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Im Zentrum von Caldarola steht der Palazzo Pallotta. Gemeinsam mit der Collegiata di San Martino bildet er einen bedeutenden Gebäudekomplex. Der Palazzo gilt als klares Beispiel manieristischer Renaissancearchitektur; das Castello Pallotta erzählt eine andere Baugeschichte: Es entstand in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts auf einem Hügel und wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch Kardinal Evangelista Pallotta grundlegend verändert und in eine Sommerresidenz umgewandelt.

Paläste, Burgen und Kunst

Am Castello Pallotta sind Mauern, guelfische Zinnenbekrönung, Wehrgänge und Zugbrücke erhalten. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Kutschenraum, Sattelkammern und Waffen. Im Palazzo Pallotta setzt die Stanza del Paradiso einen eigenen Akzent: Ihre Darstellungen zeigen exotische Flora und Fauna sowie Jagdszenen mit aufbäumenden Pferden, Windhunden und Jägern. So stehen an den beiden benannten Bauwerken Wehrarchitektur, Residenzgeschichte und dekorative Bildwelten nebeneinander.

Auch Castello di Vestignano und Castello di Croce bieten unterschiedliche architektonische Details. Vestignano bewahrt starke Verteidigungsmauern, einen imposanten zylindrischen Turm, Türme mit quadratischem Grundriss und enge Gassen im Inneren. Hinzu kommt ein außergewöhnlicher Bestand an Wandmalereien mit Arbeiten von Simone De Magistris, Andrea De Magistris und Nobile da Lucca. Zum Castello gehören außerdem erhaltene Reste eines mit den Langobarden des 8. Jahrhunderts verbundenen, dem heiligen Georg geweihten Tempels, darunter Malereien und eine Skulptur des heiligen Martin aus dem 13. Jahrhundert.

Das Castello di Croce ist eine Befestigung der da-Varano-Tradition. Ein spitzbogiger Eingang führt in einen kleinen Hof mit Zisterne. Im Bau befinden sich Werke von Nobile da Lucca sowie Fresken von Andrea, Simone und Federico De Magistris. Die Details machen den Ort auch für Reisende interessant, die neben den großen Bauformen auf Innenhöfe und künstlerische Spuren achten.

Pievefavera: Kirche, Archäologie und Hügellandschaft

Das Castello Pievefavera wurde im 13. Jahrhundert erbaut und später restauriert. Es ist von Olivenhügeln umgeben, die sich allmählich zum Lago di Pievefavera hin absenken. In Pievefavera verbindet sich die historische Bausubstanz mit weiteren Zeitschichten: Die Chiesa di Santa Maria Assunta wurde im 12. Jahrhundert errichtet und ist eine Barockkirche mit rundbogigem Portal und frühmittelalterlichen Verzierungen. Auf ihrem Kirchhof befindet sich ein Freilicht-Antiquarium.

Das Antiquarium ed Area Archeologica di Pievefavera umfasst ausgegrabene Räume, von denen einige einen gut erhaltenen Spicatum-Fußboden besitzen. Bauliche Reste gehörten offenbar zum landwirtschaftlichen Teil einer großen Villa; ihre älteste Phase könnte bis in die republikanische Zeit zurückreichen.

Museen und Theater

Das Museo di Arte Povera Contadina »Luigi Fagianella« zeigt etwa 1.500 Objekte zur Alltagswelt und zur landwirtschaftlichen Arbeit in den Marken im 20. Jahrhundert. Das Museo Civico della Resistenza umfasst die Pinacoteca della Resistenza, einen Bereich zur Caldarola Sistina und Säle für Wechselausstellungen. Damit reicht das thematische Spektrum von bäuerlichem Alltag und Arbeit bis zu Widerstandsgeschichte und Kunst.

Das Teatro Comunale hat einen hufeisenförmigen Grundriss, zwei Ränge mit Logen und eine Galerie. Es ist derzeit in Betrieb und kann anlässlich von Theaterveranstaltungen besucht werden. Prüfen Sie vor Ihrer Reise den Spielplan, denn der Besuch ist an solche Veranstaltungen gebunden.

See und Wege durch die Landschaft

Der Lago di Pievefavera ist ein künstlicher Stausee, der 1954 zur Stromversorgung der umliegenden Orte angelegt wurde. Er ist auch als Lago di Caccamo oder Lago di Borgiano bekannt. Wegen seines reichen Fischbestands wird er häufig zum Sportfischen genutzt; außerdem wird dort gerudert, und im Jahresverlauf finden zahlreiche Regatten statt. Die verschiedenen Namen und Nutzungen geben dem See mehrere erkennbare Bezüge, ohne dass seine Entstehung als Stausee aus dem Blick gerät.

Der Weg zu den Cascatelle di Valcimarra führt durch den Wald am Fosso Cimarra entlang. Kleine Holzhäuschen und Wichtelfiguren gehören zu den Installationen am Weg. Für eine andere thematische Orientierung stehen zwei Routen: Le vie dei castelli beginnt im Zentrum von Caldarola und führt durch Vestignano, Croce, Pievefavera und Valcimarra. Die Sentieri Storici Partigiani verlaufen durch Hügel, Wälder und Höhenrücken von Caldarola und sind mit der Geschichte des Widerstands während des Zweiten Weltkriegs verbunden.

Hinweise für Ihren Besuch

Für das Antiquarium ed Area Archeologica di Pievefavera sind im Herbst und Winter Führungen nach Reservierung vorgesehen; im Frühjahr und Sommer sind Führungen dienstags und freitags von 16:30 bis 18:30 Uhr vorgesehen. Bitte prüfen Sie diese Zugangsangaben vor Ihrer Reise. Das Santuario Madonna del Sasso – Valcimarra ist wegen Erdbebenschäden vorübergehend geschlossen; prüfen Sie den Status, bevor Sie einen Besuch dorthin planen.

Im Il Picciolo di Rame werden traditionelle Gerichte der Küche von Macerata serviert. Sie beruhen auf bäuerlichen Rezepten sowie teilweise auf Rezepten aus dem Mittelalter und der Renaissance. Das ergänzt die historischen Themen Caldarolas um eine kulinarische Perspektive.

Weitere Reiseziele entdecken: Cessapalombo, Torrone, Sefro, Civitanova Marche, Castelraimondo, Potenza Picena, Castelsantangelo Sul Nera, Petriolo.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Macerata.

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