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In Nogaredo treffen ein dichtes historisches Dorfbild, Kirchenkunst und eine vielschichtige Kulturgeschichte auf Wege durch Weinberge und Hügelland. Statt einer einzigen Sehenswürdigkeit prägen verschiedene Themen den Ort: Architektur, Burgen, Kunstwerke und historische Erinnerungsorte bieten jeweils einen eigenen Zugang.

Ortsbild zwischen Tal und Hang

Nogaredo liegt auf einem breiten Schwemmfächer aus lockerem Bachschutt. Seine Form ähnelt einem Fächer oder Trichter: Die Spitze weist bergwärts, die Öffnung talwärts. Das Gemeindegebiet reicht vom Boden des Etschtals auf etwa 170 Metern über dem Meeresspiegel bis in den montanen Bereich auf etwa 650 Metern. Die Höhenangaben beziehen sich auf das Gebiet der Gemeinde, nicht allein auf den Ortskern.

Dicht aneinandergebaute Häuser, Innenhöfe und markante Portale prägen das historische Dorf. Es reicht bis zum Palazzo Candelpergher, dem heutigen Rathaus. Im Ortsbild stehen damit die eng gefügten Häuser und die Palazzi als unterschiedliche Facetten der Baugeschichte nebeneinander.

Palazzi, Castel Noarna und Ortsgeschichte

Der Palazzo Lodron war die Residenz der Grafen Lodron, einer der bedeutendsten Adelsfamilien der Vallagarina. Im Saal Sala del Giudizio fanden zwischen 1646 und 1717 Hexenprozesse statt. Der Palazzo liegt im Zentrum von Nogaredo, nur wenige Gehminuten vom Rathaus entfernt. Diese kurze Gehbeziehung hilft bei der Orientierung zwischen zwei markanten Gebäuden.

Castel Noarna befindet sich im Ortsteil Noarna von Nogaredo. Die Anlage hat mittelalterliche Ursprünge und wurde später von der Familie Lodron erweitert. Fresken der Michelangelo-Schule sind an der Haupttreppe und im Wintergarten zu sehen. Zum Mastio gehören der Hauptturm, zwei Wachräume und Gefängnisse. Während der Nogaredo-Hexenprozesse von 1646 und 1647 waren dort mehrere Frauen aus dem Tal inhaftiert.

Nogaredo ist historisch für Hexenprozesse gegen einige Bäuerinnen des Ortes im 17. und 18. Jahrhundert bekannt. Vor mehr als zehn Jahren wurde diese Geschichte in das Fest Calendimaggio di Nogaredo umgewandelt; die gesamte Gemeinschaft beteiligt sich daran. Palazzo Lodron und Castel Noarna verorten Aspekte dieser Geschichte an konkreten Gebäuden, während das Fest eine gemeinschaftliche Form der Erinnerung bildet.

Kirchenkunst in Nogaredo und Brancolino

An der Apsiswand der Kirche San Leonardo befindet sich ein Gemälde aus den 1740er-Jahren von Gaspare Antonio Baroni Cavalcabò. Es zeigt den heiligen Leonhard von Noblac. In der Kirche von Brancolino stammt die barocke malerische Ausstattung aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und von Pietro Antonio Sorisene. Dort befindet sich außerdem ein kleines Gemälde von Gaspare Antonio Baroni Cavalcabò: „Die Ekstase des seligen Giuseppe da Copertino“ zeigt den Seligen schwebend vor einem Kreuz. Über den Künstler lassen sich die Werke verbinden; ihre dargestellten Heiligen und ihr Format unterscheiden sie zugleich.

Lehrpfad und Wege durch die Landschaft

Der Lehrpfad Sentiero delle „buone Kalendae“ beginnt bei Spine nahe der Distilleria Marzadro und führt durch Weinberge hinauf nach Nogaredo. Für Hin- und Rückweg sind 8,8 Kilometer und etwa fünf Stunden angegeben. Planen Sie die Zeit also für die gesamte Strecke und nicht nur für eine Richtung ein. Wegbedingungen und Einrichtungen können sich ändern; prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Gegebenheiten.

Die Destra Adige Lagarina ist ein hügeliger Reit-, Rad- und Fußweg entlang einer alten Straße; Nogaredo zählt zu den beteiligten Gemeinden. Entlang der Route gibt es sechzehn Informationspunkte mit Tafeln, die von der Fondazione Museo Civico Rovereto betreut wurden. Bei diesem Weg sind saisonale Bedingungen zu berücksichtigen. Zu den landschaftlich wertvollen Bereichen im weiteren Kontext der Destra Adige Lagarina zählen die Ufer der Etsch, einige trockene Flächen und das Waldgebiet oberhalb von Castel Noarna.

Ein lokaler Bezug zur Brennereigeschichte

Auch die Geschichte der Distilleria Marzadro gehört zur Ortsgeschichte: Sie begann 1949 in Brancolino di Nogaredo. Das verankert die Brennerei historisch in einem Ortsteil Nogaredos und ergänzt die kulturellen und landschaftlichen Themen um einen weiteren lokalen Bezug.

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