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Seggiano ist ein kleiner Hügelort auf den Hängen des Monte Amiata. Im Tal des Wildbachs Vivo prägen jahrhundertealte Olivenbäume die Landschaft. Olivenöl, historische Bauwerke und zeitgenössische Kunst bieten unterschiedliche Zugänge, wenn Sie entscheiden, was Sie in Seggiano entdecken möchten.

Olivenkultur in verschiedenen Facetten

Aus der autochthonen Olivastra seggianese wird das native Olivenöl extra Seggiano DOP hergestellt. Das Museo dell’Olio widmet sich diesem lokalen Thema: Das 2012 entstandene Museum ist über den historischen Ortskern verteilt. Konzipiert wurde es von der Gemeinde Seggiano und der Fondazione Le Radici di Seggiano. Sein verteilter Aufbau und die lokale Olivenöltradition sind zwei Aspekte, die das Museum prägen.

Einen weiteren Zugang eröffnet der Olivo nel Cisternone. Die wissenschaftliche Installation umfasst das erste Exemplar der Olivastra seggianese und die weltweit größte Pflanze, die mit aeroponischer Technologie versorgt wird. So stehen in Seggiano sowohl ein traditionelles Produkt als auch eine Installation im Mittelpunkt, die eine besondere Technologie einbezieht. Wer sich für Oliven interessiert, findet damit verschiedene Themen: die lokale Sorte, das daraus hergestellte Öl und eine wissenschaftliche Installation.

Geschichte und sakrale Bauwerke

Seggiano ist erstmals im Jahr 903 belegt. Damals befand sich der Weiler Senganu beziehungsweise Sergiano im Besitz der Abtei San Salvatore am Monte Amiata. Diese frühe schriftliche Erwähnung gibt dem Ort eine lange historische Perspektive; sie steht in einem anderen zeitlichen Rahmen als die Baugeschichte der später entstandenen Sakralbauten.

In der Chiesa di San Bartolomeo bewahrt ein Polyptychon die thronende Jungfrau Maria mit Jesus sowie die Heiligen Bartolomeo, Michele und Johannes den Evangelisten. Die Darstellung macht das Werk zu einem konkreten Anlaufpunkt für alle, die sich neben den Bauwerken auch für sakrale Kunst interessieren.

Das Santuario della Madonna della Carità wurde nach einer Hungersnot Ende des 16. Jahrhunderts errichtet und wahrscheinlich um 1603 fertiggestellt. Im Inneren gliedert es sich in drei Schiffe; neben dem Hauptaltar gibt es sechs weitere Altäre. Die Bauzeit und der Grund für die Errichtung erzählen eine andere Geschichte als die Innenraumgestaltung: Zusammen geben sie Einblick in Entstehung und Aufbau des Heiligtums, ohne dass beide Aspekte gleichgesetzt werden müssen.

Zum Bereich des Castello del Potentino gehören landwirtschaftliche Gebäude und ein L-förmiger Renaissancepalast mit zwei Ecktürmen. Der Bereich wirkt intakt. Seine Beschreibung verbindet ländliche Bauten mit einem klar umrissenen Renaissancebau und ergänzt damit die religiösen und künstlerischen Themen Seggianos um einen weiteren architektonischen Blickwinkel.

Kunst im Freien und ein saisonaler Termin

Der Giardino di Daniel Spoerri ist ein Park für zeitgenössische Kunst in Seggiano. Auf etwa 16 Hektar sind 115 Installationen von 55 Künstlern verteilt. Die Anzahl der Arbeiten kann sich mit der Entwicklung der Sammlung verändern. Der große Maßstab des Parks und die Vielzahl der Installationen geben seiner Kunst einen anderen Rahmen als das einzelne Polyptychon in der Chiesa di San Bartolomeo.

Auch der Jahreskalender kann bei der Planung eine Rolle spielen: Die Festa dell’Olio findet in Seggiano Ende November statt. Prüfen Sie vor Ihrer Reise die Termine der aktuellen Ausgabe. So lässt sich der Festivaltermin als eigener Schwerpunkt berücksichtigen, während Olivenöl, Kunst und Bauwerke unabhängig davon unterschiedliche Themen für einen Aufenthalt bieten.

Weitere Reiseziele entdecken: Pescina, Casone, Cinigiano, Le Rocchette, Pancole, La Torba, Valpiana, Castel Del Piano.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Grosseto.

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