Im Gemeindegebiet von Rionero Sannitico reicht das gebirgige Terrain von 575 Metern am Torrente Vandrella an der Grenze zu Forlì del Sannio bis auf 1304 Meter an der Pratelle. Kirchen, Zeugnisse lokaler Geschichte und Wege durch Ortszentrum und Tal geben der Reise unterschiedliche Schwerpunkte.
Bergland, Bäche und Wald
Der Torrente Rio entspringt nahe dem Ortskern und ist ein Zufluss des Volturno. Der Torrente Vandrella, auch „La Vandra“ genannt, beginnt an der Grenze zu den Abruzzen. Der Wildbach wird auf seinem Verlauf von zahlreichen Quellen gespeist. Beide Gewässer gehören zu den beschriebenen landschaftlichen Merkmalen des Gemeindegebiets.
Die Vegetation entspricht der typischen Pflanzenwelt des molisischen Apennins. Vorherrschend sind Niederwälder aus Zerreichen, die als Reinbestand oder zusammen mit Flaumeichen und Schwarzhainbuchen vorkommen. Zusammen mit den Höhenlagen und den Bächen ergibt sich ein Bergland, dessen Charakter nicht allein durch die Ortschaft, sondern auch durch die weiteren Bereiche des Gemeindegebiets geprägt ist.
Kirchen und lokale Geschichte
Die Ruinen des Palazzo Ducale sind in Rionero Sannitico erhalten. Die Herzöge Carafa errichteten den Palast im 17. Jahrhundert für militärische Zwecke. An der Chiesa di San Bartolomeo Apostolo fallen die Kalksteinfassade und die reich mit barocken Dekorationen ausgestattete Innenausstattung auf. Drei Schiffe sind durch Rundbogenarkaden voneinander getrennt; die Kirche besitzt eine Apsis.
Zur Ausstattung von San Bartolomeo gehören Gemälde und Marmoraltäre, die örtlichen Künstlern des 17. und 18. Jahrhunderts zugeschrieben werden. Die Chiesa di San Lorenzo Martire ist eine dem heiligen Laurentius geweihte Filialkirche. Auch die Chiesa della Madonna del Rosario hat einen besonderen Bezug zur örtlichen Gemeinschaft: Sie ist ein historischer Sakralbau, der der Madonna del Rosario gewidmet ist und für die Gemeinschaft von großer Bedeutung ist.
Das Santuario di San Mariano verbindet mehrere Zeitschichten. Das ursprüngliche Heiligtum wurde 1600 erbaut und 1926 von italienischen Auswanderern aus Cleveland restauriert. Dort werden Gipsstatuen aus dem 19. Jahrhundert verehrt. Die Reliquien der beiden Märtyrer befinden sich in einem Reliquiar mit dem Wappen der Familie Carafa della Spina. Am 30. April werden die Statuen zum Gedenken an das Martyrium in einer Prozession getragen.
Neben dem Santuario befindet sich eine Grotte, die vermutlich den beiden heiligen römischen Soldaten als Zufluchtsort diente, nachdem sie zum Christentum übergetreten waren. Diese Überlieferung bleibt eine Vermutung. Zusammen mit den Kirchen und dem Palazzo Ducale bietet sie einen weiteren Zugang zur religiösen und historischen Überlieferung des Ortes.
Wandern, Radfahren und Orientierung
Eine für eine CAI-Exkursion am 25. September 2024 beschriebene Wanderung führt durch das historische Ortszentrum und in die Natur des Volturno-Tals. Die Route verläuft über Karrenwege, Saumpfade und unbefestigte Abschnitte, durch enge Gassen sowie an alten Brunnen und stimmungsvollen Kapellen vorbei. In der Beschreibung ist sie als geeignet für Wandernde aller Erfahrungsstufen eingestuft; ihr Schwierigkeitsgrad ist T, also eine touristische Wanderung. Für die aktuelle Planung sollten Sie die Weg- und Bodenverhältnisse vor Ort prüfen.
Die Wanderung erreicht den Tratturo Pescasseroli-Candela und folgt dem historischen Transhumanzweg teilweise. Dieser Weg durchquerte den Apennin von Norden nach Süden. Ortszentrum, Tal und Tratturo bilden damit unterschiedliche Abschnitte der beschriebenen Route, statt nur einen einzelnen Aussichtspunkt oder ein Bauwerk in den Mittelpunkt zu stellen.
Auch für Radfahrende sind konkrete Routenbezüge genannt: Eine Radtour führt von Avezzano in der Provinz L’Aquila über 143 Kilometer bis zu einer Etappe in Rionero Sannitico. Die Tour ist auf vier Etappen angelegt, die in vier Tagen absolviert werden. Auf einer beschriebenen Radroutenführung beginnt in Rionero außerdem der Anstieg zum Valico del Macerone. Für die Orientierung auf der Straße dient die SS 652 „Fondovalle Sangro“ im Gebiet von Rionero Sannitico der Fahrt in Richtung Abruzzen, darunter zum Nationalpark und zu den Skigebieten von Roccaraso, oder in Richtung Kampanien.
Für die Planung eines Aufenthalts lohnt es sich, den Schwerpunkt früh festzulegen: Kirchen und historische Zeugnisse, eine Wanderung mit wechselnden Wegoberflächen oder eine mehrtägige Radtour stellen unterschiedliche Vorhaben dar. Prüfen Sie bei der Auswahl Ihrer Unterkunft, welche Reisepläne für Sie maßgeblich sind, und planen Sie die dafür vorgesehene Zeit entsprechend.
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