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Zwischen jahrhundertealten Kastanienwäldern liegt Bagnore, ein Ort mit einer Geschichte, die von Zinnoberverarbeitung, religiösen Erinnerungsorten und sozialem Leben erzählt. Auch eine Gravelbike-Runde von Santa Fiora erreicht Bagnore.

Bagnore und seine historischen Phasen

Bagnore ist eine lineare Siedlung, die sich entlang der Provinzstraße zwischen Arcidosso, dem Bivio delle Aiuole und Santa Fiora erstreckt. Die Straßenachse gehört damit zur räumlichen Beschreibung des Orts: Bagnore wird nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch diese lineare Form charakterisiert.

Ein früheres Kapitel ist die Rolle Bagnore als renommierter sommerlicher Luftkurort. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Ort diesen historischen Status. Die zeitliche Einordnung unterscheidet sich von der späteren Industriegeschichte: Eine Anlage zur Verarbeitung von Zinnober wurde in Bagnore von 1923 bis 1975 betrieben. Das dafür verarbeitete Material stammte vom Monte Labbro. Zeitraum und Herkunft geben diesem Kapitel zwei konkrete Bezugspunkte.

Haus, Kirche und lokale Überlieferung

Die Casa del seguace Marsilio Lorenzoni verbindet zwei Ereignisse der lokalen Geschichte. Dort starb David Lazzaretti am Abend des 18. August 1878. Im selben Haus entstand 1908 die Cooperativa „Il Risorgimento“, aus der die heutige Coop Unione Amiatina hervorging. Rund drei Jahrzehnte liegen zwischen den Ereignissen: Das eine betrifft Lazzarettis Tod, das andere die Entstehung einer Genossenschaft. Der gemeinsame Ort verbindet so religiöse und soziale Geschichte, während die Daten die beiden Kapitel klar unterscheiden.

Ein eigener Zeitanker ist die Pfarrkirche Nostra Signora del Sacro Cuore. Sie wurde 1985 fertiggestellt und von Bischof Eugenio Binini geweiht. Damit lässt sich ihre Entstehung zeitlich von den Ereignissen in der Casa del seguace Marsilio Lorenzoni absetzen. Haus und Kirche stehen für unterschiedliche Bezugspunkte der religiösen Ortsgeschichte.

Mit dem Tabernacolo della Madonna del Castagno ist eine lokale Legende verbunden. Der Überlieferung nach rettete die Madonna einen von Wölfen angegriffenen Hirtenjungen und seine Herde, indem sie die Äste eines Kastanienbaums über sie bog. Anders als die datierten Ereignisse rund um Haus, Genossenschaft und Kirche steht hier eine ausdrücklich legendäre Erzählung im Mittelpunkt. Sie verknüpft den religiösen Ort mit einem Kastanienbaum und der lokalen Überlieferung.

Kastanienlandschaft und Wege

Die Gravelbike-Runde von Santa Fiora führt durch Kastanienwälder, vorbei an Bächen und Lichtungen, und erreicht anschließend Bagnore. Damit verbindet die beschriebene Runde Landschaftselemente mit dem Ort als Ziel. Sie bietet einen anderen Zugang zu Bagnore als die historischen Bezugspunkte: Im Mittelpunkt stehen hier Wald, Wasserläufe und offene Lichtungen entlang der Strecke.

Auch ein erster Abschnitt des Fußwegs von Bagnore ist konkret verortet: Er verläuft entlang der Via Fratelli Cervi und verbindet die Hausnummer 25 mit dem Bereich der Mehrzwecksportanlage von Bagnore. Der fertige Abschnitt benennt damit eine bestimmte Verbindung und ihre Endpunkte. Anders als die Gravelbike-Runde, die von Santa Fiora kommend Bagnore erreicht, ist dieser Fußwegabschnitt über eine Straße und zwei örtliche Bezugspunkte beschrieben.

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