Civitella In Val Di Chiana bietet mehrere Anknüpfungspunkte für einen kulturgeprägten Aufenthalt: die mittelalterliche Befestigung, romanische Baukunst, Malerei und Orte der Erinnerung. In der hügeligen und bergigen Landschaft erstrecken sich Olivenhaine und Weinberge; auch ein typisches Gebäck gibt dem lokalen Charakter eine kulinarische Seite. Wenn Sie Ihre Reise planen, können Sie den Schwerpunkt danach wählen, ob Sie Bauwerke, Kunst, Geschichte oder die Verbindung mit Landschaft und regionaler Küche vertiefen möchten.
Tore, Befestigung und romanische Baukunst
Porta Aretina ist ein Zugangstor in der mittelalterlichen Befestigung von Civitella; Porta Senese ist ein weiterer Zugang zum Castello. Bei Porta Senese befindet sich ein Tabernakel aus dem 16. Jahrhundert mit einer polychromen Madonna mit Kind, die der Robbiana-Schule zugeschrieben wird. Die Kirche Santa Maria ergänzt diese Bau- und Kunstbezüge als romanischer Bau, der ungefähr auf das Jahr 1000 zurückgeht. Kirche und Tabernakel eröffnen einen Vergleich zwischen romanischer Architektur und einem religiösen Bildwerk aus dem 16. Jahrhundert. Die Rocca ist täglich rund um die Uhr zugänglich.
Erinnerung, Malerei und lokale Kunst
Die Sala della Memoria wurde 2004 anlässlich des 60. Jahrestags eines der blutigsten NS-Massaker in Italien eingeweiht. Sie zeigt Fundstücke von Opfern, zahlreiche Fotografien des Ortes vor und nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, Archivdokumente, historische Forschungen und Zeugenaussagen. Die unterschiedlichen Materialien stellen persönliche Spuren neben Bild-, Archiv- und Forschungszeugnisse und eröffnen verschiedene dokumentarische Perspektiven auf das Geschehen.
Die Kunstsammlung von Civitella umfasst etwa 200 Gemälde. Die Civica Galleria d’Arte di Civitella in Val di Chiana zeigt Werke von Künstlern, die am nationalen Malereiwettbewerb Premio Città di Civitella teilgenommen haben; dieser Wettbewerb wurde 1964 gegründet. Für Malerei ergeben sich damit zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte: die ungefähre Größe der Sammlung und die Wettbewerbsgeschichte der Galleria.
In der Sala delle Lance des Museo del Sarapino sind lokal gefertigte Kunsthandwerksarbeiten, die von den Mitwirkenden getragenen Kostüme und die für die Giostra del Sarapino verwendeten Zubehörteile zu sehen. Im Unterschied zur dokumentarischen Ausrichtung der Sala della Memoria liegt der Schwerpunkt hier auf Handwerk, Kostümen und Gegenständen im Zusammenhang mit der Giostra.
Landschaft und lokale Küche
Rund um Civitella erstrecken sich Olivenhaine und Weinberge in einer hügeligen und bergigen Landschaft. Damit richtet sich der Blick neben den einzelnen Bauwerken und Sammlungen auch auf die Umgebung des Ortes. Ein typisches Gebäck der Gegend ist Corolli di Civitella: ein ringförmiges Gebäck aus Mehl, Eiern, Zucker, Schmalz, Hefe und Vin Santo. Die Rezepte können je nach Gegend variieren. Landschaft und lokale Spezialität bieten so einen anderen Schwerpunkt als die Beschäftigung mit Architektur, Malerei und Erinnerungskultur.
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