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Der öffentliche Park der Villa Guerrazzi liegt in La Cinquantina. Die Villa befindet sich etwa drei Kilometer von Cecina entfernt an der Straße von San Pietro in Palazzi zum Meer. Zwei Kulturthemen geben dem Ort ein klares Profil: die archäologische Geschichte des Tals des Flusses Cecina und die bäuerliche Lebenswelt der Maremma Settentrionale. La Cinquantina ist damit besonders für Reisende interessant, die archäologische Zeiträume und ländliche Geschichte nebeneinander betrachten möchten.

Archäologie in der Villa Guerrazzi

Die Villa Guerrazzi, auch Villa della Cinquantina genannt, beherbergt das Museo Archeologico di Cecina. Seine Ausstellung verfolgt die Geschichte des Tals des Flusses Cecina von der Altsteinzeit bis zur römischen Zeit und widmet den Etruskern besondere Aufmerksamkeit. Der weite zeitliche Rahmen wird durch konkrete Grabfunde ergänzt: Das Museum zeigt die vollständige Grabausstattung aus Grab A der Nekropole Casa Nocera in Casale Marittimo.

Ein weiterer Bezugspunkt ist ein etruskisches Grab aus Casaglia aus dem späten 7. Jahrhundert v. Chr. Es ist im Museumsgarten vollständig rekonstruiert. Entdeckt wurde das Grab 1932; später wurde es abgebaut und im Park der Villa Guerrazzi neu aufgestellt. Die Funde aus Casa Nocera und das rekonstruierte Grab aus Casaglia bieten unterschiedliche Zugänge zur etruskischen Vergangenheit: hier die Grabausstattung aus Grab A einer Nekropole in Casale Marittimo, dort ein Grab, das heute im Museumsgarten rekonstruiert ist.

Eine spätere Ortsgeschichte

Mit Francesco Domenico Guerrazzi verbindet sich eine weitere historische Zeitebene. Er kaufte 1868 die Farm in La Cinquantina, verbrachte dort die letzten Jahre seines Lebens und starb 1873 ebenfalls dort. Diese biografische Spur aus dem 19. Jahrhundert steht neben der deutlich älteren etruskischen Geschichte. Zusammen mit der Ausstellung zur Entwicklung des Tals entsteht so ein zeitlicher Bogen, der von der Altsteinzeit bis in die jüngere Ortsgeschichte reicht, ohne die verschiedenen Themen gleichzusetzen.

Ländliches Leben und landwirtschaftliche Arbeit

Das Museo della Vita e del Lavoro della Maremma Settentrionale befindet sich in La Cinquantina an der Via Francesco Domenico Guerrazzi. Es zeigt Einrichtungsgegenstände und Geräte, die das Landleben in der Umgebung dokumentieren. Sein Ausstellungsrundgang behandelt die bäuerliche Lebenswelt vom späten 19. Jahrhundert bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damit richtet sich der Blick auf Alltag und Arbeit, während das Museo Archeologico di Cecina die weit zurückreichende Geschichte des Tals und die Etrusker in den Mittelpunkt stellt.

Zu den Geräten des Museums zum ländlichen Leben gehören ein Getreidegebläse und ein Trommelsieb zur Reinigung von Getreide sowie eine elektrische Traubenabbeermaschine zur Verarbeitung von Trauben. Die Beispiele benennen konkrete Tätigkeiten, statt ländliches Leben nur allgemein zu umreißen. Wer sich für landwirtschaftliche Arbeitsmittel und bäuerliche Lebenswelten interessiert, findet hier einen anderen Schwerpunkt als bei den archäologischen Sammlungen. Für die Einordnung der beiden Museen ist deshalb vor allem die unterschiedliche Perspektive hilfreich: Das eine verfolgt lange historische Zeiträume, das andere zeigt Gegenstände und Geräte aus dem Alltag der Umgebung.

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