Kurtinig an der Weinstraße ist auch als „Klein-Venedig“ bekannt. Der Beiname erinnert an ein altes, dichtes Netz aus Wasserläufen, Mühlenkanälen und Bewässerungsgräben, das das Leben der Einwohner über Jahrhunderte prägte. Für die Orientierung im Ort ist das ein aufschlussreicher Einstieg: Wasser gehört hier nicht nur zur Landschaft, sondern auch zur überlieferten Ortsgeschichte. Der Beiname lenkt den Blick auf die historische Rolle des Wassers; die Biotope ergänzen dieses Ortsbild um eine ökologische Perspektive. Wer sich für die Geschichte des Ortes interessiert, findet in diesem Namen einen roten Faden: Er verweist auf Wasserwege, die den Alltag lange prägten.
Biotope und Wege durch die Weinberge
Kurtinig verfügt über sieben miteinander verbundene Biotope. Sie dienen Tieren als Rückzugs- und Erholungsorte sowie Pflanzen als Fortpflanzungsstätten. Der 3-Dörfer-Weg, kurz 3D-Weg, ist eine leichte Wanderung durch Weinberge von Entiklar nach Kurtinig. Er führt direkt oberhalb eines der Kurtiniger Biotope. Der Abschnitt Niclara–Cortina ist ein leichter Spaziergang, der auch mit einem Rollstuhl möglich ist. Damit stehen sowohl die Landschaft entlang des Weges als auch die ökologische Funktion der Biotope im Blick.
Zwei Routen, unterschiedliche Orientierungen
Eine weitere Route trägt den Namen „Passo della Mendola e Passo delle Palade“. Sie beginnt in Cortina sulla Strada del Vino, führt durch Weinberge und weiter nach Kaltern und Eppan. Die beiden Routen geben unterschiedliche Orientierungen: Der 3D-Weg führt von Entiklar nach Kurtinig, während die Mendola-Palade-Route in Kurtinig beginnt. So können Sie bei der Planung unterscheiden, ob der Ort das Ziel einer Wanderung oder der Ausgangspunkt einer Strecke nach Kaltern und Eppan sein soll.
Reben und Baugeschichte
Als „Dorf der Reben“ ist Kurtinig bekannt, weil viele Hausfassaden mit Kletterreben bedeckt sind. Der lokalen Tradition zufolge pflanzt man Reben stets anlässlich der Geburt des ersten Kindes, eines Hofübergangs oder der Renovierung eines Hauses. Diese Anlässe verknüpfen die Rebe mit Veränderungen im Familien- und Hausleben. Sie ist dadurch zugleich ein sichtbares Fassadenmotiv und Teil der örtlichen Lebensüberlieferung.
Mit der Pfarrkirche St. Martin in Cortina sulla Strada del Vino kommt ein anderer Zeitmaßstab hinzu: Sie wurde 1462 erbaut. Das Baujahr bietet einen konkreten historischen Bezugspunkt neben dem Wasserlaufnetz, das das Leben der Einwohner über Jahrhunderte prägte. So begegnen in Kurtinig sowohl ein klar datiertes Bauwerk als auch eine Ortsgeschichte, die sich über lange Zeit entwickelte.
Führung und Kirchtag
Die Führung „Klein-Venedig“ endet mit der Verkostung eines ausgewählten Weins in einer Kellerei in Cortina sulla Strada del Vino. Wer einen geführten Ortsbesuch mit einem kulinarischen Programmpunkt verbinden möchte, findet in dieser Verkostung einen konkreten Anknüpfungspunkt. Prüfen Sie vorab die aktuellen Angaben zur Führung, denn die Verfügbarkeit des Programms kann sich ändern.
Der traditionelle Martini-Kirchtag umfasst einen Markt und einen Gänselauf. Serviert werden traditionelle Gänsegerichte, die mit kreativen Kombinationen und modernen Zubereitungen verfeinert sind. So treffen im Festprogramm Markt, Lauf und eine zeitgemäße Interpretation traditioneller Gerichte aufeinander. Da sich Veranstaltungsdetails ändern können, prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Angaben zum Kirchtag.
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