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Ortigia ist das historische Zentrum des antiken Syrakus und eine Insel, die seit rund 3.000 Jahren bewohnt ist. Auf engem Raum begegnen Ihnen dort Spuren verschiedener Epochen: an der Kathedrale sind an ihrer Nordseite Säulen des Athena-Tempels erhalten, während das Castello Maniace an der Spitze von Ortigia steht. Friedrich II. ließ die Burg zwischen 1232 und 1240 auf einer älteren Festung errichten. Diese Orte erzählen unterschiedliche Kapitel der Stadtgeschichte – von der Antike bis zum Mittelalter.

Neapolis: Theater, Steinbrüche und antike Bauwerke

Das archäologische Areal von Neapolis nimmt den nördlichen Teil des gleichnamigen Viertels ein. Neapolis war eines der fünf Viertel, aus denen Siracusa in griechischer und römischer Zeit bestand. Zu den eindrucksvollsten Bauwerken zählt das griechische Theater, das vollständig in den Felsen des Hügels Temenite gehauen ist. Es dient während der Theatersaisons weiterhin als Veranstaltungsort für Aufführungen, Tragödien und klassische Darstellungen. Ein einfacher Rundgang auf den Spuren der Griechen umfasst fünf Stationen und ist auf zwei Tage angelegt. Prüfen Sie vor einem Besuch die Zugänglichkeit der einzelnen Stationen.

Zum Areal gehört auch die Ara des Hieron II., ein monumentaler Altar für öffentliche Opfer der Stadt. In den Latomien liegen die Grotta dei Cordari und das Orecchio di Dionisio. Letzteres ist für akustische Phänomene wie Verstärkung und Echo bekannt. Ein weiterer Ort trägt den Namen „Grab des Archimedes“: Die in die Felswand gehauene Grabkammer stammt aus römischer Zeit. Auch ein römisches Amphitheater ist Teil des Areals; seine Datierung ist umstritten. Es wird teils Augustus, teils Septimius Severus zugeschrieben. Beim Besuch lassen sich so verschiedene Bauformen und historische Einordnungen nebeneinander betrachten, ohne die umstrittene Datierung als gesichert anzunehmen.

Ortigia: Baukunst und Marktleben

Auch abseits der antiken Stätten bietet Ortigia unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Rundgang. Der Palazzo Bellomo ist ein bedeutendes Bauwerk schwäbischen Ursprungs und beherbergt Sammlungen mittelalterlicher und moderner Kunst. Die Fonte Aretusa bildet als Süßwasserquelle einen kleinen halbrunden Teich, in dem Fische, Gänse und Enten leben. Auf dem Markt von Ortigia werden Gemüse, Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch und Meeresfrüchte angeboten; dazu erklingen die sogenannten „Vanniate“.

Eine Weinroute durch die Gegend umfasst einen Besuch von Ortigia, Barockkirchen und Markt und endet mit einer Verkostung in einem örtlichen Weingut. Betreiber und Verfügbarkeit können wechseln; prüfen Sie die Durchführung, wenn Sie diesen Programmpunkt einplanen. Zu den besonders hochwertigen Weinen zählen der Siracusa Moscato, auch als Passito oder Spumante, sowie Rotweine auf Basis von Nero d’Avola und Syrah.

Flusslandschaft und Meeresschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet Fiume Ciane e Saline di Siracusa schützt und revitalisiert den Papyrus am Fluss Ciane und bewahrt die Umweltwerte der Feuchtgebiete der Saline di Siracusa. Die Ufervegetation umfasst artenreiche Bestände mit in Sizilien seltenen Arten; die Tierwelt ist an Fluss- und Feuchtlebensräume gebunden. Damit eröffnet sich neben den Bauwerken eine andere Perspektive auf die Umgebung von Syrakus: Hier stehen Pflanzen- und Tierwelt sowie der Schutz von Feuchtgebieten im Mittelpunkt.

Das Meeresschutzgebiet Plemmirio ist als besonders geschütztes Gebiet von mediterraner Bedeutung (ASPIM) ausgewiesen. Dazu gehört das Sonderschutzgebiet ITA090030 Fondali del Plemmirio. Unterwasserparcours bieten zehn Einstiegsstellen zu den Meeresgründen. Am Capo Murro di Porco bestehen Beobachtungsmöglichkeiten für große pelagische Fische und Meeressäuger, darunter Thunfische, Bernsteinmakrelen, Haie, Delfine, Wale und Pottwale. Diese Naturthemen ergänzen den Blick auf die Stadtgeschichte um eine maritime Seite.

Orientierung für Ihren Aufenthalt

Ortigia ist durch die Brücken Ponte Umbertino und Ponte Santa Lucia mit dem übrigen Siracusa verbunden. Der Bahnhof von Siracusa liegt etwa 1,5 Kilometer vom Zentrum Ortigias entfernt. Einen weiteren archäologischen Blickpunkt bietet das Castello Eurialo im Ortsteil Belvedere, auf dem höchsten Punkt des Hochplateaus von Epipoli. Es liegt etwa acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und eröffnet einen weitreichenden Blick über die Stadt. Die ungefähren Entfernungen und die verschiedenen Schauplätze helfen, Ihre Auswahl zu ordnen: Sie können sich auf die Inselgeschichte konzentrieren, antike Bauwerke erkunden oder Natur- und Meeresthemen ergänzen.

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