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Tonadico erschließt sich über unterschiedliche Geschichten: An Fassaden begegnen Ihnen volkstümliche Malereien aus mehreren Epochen, die Chiesa di San Vittore bewahrt mittelalterliche Malereien, und das Wasserkraftwerk Boaletti verbindet Technikgeschichte mit einem naturkundlichen Weg. Auch die Val Canali gehört zum Bild des Ortes: Sie beginnt hinter Tonadico und führt in das dolomitische Herz der Pale di San Martino.

Kunst und Geschichte in Tonadico

An den Fassaden einiger Gebäude finden sich volkstümliche Malereien aus verschiedenen Epochen. Sie prägen den besonderen Charakter, der Tonadico den Beinamen „Pinakothek-Dorf“ eingebracht hat. Der Vergleich mit einer Bildergalerie lenkt den Blick auf die verstreuten Fassadenbilder und ihre unterschiedlichen Entstehungszeiten. Einen anderen Einblick in die Kunstgeschichte bietet die Chiesa di San Vittore e Corona: Bei ihrer Restaurierung wurde eine mittelalterliche malerische Ausstattung freigelegt.

Die Chiesa di San Vittore steht auf einem Hügel über Tonadico. Vom historischen Ortszentrum aus führt ein kurzer, steiler Anstieg hinauf. Wer diesen Weg einplant, kann die Lage der Kirche und ihre mittelalterliche Ausstattung als zusammengehörige Aspekte der Besichtigung betrachten. Die Fassadenmalereien wiederum verteilen sich auf einige Gebäude und stammen aus verschiedenen Epochen – ein anderer Zugang zur Kunstgeschichte des Ortes.

Palazzo Scopoli ergänzt diese kulturelle Perspektive um die Geschichte der Vorratshaltung und um regionale Produkte. Das Gebäude wurde ursprünglich als Getreidespeicher und Lager für Lebensmittel errichtet. In Palazzo Scopoli, der Casa del Cibo, finden Treffen und Verkostungen statt, bei denen Besucher die Produkte des Primiero kennenlernen können. So stehen die frühere Funktion des Hauses und seine heutige Ausrichtung auf Essen und regionale Erzeugnisse nebeneinander.

Villa Welsperg und der Naturpark

Die 1853 errichtete Villa Welsperg liegt am gleichnamigen See und beherbergt das Besucherzentrum des Naturparks Paneveggio Pale di San Martino. Sechs Ausstellungsräume stellen die geografischen Bereiche des Parks dar und orientieren sich an dessen geografischen Sektoren. Damit bietet die Villa einen anderen Schwerpunkt als die Kunst- und Baugeschichte im Ort: Hier geht es um die Gliederung des Naturparks.

Ein eigener Rundgang im Besucherzentrum richtet sich an Kinder und Jugendliche. Kleine Aufgaben begleiten die Route; sie vermittelt Begegnungen mit Tieren des Parks, darunter Hirsche, eine Luchsmutter und Murmeltiere. Das ist ein eigenständiger Zugang zu den Parkthemen neben der Darstellung in den sechs Ausstellungsräumen. Wer sich für Naturparkgeografie interessiert, kann so zwischen einer räumlichen Übersicht und einem Rundgang mit Aufgaben wählen.

Wasserkraft und Val Canali

Das Wasserkraftwerk Boaletti ging 1903 in Betrieb und war eines der ersten Wasserkraftwerke Italiens. Seine restaurierte Anlage ist in den lehrreichen naturkundlichen Weg „Da Tonadico al Cimerlo sul cammino della storia“ eingebunden. Besucher können dort die Geschichte und Funktionsweise der Anlage kennenlernen. Der Weg verbindet damit die Vermittlung naturkundlicher Themen mit einem konkreten Beispiel der Technikgeschichte. Anders als bei der Chiesa di San Vittore steht hier nicht ein kurzer, steiler Anstieg im Mittelpunkt, sondern die Einbindung einer historischen Anlage in einen Lernweg.

Auch die Landschaft lässt sich über konkrete Ortsbeziehungen einordnen. Die Ruinen des Castel Pietra stehen auf einem Felssporn am Eingang zur Val Canali. Die Val Canali beginnt hinter Tonadico und führt in das dolomitische Herz der Pale di San Martino. Castel Pietra verweist damit auf einen markanten Standort am Taleingang, während die Val Canali den Übergang in die Dolomitenlandschaft beschreibt.

Für die Wahl eines Aufenthalts in Tonadico ergeben sich so mehrere unterscheidbare Interessen: Fassadenmalereien, kirchliche Kunst und die Geschichte des Palazzo Scopoli auf der einen Seite; Naturparkgeografie und Tierbegegnungen im Besucherzentrum auf der anderen. Das Wasserkraftwerk Boaletti ergänzt diese Themen um Industriegeschichte und einen naturkundlichen Lernweg. Bei der Planung lässt sich außerdem die Wegbeschaffenheit konkret berücksichtigen: Der Zugang zur Chiesa di San Vittore vom historischen Ortszentrum aus ist kurz, aber steil.

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