In Carrara begegnet Marmor auf unterschiedliche Weise: als Material, das bearbeitet wurde, als Thema der Kunst und als Skulptur im Freien. Museen, ein Park und eine Führung zur Geschichte des Steinbruchs setzen jeweils eigene Schwerpunkte. So können Sie für Ihren Aufenthalt gezielt zwischen Kunstentwicklung, Arbeitsgeschichte und öffentlichen Skulpturen wählen.
Marmor als Material und Arbeitsgeschichte
Das Museo Civico del Marmo zeigt archäologische Funde, grafische und fotografische Dokumente, Maschinen zur Marmorverarbeitung, Abgüsse, didaktische Modelle und Marmorproben. Die Sammlung führt damit von der Geschichte des Materials bis zu seiner Bearbeitung und Darstellung. Anhand der Maschinen und Modelle lässt sich die Verarbeitung als eigener Teil der Marmorgeschichte betrachten; Funde und Dokumente ergänzen diesen Blick um archäologische und dokumentarische Perspektiven.
Auch die Steinbrüche gehören zu dieser langen Geschichte: In dieser Gegend von Carrara wird Marmor seit der Römerzeit abgebaut. Vom Stadtzentrum aus sind die Marmorbrüche mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Fahrrad erreichbar. Wer sich für die Arbeit im Steinbruch interessiert, findet in der Cava Museo Fantiscritti eine 45-minütige Führung. Sie behandelt 2.000 Jahre Steinbruchgeschichte, Kunstgeschichte und das soziale Leben der dort tätigen Arbeiter. Außerdem geht es um historische Verfahren zur Bearbeitung und zum Transport von Marmor. Vor der Reise sollten Sie die Modalitäten der Führung nochmals bestätigen.
Skulptur und Kunst im Wandel
Das mudaC – Museo delle Arti di Carrara widmet sich der Skulptur und ihrer stilistischen sowie materiellen Entwicklung. Es dokumentiert die künstlerische Entwicklung der Stadt von den 1950er-Jahren bis zur Gegenwart. Das Museum befindet sich im Komplex von San Francesco aus dem 17. Jahrhundert, zu dem eine Kirche und ein angeschlossenes Kloster gehören. Hier steht die Skulptur im Mittelpunkt: Ihr Wandel lässt sich sowohl über den Stil als auch über das verwendete Material betrachten.
Einen anderen Zugang eröffnet das CARMI – Museo Carrara e Michelangelo. Es ist in der Villa Fabbricotti untergebracht, einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert im Parco della Padula. Im Piano nobile, dem Hauptgeschoss, präsentiert das CARMI eine Hommage an den Bildhauer Michelangelo. Dazu gehört der Bezug zu Carraras Marmor, den Michelangelo in Meisterwerken verwendete, die über verschiedene Epochen hinweg anerkannt sind. Das Museum verbindet so den Namen des Künstlers mit dem Marmor der Stadt.
Eine weitere künstlerische Darstellung findet sich in der Galerie Il Ravaccione: Dort beherbergt die Galerie ein Wandbild des Künstlers OZMO, das Michelangelos Schöpfung Adams darstellt. Das Motiv setzt neben den Museen einen eigenen Akzent auf Michelangelo und seine künstlerische Wirkung.
Skulpturen im Freien
Im Parco della Padula ist eine permanente Ausstellung von Skulpturen im Freien zu sehen. Die Werke entstanden 2002 anlässlich der Internationalen Skulpturenbiennale der Stadt Carrara, als Teil der Freiluftsektion Scolpire il Marmo. Anders als die Sammlungen in den Museen begegnet Ihnen die Skulptur hier im Außenraum. Der Park ist für Menschen mit Behinderungen zugänglich und kann kostenlos besucht werden.
Die Angebote setzen damit unterschiedliche Schwerpunkte: Das Museo Civico del Marmo erschließt Material, Verarbeitung und Dokumente; mudaC verfolgt die Entwicklung der Skulptur und der Kunst in Carrara; CARMI und die Galerie Il Ravaccione stellen Bezüge zu Michelangelo her. Im Parco della Padula kommen Skulpturen unter freiem Himmel hinzu. Für eine vertiefte Beschäftigung mit der Geschichte der Steinbrucharbeit bietet sich die Führung in Fantiscritti an; sie verbindet historische Verfahren mit dem Leben der Arbeiter. So können Sie Ihre Kulturstopps danach auswählen, ob Sie eher die Bearbeitung des Marmors, die bildende Kunst oder die Geschichte der Steinbrüche in den Mittelpunkt stellen möchten.
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