Asciano verbindet Baugeschichte, Kirchen und Wege mit konkret benannten Start- und Zielpunkten. Das Cisternone des Acquedotto Mediceo bildet einen markanten historischen Bezugspunkt; daneben geben die Pieve di San Giovanni Battista, das Oratorio di San Rocco und die Chiesa di Nostra Signora di Fatima verschiedene Zeitspuren des Ortes wieder.
Cisternone und Acquedotto Mediceo
Das Cisternone ist ein historisches Gebäude und Teil des Acquedotto Mediceo. Es wurde 1695 als Teil des Aquäduktkomplexes errichtet und befindet sich im geschützten Gebiet ANPIL Valle delle Fonti. Der Aquädukt selbst wurde 1592 begonnen und umfasste mehr als 900 Bögen auf einer Strecke von sechs Kilometern. Die beiden Jahreszahlen markieren unterschiedliche Etappen: den Beginn des Aquädukts und den später errichteten Bau in Asciano.
Im Cisternone befindet sich ein Modell des Acquedotto Mediceo von Pisa und seiner Umgebung. Im Maßstab 1:1000 nimmt es rund 60 Quadratmeter ein und zeigt den Zustand aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. So stehen am selben Ort die Geschichte des Bauwerks und eine spätere historische Darstellung nebeneinander. Wer sich für die Entwicklung der Wasserleitung interessiert, findet hier einen konkreten Anknüpfungspunkt für die anschließende Beschäftigung mit ihrer Strecke.
Kirchen mit unterschiedlichen Zeitspuren
Die erste überlieferte Erwähnung der Pieve di San Giovanni Battista in Asciano stammt aus dem Jahr 1137. An ihrer Fassade liegen sauber behauene Kalksteinquader aus den Steinbrüchen von San Giuliano. Ein weiteres Detail befindet sich am Glockenturm: Dort trägt die Struktur die Inschrift „1914 Il Popolo“. Die Erwähnung aus dem 12. Jahrhundert, die Herkunft des Fassadensteins und die Inschrift geben verschiedene historische Bezugspunkte, ohne sie zu einer einzigen Bauphase zusammenzufassen.
Beim Oratorio di San Rocco reicht der erste dokumentierte Nachweis in die zwischen 1622 und 1657 verzeichneten Pastoralbesuche zurück; restauriert wurde das Oratorium 1888. Die Chiesa di Nostra Signora di Fatima ist dagegen ein Bau aus dem Jahr 1986, entworfen vom Architekten Gabriele Bonaguidi. Die kleine Kapelle hat ein Satteldach und einen einschiffigen Innenraum. Zusammen bieten die drei Bauwerke unterschiedliche Ansatzpunkte für einen kulturhistorischen Rundgang durch Asciano.
Wege rund um Asciano
Viele Abschnitte des Acquedotto Mediceo zwischen Asciano und Pisa können zu Fuß oder mit dem Fahrrad begangen beziehungsweise befahren werden. Der Abschnitt in Asciano liegt an der Via dei Condotti, die ebenfalls zum Spazierengehen und Radfahren genutzt wird. Sie bildet außerdem den Anfang des Trekkingwegs „La Via degli Acquedotti“: Die Route verbindet Pisa und Lucca über den Monte Pisano. Damit stehen ein örtlicher Bezug zum Aquädukt und eine weiterführende Verbindung zwischen zwei Städten in einem thematischen Zusammenhang.
Andere Wege haben eigene Bezugspunkte. Der Sentiero 117 beginnt in Loc. Asciano Valle an der Straße zur Casa del Polacco, dem Zugang zum ANPIL Monte Castellare. Am Weg befinden sich ein Centro Parco und eine Foresteria für die Aufnahme von Wanderern. Wenn Sie diese Einrichtungen nutzen möchten, prüfen Sie vorab ihren aktuellen Zugang. Der Sentiero 121 führt dagegen vom Cisternone des Acquedotto Mediceo hinauf nach Mirteto. Diese konkreten Start- und Zielpunkte helfen, die Routen nach dem jeweiligen Wegverlauf zu unterscheiden; Gehzeiten und Schwierigkeitsgrade sind damit nicht angegeben.
Garten und Mirteto
Für einen anderen Akzent steht der Giardino dei Profumi: Er ist ein kleiner botanischer Garten in Asciano mit mehreren besonders wichtigen Blumenarten. Im Umfeld von Mirteto liegen außerdem die Überreste der antiken, verlassenen Einsiedelei Santa Maria di Mirteto. Zu den erhaltenen Strukturen gehören klösterliche Nebengebäude, Häuser, Getreidespeicher und eine Ölmühle. Diese Orte ergänzen die Bauwerke und Wege um botanische und historische Themen.
Weitere Reiseziele entdecken: Ripafratta, Madonna Dell'acqua, Gello, Arena Metato, Molina Di Quosa-Rigoli
Zur übergeordneten Reiseübersicht: San Giuliano Terme.