichtet. Auch die Chiesa di S.Anna steht über den Überresten eines Dionysos geweihten Tempels. Sie wurde im 9. Jahrhundert aus Sandstein errichtet und bewahrt Freskenreste, die ungefähr ins 13. Jahrhundert datiert werden.
Die Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria wurde im 18. Jahrhundert im neoklassizistischen Stil wiederaufgebaut. In der Kirche steht eine monumentale zweimanualige Orgel mit mehr als 2.000 Pfeifen, die aus der Basilica della Santa Casa di Loreto stammt.
Bei der Chiesa di San Francesco kommen eine mittelalterliche Baugeschichte und ein späteres Bildwerk zusammen. Die Kirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts über den Überresten eines befestigten Gebäudes oberhalb einer alten Mühle errichtet. Hinter dem Hauptaltar bewahrt sie ein Fresko aus dem 16. Jahrhundert, das den heiligen Franziskus beim Empfang der Stigmata zeigt. Die Zuschreibung an Sebastiano Ghezzi ist möglich.
Landschaft am Lago di Gerosa
Der Lago di Gerosa setzt neben den Kulturorten einen eigenen Landschaftsakzent. Rund um den See umfasst die vorherrschende Vegetation Flaumeichen, Hopfenbuchen, Hainbuchen, Kastanien, Eschen, Fichten und Aleppo-Kiefern. Wer den Aufenthalt nicht allein auf Sakralkunst ausrichten möchte, findet damit auch ein konkretes Naturthema für die Reiseplanung.
Routen zu Fuß und mit dem Rad
Die Routen unterscheiden sich nach Art und Umfang. Etappe 7 des CFM ist eine Trekkingroute von Comunanza nach Venarotta. Der GABA-Weg umfasst 100 Kilometer in sieben Etappen und führt durch Ascoli Piceno, Venarotta, Comunanza, Roccafluvione, Montegallo und Acquasanta Terme. So lässt sich eine einzelne Trekkingetappe von einem mehrstufigen Weg unterscheiden.
Auch eine Radrundroute nennt Comunanza im Streckenverlauf: „Amandola – Smerillo – Comunanza – Amandola“. Sie beginnt im Zentrum von Amandola. Für die Wahl zwischen Fuß- und Radroute sind damit unterschiedliche Startbezüge relevant: Die CFM-Etappe führt von Comunanza nach Venarotta, während der Start der Radrunde in Amandola liegt.
Eine lokale Spezialität
Tordo Matto alla Comunanzese ist seit etwa einem halben Jahrhundert eine charakteristische und exklusive Spezialität des Ortskerns und einiger Ortsteile von Comunanza. Damit erhält der kulturelle und landschaftliche Blick auf den Ort eine kulinarische Ergänzung: Auch die lokale Esskultur kann ein eigener Schwerpunkt der Reise sein.
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