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San Quirico lässt sich über unterschiedliche historische Perspektiven erschließen: Die Pfarrkirche Santi Quirico e Giulitta verbindet ein neoklassizistisches Erscheinungsbild mit einem Travertinportal und einem kunsthistorisch zugeschriebenen Werk. Die Ortsgeschichte führt auch nach Vitozza, wo die Überreste mehrerer Befestigungsanlagen und Kirchen auf eine lange Besiedlungsgeschichte verweisen. Für eine kulturell geprägte Reise stehen damit Kirchenarchitektur, religiöse Kunst und Archäologie nebeneinander. Vitozza eröffnet zugleich einen landschaftlichen Blick, denn die Stätte ist mit den Vie Cave verbunden.

Kirche und Ortsgeschichte

An der Pfarrkirche Santi Quirico e Giulitta sind mehrere konkrete Details zu unterscheiden. Ihr neoklassizistisches Erscheinungsbild prägt den architektonischen Gesamteindruck; an der Fassade befindet sich ein Portal aus Travertin. Die Kirche enthält außerdem eine Terrakotta, die der Robbiana-Schule zugeschrieben wird und die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind darstellt.

Diese Merkmale erschließen unterschiedliche Ebenen: Der Stil betrifft das Erscheinungsbild des Gebäudes, Travertin benennt das Material des Portals, und die Terrakotta setzt mit ihrem Bildmotiv einen eigenen Akzent. Für Bauinteressen stehen Stil und Portal im Vordergrund, für religiöse Kunst das Bildmotiv. So bietet die Kirche mehr als einen einzelnen architektonischen Anknüpfungspunkt für einen kulturellen Aufenthalt.

Die Ursprünge von San Quirico stehen mit dem Ende der Höhlensiedlung Vitozza um die Mitte des 15. Jahrhunderts in Verbindung. Der Name San Quirico geht vermutlich auf eine der drei Kirchen zurück, die sich in der Antike in Vitozza befanden und dem Heiligen geweiht waren. Die Grafen Orsini machten das Gebiet zu einem Landgut mit mehreren Höfen. Zu diesem Landgut gehörte ein Turm, der zunächst Verteidigungs- und Kontrollzwecken diente und später in eine landwirtschaftliche Einheit umgewandelt wurde. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstand in San Quirico eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kapelle. Die Pfarrei Santi Quirico e Giulitta wurde im Zeitraum vom 25. Juli bis zum 24. Oktober 1785 gegründet; ihr Gebiet wurde von S. Maria dell’Aquila abgetrennt. Damit umfasst die Ortsgeschichte sowohl die Nutzung des Gebiets als Landgut als auch die Entwicklung kirchlicher Einrichtungen.

Vitozza: Archäologie und Landschaft

Vitozza, die „Stadt aus Stein“, ist eine archäologische Stätte; die frühesten Nachweise reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Erhalten sind die Überreste mehrerer Befestigungsanlagen und Kirchen. Bei San Quirico gehört das Gebiet von Vitozza zum Archäologischen Park Città del Tufo. Die Stätte ist mit den Vie Cave verbunden; dieser Zusammenhang besitzt archäologischen, geomorphologischen, naturkundlichen und landschaftlichen Wert. Geomorphologisch bedeutet, dass auch Formen und Entwicklung der Landschaft eine Rolle spielen. Vitozza lässt sich deshalb nicht nur über seine Geschichte und baulichen Überreste einordnen, sondern auch über den Zusammenhang zwischen Archäologie und Landschaft. Für Reisende mit Interesse an Kultur und Natur eröffnet diese Verbindung einen zusätzlichen Blick auf das Gebiet.

Eine Radroute als weitere Perspektive

Eine andere Art, San Quirico in die Reiseplanung einzubeziehen, ist die Radrundfahrt „Pitigliano e Sorano: viaggio nella civiltà del tufo“. Sie folgt der Provinzstraße San Quirico (SP 12) und ist damit eine konkrete Radoption neben den Kirchen- und Archäologiethemen. Wenn Radfahren zu Ihren Interessen gehört, ergibt sich so ein eigener Schwerpunkt für die Planung. Oberflächen- und Zugangsbedingungen können sich ändern; prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor der Fahrt.

Weitere Reiseziele entdecken: Filetta, Sant'anna, Sovana, Elmo.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sorano.

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