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Villafranca in Lunigiana liegt im mittleren Abschnitt des Magratals und ist überwiegend von flachen und hügeligen Landschaften geprägt. Die sonnigsten und am besten ausgerichteten Terrassen sind von Weinbergen bedeckt. Auch die Via Francigena, Filetto und Malnido geben dem Ort unterschiedliche kulturgeschichtliche Bezüge: vom Pilgerweg über eine besondere Ortsstruktur bis zu mittelalterlichen Bauwerken.

Landschaft und Wege

Das Naturschutzgebiet Fiume Magra umfasst auch Gebiet der Gemeinde Villafranca in Lunigiana. Eine weitere wichtige Routenbeziehung ist die Via Francigena, die Villafranca durchquert. Damit verbindet sich die Ortsgeschichte mit einem über Villafranca hinausreichenden Weg, während die konkreten Bauwerke entlang seiner Strecke jeweils eigene Geschichten erzählen.

Für eine Radtour ist die Route 20 der Lunigiana Bike Area eine klar umrissene Option. Sie beginnt in Selva di Filetto, gegenüber dem Oratorio di San Genesio, ist 16 Kilometer lang und weist einen mittleren körperlichen Schwierigkeitsgrad auf. Länge und Einstufung helfen, diese Tour als eigene Aktivität einzuordnen; sie sind von den kulturellen Themen des Ortes zu unterscheiden.

Dörfer und historische Bauwerke

Filetto bewahrt eine rechteckige Ortsstruktur: Die Straßen verlaufen rechtwinklig zueinander, zentrale Plätze gehören zum Aufbau des Ortes. Der Borgo degli Ariberti erweitert den älteren Teil von Filetto als spätmittelalterliche Renaissance-Erweiterung. Diese beiden Merkmale erzählen unterschiedliche Kapitel der Ortsentwicklung, ohne dass dafür ein einzelnes Bauwerk stehen muss. Ebenfalls in Filetto wurde 1665 das Kloster der Hospitalbrüder des heiligen Johannes von Gott gegründet; zu seiner Geschichte gehört ein Krankenhaus.

Das Castello di Malnido stammt aus dem 12. Jahrhundert und war die Residenz der Familie Malaspina dello Spino Secco. In Villafranca erinnert zudem der Parco Dantesco di Malnido an Dante; das Werk des Künstlers Luciano Massari entstand 2006. In der Nähe der Burgruinen liegt die Kirche San Niccolò am Zusammenfluss von Bagnone und Magra. Von ihr sind der Glockenturm und einige weitere Überreste erhalten. Die Kirche liegt außerdem am Verlauf der Via Francigena. In Groppofosco wurde die Kirche Santa Maria Assunta zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert am Verlauf dieses Weges erbaut.

Museum und bäuerliche Kultur

Das Museo Etnografico della Lunigiana befindet sich in einem Komplex alter Gemeinschaftsmühlen, die seit dem 15. Jahrhundert dokumentiert sind. Seine Ausstellung gliedert sich in 13 Themenbereiche. Zu sehen sind Gegenstände des bäuerlichen Alltags, darunter Haushaltsutensilien und Arbeitsgeräte, ebenso wie magisch-schützende und religiöse Objekte. So stehen praktische Tätigkeiten und Vorstellungen aus der bäuerlichen Kultur der Lunigiana nebeneinander.

Das Museum bietet Besuchern auch Außenrouten zur Erkundung von Dörfern, Burgen, Mühlen und Ölmühlen an. In einem angrenzenden Atelier können Schulen und Erwachsene das Weben praktisch an vorbereiteten Webstühlen erlernen. Für die inhaltliche Einordnung ergänzen sich damit die Ausstellung, die angebotenen Routen und eine konkrete handwerkliche Tätigkeit.

Jährliche Traditionen

Am 5. Dezember wird jedes Jahr im historischen Zentrum von Villafranca die Tradition des Falò di S. Niccolò begangen. Dabei wird nahe dem Schloss ein gesegneter großer Holzstapel verbrannt. Prüfen Sie vor der Reise das genaue Programm, wenn Sie den Termin einplanen möchten.

Die Fiera di San Genesio findet jedes Jahr in Selva di Filetto statt und umfasst Verkostungen traditioneller Spezialitäten der Lunigiana. Ihre Ursprünge reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Für den Falò ist der 5. Dezember der jährliche Termin; die Fiera di San Genesio findet ebenfalls jedes Jahr statt.

Weitere Reiseziele entdecken: Malgrate, Prota, Bagnone, Pontremoli, Montignoso, Aulla, Caniparola, Arpiola-pianturcano.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Massa-Carrara.

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