Volterra verbindet etruskische Archäologie, mittelalterliche Baukunst und Kunstsammlungen mit der Landschaft der Alta Val di Cecina. An der Etruskischen Akropolis, im Palazzo dei Priori und in den Museen begegnen unterschiedliche Epochen und Themen. So lässt sich der kulturelle Charakter der Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen – von archäologischen Schichten über Fresken bis zur Geschichte des Alabasters.
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Mittelalterliche Baukunst und Malerei
Der Bau des Palazzo dei Priori begann in den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts nach einem Entwurf des Baumeisters Riccardo da Como und wurde 1257 abgeschlossen. Der Ratssaal verbindet den Bau mit einem späteren Kapitel der Kunstgeschichte: Dort befindet sich ein Fresko aus dem Jahr 1383 von Iacopo di Cione Orcagna. Es zeigt die Verkündigung der Heiligen Giusto, Ottaviano, Cosma und Damiano. Baugeschichte und Fresko verweisen damit auf verschiedene Jahrhunderte und bieten zwei konkrete Anknüpfungspunkte für die Beschäftigung mit Architektur und Malerei in Volterra.
Etruskische und römische Spuren
Auf der Etruskischen Akropolis im Piano di Castello lässt sich Volterras Entwicklung anhand übereinanderliegender archäologischer Schichten von der Vorgeschichte bis zum 15. Jahrhundert nachvollziehen. Sichtbar sind die Fundamente zweier als Tempel A und B identifizierter Gebäude; zwischen ihnen verläuft eine intertemplare Straße. Die Anordnung der Tempel und der Straße gibt der Fundstätte eine erkennbare räumliche Gliederung.
Zu den weiteren Überresten der Akropolis zählen hellenistische Wohnhäuser, ein Zisternensystem mit der sogenannten Piscina sowie mittelalterliche Turmanlagen. Auch Straßen auf älteren Fundamenten gehören zum archäologischen Bild des Ortes. Die verschiedenen Befunde machen deutlich, dass die Akropolis nicht nur eine einzelne Bauphase repräsentiert, sondern Spuren aus mehreren Zeitabschnitten bewahrt. Eine andere Epoche vertritt das Römische Theater im archäologischen Gebiet von Vallebuona: Es stammt aus der augusteischen Zeit.
Das Museo Etrusco Guarnacci bewahrt eine der bedeutendsten Sammlungen etruskischer Altertümer weltweit und zählt zu den ältesten öffentlichen Museen Europas. Akropolis und Museum setzen unterschiedliche Schwerpunkte: An der Akropolis stehen bauliche Überreste und archäologische Schichten im Blick, im Museo Guarnacci die Sammlung etruskischer Altertümer.
Sakrale Kunst und Alabaster
Das Museo Diocesano d’Arte Sacra befindet sich in der Kirche Sant’Agostino. Es zeigt hauptsächlich Werke aus der Kathedrale von Volterra und anderen Stadtkirchen, darunter Gemälde, Reliquiare und liturgische Ausstattungsgegenstände. Architekturfragmente, Kunstwerke und liturgische Objekte stehen außerdem mit der Entwicklung des Erscheinungsbilds der Kathedrale im Lauf der Jahrhunderte in Verbindung.
Die Pinacoteca di Volterra befindet sich seit 1982 im Renaissancepalast Palazzo Minucci Solaini. Damit ergänzen sich in Volterra unterschiedliche Museumsbezüge: die sakrale Kunst und Kathedralgeschichte, die etruskische Sammlung und die Pinacoteca im Renaissancepalast. Das Ecomuseo dell’Alabastro lenkt den Blick auf einen Werkstoff und seine Verarbeitung. Es zeichnet den Weg des Alabasters vom Abbau im Steinbruch über die Verarbeitung bis zum Handel nach – eine Abfolge, die den gesamten Weg vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt umfasst.
Wald und Landschaft der Alta Val di Cecina
Wer einen landschaftsbezogenen Schwerpunkt sucht, findet im Berignone-Wald gepflegte Wege, die eine sichere Erkundung des Waldes ermöglichen. Lehrtafeln informieren unterwegs über das Leben im Wald. Das Naturreservat Foresta di Berignone ist Teil des etwas größeren Berignone-Waldes in der Alta Val di Cecina. Dieses Waldgebiet erstreckt sich zwischen den Gemeinden Volterra und Pomarance über mehr als 2.000 Hektar Wald und Macchia.
Die archäologischen Orte und Sammlungen setzen den Schwerpunkt auf Geschichte, Kunst und bauliche Zeugnisse; die Wege und Lehrtafeln im Berignone-Wald richten ihn auf Natur und Waldleben. Diese unterschiedlichen Themen bieten eine konkrete Orientierung bei der Frage, welche Seiten der Umgebung Sie während Ihres Aufenthalts näher kennenlernen möchten.
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