Ein Freskenzyklus von Marcello Fogolino aus dem Jahr 1543 gibt dem Palazzo Assessorile einen besonderen Platz in der Geschichte von Cles. Die Stadt können Sie zugleich über Kirchenkunst, römische Zeugnisse und Wege in die Berglandschaft kennenlernen. So lässt sich der Aufenthalt je nach Interesse kulturell oder mit einem Schwerpunkt auf Wandern und Aussicht planen.
Kunst und Geschichte in Cles
Der Palazzo Assessorile entstand im 12. Jahrhundert und ist ein zentrales Element der Geschichte und städtebaulichen Entwicklung von Cles. Sein Freskenzyklus von Marcello Fogolino stammt aus dem Jahr 1543. Bei Castel Cles reichen die frühesten historischen Zeugnisse ebenfalls ins 12. Jahrhundert. Das Schloss besitzt Fresken aus dem 16. Jahrhundert, die Fogolino zugeschrieben werden, sowie eine Kassettendecke im Saal Sala delle Metamorfosi di Ovidio. Die beiden Bauwerke führen so von frühen Zeugnissen der Ortsgeschichte zu Kunst aus dem 16. Jahrhundert.
Auch Kirchen bewahren unterschiedliche Kapitel der lokalen Kunstgeschichte. Die Chiesa Arcipretale di Santa Maria Assunta bewahrt Silberarbeiten, die Baron Giuseppe de Cles 1727 stiftete. Die Chiesa di San Vigilio gilt als bedeutendes Zeugnis der Trentiner gotischen Malerei vom frühen 14. bis zum späten 15. Jahrhundert. Noch weiter zurück führt die Tavola Clesiana aus dem Jahr 46 n. Chr.: Sie hält fest, dass Kaiser Claudius den lokalen Bevölkerungsgruppen das römische Bürgerrecht gewährte. Zugleich gilt sie als Zeugnis für einen nicht gewaltsamen Übergang von der rätischen zur römischen Kultur.
Archäologische Spuren
Die Area archeologica Campi Neri liegt oberhalb des historischen Zentrums von Cles und ist eine archäologische Stätte von außergewöhnlichem Interesse. Einen anderen Einblick bietet das archäologische Gebiet Valemporga: Der Cleser Archäologe Luigi Campi grub es im 19. Jahrhundert aus. Es bezeugt die Existenz eines antiken Heiligtums oberhalb von Mechel. Die beiden Orte verbinden damit sichtbare historische Orientierungspunkte mit einer Ausgrabungsgeschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.
Wanderwege und Aussicht
Für Wanderungen sind die Angaben zu den Wegen gut voneinander zu unterscheiden. Die Route O313 führt von Cles auf 658 m zum Rifugio Peller, ist 17 km lang und dauert etwa vier Stunden. Sie beginnt an der Località Bersaglio, zwei Kilometer vom Zentrum von Cles entfernt. Der historische Weg O313B wurde von Einwohnern genutzt, um das Plateau der Montagna di Cles zu erreichen, und lässt sich mit dem O313 zu einer Rundwanderung kombinieren. Vom Rifugio Peller dauert der Aufstieg zum 2.320 m hohen Monte Peller etwa eine Stunde und gilt als leicht. Die Ausgangspunkte sind verschieden: Der O313 beginnt bei Cles, der Aufstieg zum Monte Peller am Rifugio. Gehzeiten können je nach Bedingungen variieren.
Am Belvedere Croz dele Bonele reicht der Blick auf Cles, seine historischen Ortsteile, Castel Cles, den Lago di Santa Giustina und das Val di Non. Dort lassen sich außerdem zahlreiche Vogelarten beobachten, darunter einige tagaktive Greifvögel. Wer sich für landwirtschaftliche Traditionen interessiert, findet mit dem Frutteto Storico einen weiteren Themenbereich: Er bewahrt alte Obstsorten aus den Valli del Noce.
Orientierung für Ihren Besuch
Für Besuche in Cles und im Val di Non bietet die Pro-Loco-Informationsstelle Informationen, Karten und Broschüren. Das kann bei der Planung helfen, Kulturorte, Aussicht und Wanderungen nach den eigenen Interessen zu gewichten.
Weitere Reiseziele entdecken: Passo Del Tonale, Pozza Di Fassa, Canazei, Bagni Di Rabbi, Fondo, Località Produttiva I, S. Cristoforo, Burg im Suganertal.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Trentino.