San Costanzo zeigt seine landschaftliche und kulturelle Seite auf Wegen durch die Täler und in den Sammlungen des Palazzo Cassi. Der Ort liegt auf etwa 150 Metern Höhe auf dem Wasserscheidenkamm zwischen den Tälern des Metauro und des Cesano. Von den Aussichtspunkten bieten sich Blicke auf die Adria und die ersten Berge des Apennin. Für Ihre Reiseplanung stehen damit Landschaft, Geschichte und lokale Esskultur als unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl.
Wege und Landschaft rund um San Costanzo
Die Valle dei Tufi beginnt an der Ortsmitte von San Costanzo, führt über das Dorf Stacciola bis zur Kirche Madonna delle Grotte und ist etwa 3 Kilometer lang. Der historische und naturkundliche Spazierweg Su e Giù per le Valli misst etwa 5 Kilometer und erreicht die Fonte Vecchia unterhalb des Turms der Burgmauern. Mit ungefähr 3 Kilometern ist die Valle dei Tufi kürzer als der rund 5 Kilometer lange Spazierweg; zugleich unterscheiden sich auch die Ziele der beiden Routen.
Die Fonte Vecchia verbindet den Spazierweg mit einem historischen Ort. Ihre architektonischen und baulichen Merkmale werden dem 15. oder 16. Jahrhundert zugeordnet; die Gründung könnte früher erfolgt sein. So führt Su e Giù per le Valli zu einer Quelle, deren Entstehung zeitlich nicht allein durch die sichtbaren Merkmale festgelegt ist.
Kunst und Geschichte im Palazzo Cassi
Im Palazzo Cassi am Piazzale della Vittoria 9 befinden sich sowohl die Quadreria Comunale als auch die Sala Archeologica dell’abitato protostorico e della Necropoli Picena. Die archäologische Sammlung zeigt Keramik- und Bronzefunde aus einer protourgeschichtlichen Siedlung und einer picenischen Nekropole im Gemeindegebiet von San Costanzo. Die Siedlung wurde in den Jahren 1980 bis 1985 entdeckt; die archäologische Ausgrabung der Nekropole erfolgte 1919 und 1920.
In der Quadreria Comunale werden Altarbilder aus der abgerissenen Chiesa di San Silvestro gezeigt. Zu den Werken gehört außerdem ein großes Gemälde mit der Darstellung der Taufe Konstantins, das Rondolino (Terenzio Terenzi) zugeschrieben wird. Im zweiten Stock befinden sich einige Räume mit einer ständigen Ausstellung von Temperabildern und Grafiken, die Roberto Natale Patrizi (Agrà) der Gemeinschaft von San Costanzo geschenkt hat.
Palazzo Cassi ist eine historische Residenz und ein literarischer Treffpunkt. Im Mai 2013 gelangte der historische Palazzo wieder zu seinem früheren Glanz. Die Sammlungen und die Geschichte des Gebäudes geben dem Besuch damit zwei unterschiedliche Blickwinkel: archäologische Funde aus dem Gemeindegebiet und Kunstwerke, die mit San Costanzo verbunden sind.
Crescia d’la Stacciola und lokale Tradition
Auch die lokale Esskultur bietet einen eigenen Schwerpunkt. Die Crescia d’la Stacciola wird traditionell von Hand aus Weichweizenmehl, Wasser, Hefe, Schmalz, Salz und etwas Zucker hergestellt. Seit 2010 ist die Scuola della Crescia aktiv und vermittelt Interessierten Rezept und Herstellungstechnik. Die Sagra della Crescia findet seit 1987 am ersten Augustwochenende statt. Wenn Sie die Festtage zum Anlass Ihrer Reise machen möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Veranstaltungstage.
Anreise und Besuchsplanung
Mit dem Auto ist San Costanzo über die A14-Anschlussstelle Fano aus nördlicher Richtung und über Marotta-Mondolfo aus südlicher Richtung erreichbar. Von der Strada Statale Adriatica aus führen die Strada Provinciale Nr. 16 Orcianense oder die Strada Statale 424 della Val Cesano nach San Costanzo.
Für einen Besuch im Teatro della Concordia sollten Sie die baulichen Einschränkungen berücksichtigen: Dort gibt es keinen Aufzug, außerdem bestehen architektonische Barrieren. Diese Information ist besonders bei der Planung eines Theaterbesuchs relevant.
Weitere Reiseziele entdecken: Isola di Fano, Candelara, Piandimeleto, Montelabbate, Trebbiantico, Sant’Ippolito, Bargni, Montesecco.
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