In Treia treffen archäologische Spuren, Kunst und Landschaft aufeinander. Für die Reiseplanung bieten sich verschiedene Blickwinkel an: die Geschichte des antiken Trea, die Sammlungen und Bauwerke im Ort sowie Wege und Ausblicke in der Umgebung. Auch der Veranstaltungskalender setzt einen besonderen Akzent: Die Disfida del Bracciale ist seit 1979 mit einem festen Termin im August verbunden.
Plätze, Tore und weite Ausblicke
Auf der Piazza della Repubblica fällt die hufeisenförmige Balustrade ins Auge. Zum Platz gehört außerdem ein 1785 errichtetes Denkmal für Papst Pius VI. Die Porta Vallesacco ergänzt diesen Blick auf das historische Treia: Sie ist eines der sieben antiken Stadttore. Das Teatro comunale di Treia wiederum wurde im Dezember 1961 durch ein Dekret des Ministeriums für öffentliche Bildung als von besonderem künstlerischem Interesse anerkannt. So lassen sich auf engem thematischem Raum unterschiedliche Zeugnisse betrachten – vom Stadttor über den Platz bis zum Theater und seiner anerkannten Bedeutung.
Einen anderen Akzent setzt die Torre dell’Onglavina. Von dort reicht das Panorama über die Sibillini, die Maiella, den Gran Sasso und den Conero bis zur Adria. Der Parco di San Lorenzo bietet Trekking- und Fahrradstrecken mit Ausblicken auf die Landschaft der Marken. Treia liegt außerdem im Zentrum der Cammini Lauretani. Wer sich für Aktivitäten im Freien interessiert, findet damit sowohl konkrete Wege im Park als auch diesen eigenen Bezug des Ortes zu einem benannten Pilgerweg.
Archäologie und Kunst in unterschiedlichen Häusern
Das Museo Civico Archeologico ist im ehemaligen Kloster San Francesco untergebracht. Seine Sammlungen bewahren Skulpturfragmente, architektonische Elemente und Inschriften, die die Entwicklung des römischen Trea und seine Verbindungen zum Osten, besonders zu Ägypten, veranschaulichen. Dazu gehört der Kopf des Serapis, der zur Kultstatue des Serapeums von Trea gehörte. Die archäologischen Stücke geben dem Besuch einen konkreten Zugang zur antiken Stadtgeschichte und ihren überregionalen Verbindungen.
Ein anderes Bild der lokalen Kunstgeschichte vermittelt die Pinacoteca Comunale im piano nobile des Palazzo Comunale. Ihre Bestände umfassen vorwiegend sakrale Gemälde, Porträts von Angehörigen des Adels von Treia aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie Werke der römischen und venezianischen Schule. Diese Sammlung unterscheidet sich damit deutlich vom archäologischen Schwerpunkt des Museums. In der Palazzina Valadier werden außerdem Funde von der Vorgeschichte bis zur späten römischen Kaiserzeit in geeigneten Vitrinen aufbewahrt.
Auch Literatur und institutionelle Geschichte haben in Treia ihren Platz. Das Centro Studi Dolores Prato bewahrt sämtliche Werke der Autorin, einige Originalmanuskripte, zahlreiche Fotografien, einen umfangreichen Pressespiegel, einen großen Teil ihrer Korrespondenz in digitaler Form und persönliche Gegenstände. Die Entwicklung einer weiteren kulturellen Institution lässt sich an einer Jahreszahl festmachen: 1778 wurde die Accademia dei Sollevati in die Accademia Georgica dei Sollevati umgewandelt.
Treia zwischen Tradition und Umgebung
Wer den Aufenthalt an einem Ereignis ausrichten möchte, kann die Disfida del Bracciale als zeitlichen Orientierungspunkt nehmen. Sie findet in Treia seit 1979 ununterbrochen am ersten Sonntag im August statt; zehn Festtage leiten sie ein. Während der Disfida wird die Arena Carlo Didimi wieder als Spielfeld genutzt. Das gibt dem Termin einen eigenen Bezug zum Ort: Die Arena ist nicht nur mit dem Ereignis verbunden, sondern dient dabei erneut dem Spiel.
Für einen Ausflug in die Umgebung liegt das Santuario del Santissimo Crocifisso etwa einen Kilometer von Treia entfernt, inmitten der Landschaft an der Provinzstraße nach San Lorenzo. Im Gebiet des Santuario lag auch die antike Stadt Trea, zwei Kilometer von dem Hügel entfernt, auf dem das heutige Treia liegt. Diese beiden Ortsbezüge sollte man auseinanderhalten: Der eine beschreibt die Lage des Heiligtums zur heutigen Stadt, der andere die der antiken Stadt zum Hügel des heutigen Treia.
Zur lokalen Esskultur gehört der Calcione di Treia, der als DOP-Produkt klassifiziert wird und typisch für die Osterzeit ist. Das Gebäck verbindet einen süßen Außenteig mit herzhafter Füllung. Zusammen mit den Augustfesttagen und den kulturellen Sammlungen zeigt es, wie verschieden die Themen sind, auf die sich eine Reise nach Treia ausrichten lässt – von archäologischer Geschichte und Kunst bis zu Landschaft, Tradition und regionalem Gebäck.
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