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Die Marmitte dei Giganti geben Nago-Torbole einen ungewöhnlichen geologischen Akzent: Die eiszeitlichen Gletschertöpfe messen 4 oder 5 Meter im Durchmesser und 10 oder 12 Meter in der Tiefe. Ihre schüsselförmigen Vertiefungen entstanden, als Schmelzwasser in Gletscherspalten stürzte und wirbelnde Steine den Fels formten. Neben dieser Landschaftsgeschichte stehen Kirchen, Wandbilder und Wege für weitere, deutlich andere Blickwinkel auf den Ort.

Gletschertöpfe, Ruine und Wegcharakter

Castel Penede zeigt eine andere Seite der Landschaft: Nach seiner Zerstörung im Jahr 1703 ist es eine Ruine auf einem Felssporn zwischen dichter Vegetation, mit einem Panorama über den Gardasee. Der Zugang führt über eine von einer Schranke versperrte Forststraße und anschließend über einen unebenen Weg, der zu Fuß oder mit Spezialfahrzeugen erreichbar ist. Prüfen Sie die Zugangslage vor der Abfahrt lokal.

Beim Sentiero Busatte Tempesta prägt der Wegverlauf das Erlebnis. Er führt an einem steilen Berghang direkt über dem Gardasee durch dichte mediterrane Vegetation. Zu den eisernen Treppen gehören mehr als 400 Stufen. Beziehen Sie diese Zahl in Ihre Tagesplanung ein und prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegverhältnisse.

Kirchen, Wandbilder und Ortsgeschichte

Die Chiesa di Sant'Andrea ist seit 1175 urkundlich belegt. Nach den Schäden durch den Durchzug der französischen Truppen unter General Vendôme im Jahr 1703 wurde sie im Barockstil wiederaufgebaut. Ihr Zugang ist barrierefrei und gut ausgeschildert.

Bei der Chiesa della Santissima Trinità in Nago setzt die Baugeschichte später ein: Der Bau begann im Mai 1618 auf Initiative der Familie Tonelli; 1636 weihte Fürstbischof Carlo Emanuele Madruzzo die Kirche. Im Inneren befinden sich ein Hauptaltar aus Marmor und eine Holzskulptur eines tirolischen Bildhauers des 15. Jahrhunderts. Sant'Andrea und die Trinità bieten damit unterschiedliche historische Bezugspunkte: einen frühen urkundlichen Beleg auf der einen und genau datierte Bau- und Weiheetappen des 17. Jahrhunderts auf der anderen Seite.

Die dreizehn Murales von Nago ergänzen die Kirchen um eine andere Form der Kulturgeschichte. Zwischen 1996 und 1998 schufen sie überwiegend junge lokale Künstler. Mit wenigen Ausnahmen stellen die Wandbilder Künste und Berufe vergangener Zeiten dar. Auch das Casello del Dazio in Torbole erzählt von wechselnden Funktionen: Zunächst diente es als Zollstelle, später als Unterkunft für österreichische Zollbeamte.

Routen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Strada di Santa Lucia hat eine historische und eine landschaftliche Seite. Über Jahrhunderte war sie die wichtigste Verbindung zwischen dem Gardasee und Nago; zugleich bietet sie einen Spaziergang durch Olivenhaine mit Panoramablick auf den See. So treffen auf demselben Weg eine wichtige historische Verkehrsverbindung und ein Ausflug durch die Kulturlandschaft aufeinander.

Der Sentiero della Pace 11 beginnt in Nago, führt über eine von Weinbergen bewirtschaftete Hochebene und geht anschließend in den Weg 601 über. Ein Abschnitt der La linea blu dell'Alto Garda führt vom Zentrum von Torbole bergauf in Richtung Busatte und anschließend nach Nago. Die Angaben zu Startpunkt und Verlauf helfen dabei, diese beiden Routen auseinanderzuhalten.

Die Route Dalle Marmitte al Perlone verbindet die Marmitte dei Giganti mit dem Castagneto di Nago. Entlang der Strecke sind heute Abschnitte von Schützengräben und von örtlichen Vereinen geborgene Bauwerke sichtbar und besuchbar. Damit verbindet sich die geologische Besonderheit der Marmitte auf dieser Route mit einem weiteren historischen Thema.

Auch das Ufer zeigt verschiedene Nutzungen. Die Route des Sup Tour Conca d'Oro folgt der Nordküste des Gardasees von Riva bis Torbole. Der kleine Hafen von Torbole bietet weiterhin mehreren Booten Schutz, die Einwohner zum Fischen nutzen. Für die Planung Ihres Aufenthalts können Sie den Schwerpunkt auf geologische Formen und Landschaft, Kirchen und Wandbilder oder konkrete Wegverläufe legen.

Weitere Reiseziele entdecken: Dermulo, Pietra, Spital Bei Yfän, Ziano di Fiemme, Tassullo, Pera, Isera, Salobbi.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Trentino.

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