Eine Wanderroute führt von Camprena über Bosco di Marena, Castello di Gressa und Poggiolo zurück nach Camprena. Poggiolo ist zugleich eine landwirtschaftliche Siedlung, die sich in jüngerer Zeit teilweise zu einer überwiegend dem Wohnen dienenden Siedlung gewandelt hat. Routenverlauf und Nutzungswandel zeigen zwei unterschiedliche Seiten des Ortes: seine Einordnung in eine konkrete Wegfolge und die Veränderung seiner Prägung.
Routen mit unterschiedlichen Verläufen
Eine Kammstraße zwischen dem Archiano und dem Torrente Vessa führt über Marena, Poggiolo und Gressa und steigt durch das Tal des Corsalone an. Die Radrunde Soci–Biforco–Soci verläuft von Soci in Richtung Poggiolo, quert den Torrente Gressa an einer Furt und führt am Lago di Marena di sopra entlang. Der Wanderverlauf kehrt nach Camprena zurück, die Kammstraße steigt durch ein Tal, und die Radrunde hat eine Furtquerung sowie einen Abschnitt am See. Diese konkreten Unterschiede geben Ihnen verschiedene Orientierungspunkte, ohne die drei Verläufe zu einer einzigen Route zusammenzufassen. Wenn Sie die Radrunde in Ihre Planung aufnehmen, empfiehlt sich ein Blick auf aktuelle Routeninformationen.
In Poggiolo befindet sich außerdem eine Kapelle. Ihre Lage im Ort ergänzt die landwirtschaftliche Prägung um einen weiteren lokalen Bezugspunkt.
Kulturorte in Bibbiena
In Bibbiena lassen sich mehrere kulturgeschichtliche Themen unterscheiden: Renaissance-Architektur, Klostergeschichte, Fotografie und Archäologie. Santa Maria del Sasso in Bibbiena gilt als einziger Renaissance-Architekturkomplex im Casentino und wurde 1899 zum Nationaldenkmal erklärt. Der Komplex umfasst ein Kloster der Brüder mit angeschlossener Pilgerherberge sowie ein Kloster der Dominikanerinnen. Die Auszeichnung und die unterschiedlichen Klosterbestandteile geben dem Ensemble eine klar erkennbare kunst- und religionsgeschichtliche Einordnung.
In Bibbiena ist die Chiesa e Chiostro di San Lorenzo ein Kulturort, der verschiedene Bauzeiten verbindet. Die Kirche entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf einem früheren Oratorium; der Kreuzgang stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zum Ensemble gehören außerdem frühere Räume eines Franziskanerklosters. An den Seitenaltären befinden sich zwei glasierte Terrakotten von Andrea della Robbia mit Bildnissen von Kardinal Dovizi und Papst Leo X; dargestellt sind die Geburt Christi und die Kreuzabnahme. So stehen ein älterer Sakralbau, ein späterer Kreuzgang und zwei Werke mit unterschiedlichen Bildthemen nebeneinander.
Das CIFA, das Centro Italiano della Fotografia d’Autore, befindet sich in Bibbiena in einem renovierten ehemaligen Gefängnisgebäude aus dem 19. Jahrhundert. Hier trifft die Geschichte eines früheren Gebäudes auf eine Einrichtung für Fotografie. Das Museo Archeologico del Casentino in Bibbiena liegt im Erdgeschoss des Palazzo Niccolini. Seine sechs Säle zeigen die Entwicklung des Casentino-Tals von der Vorgeschichte bis zur späten römischen Kaiserzeit. Ein eigener Ausstellungsbereich widmet sich dem etruskischen Heiligtum von Socana und rekonstruiert dessen Aufbau sowie die keramischen Terrakotta-Verzierungen. Der Vergleich dieser Themen reicht damit von einer langen Talgeschichte bis zu einem einzelnen Heiligtum und seiner baulichen Gestaltung.
Auch das Castello di Gressa verbindet Landschaft und Geschichte: Es steht auf einem felsigen Sporn am gleichnamigen Graben, einem Zufluss des Archiano. Bischof Elemperto veranlasste den Bau zwischen dem 10. Jahrhundert und dem Beginn des 11. Jahrhunderts. Auf der Wanderroute liegt die Burg zwischen weiteren benannten Stationen; ihre Lage und Bauzeit geben diesem Abschnitt einen anderen Charakter als den Rückweg nach Camprena.
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