Fighine hat einen prägnanten kulturellen Schwerpunkt: Die Chiesa di San Michele Arcangelo nutzt einen Turm der Befestigungsanlage als Apsis. Diese Verbindung von Burg und Kirche eröffnet einen roten Faden für die Entdeckung des Ortes. Dazu kommen eine klar gegliederte Kernburg, Gemälde mit Heiligendarstellungen und Wege durch die kleinen Gassen innerhalb der Mauern.
Die Form des Castello di Fighine
Die heutige Kernburg des Castello di Fighine bewahrt eine viereckige Form mit drei Ecktürmen. Darunter ist die Torre Vecchia der deutlich höhere quadratische Turm. Auch die Verteidigungsmauern prägen das Bild: Sie sind etwa 1,5 Meter dick und werden von kleinen Rundtürmen unterbrochen. So treten unterschiedliche Formen nebeneinander auf – die viereckige Kernburg, der hohe quadratische Turm und die kleinen Rundtürme. Wer sich für historische Bauformen interessiert, findet hier konkrete Merkmale, an denen sich die Anlage gedanklich erschließen lässt.
Chiesa di San Michele Arcangelo: Architektur und Kunst
Die Chiesa di San Michele Arcangelo verbindet die Kirchenarchitektur mit der Befestigungsanlage: Einer ihrer Türme dient als Apsis. Das Langhaus ist einschiffig, dazu kommen ein Sparrendach und ein Terrakottaboden. Raumform, Dachkonstruktion und Bodenmaterial ergeben drei unterschiedliche architektonische Details. Sie ergänzen die besondere Lage der Apsis um Merkmale des Kirchenraums selbst.
Auch die Gemälde geben unterschiedliche kunsthistorische Bezugspunkte. Hinter dem Hauptaltar befindet sich ein Bild des heiligen Michael von Bonichi aus Lucignano aus dem Jahr 1750. Weitere Gemälde zeigen Heilige und stammen aus der umbrischen Schule von Orvieto sowie der florentinischen Schule. Das Bild hinter dem Altar ist damit konkret mit einem Motiv, einem Künstler, einem Ort und einem Jahr verbunden; die übrigen Werke sind über ihre Schulzugehörigkeit charakterisiert.
Zwei historische Bezugspunkte
Für die Geschichte Fighines sind zwei Daten mit unterschiedlichen Bezugspunkten überliefert. Die erste Erwähnung des Ortes steht im Zusammenhang mit der Pieve di Santa Maria de Fighine im Placitum von 1058. Das Castello di Fighine wird in einem Edikt von 1266 genannt, mit dem Kaiser Friedrich von Schwaben es dem Viscount von Campiglia überließ. Das eine Datum gehört zur frühen Erwähnung Fighines, das andere zur Nennung der Burg und ihrer Überlassung.
Wege durch Fighine und ein Wanderhinweis
Außerhalb der Mauern können Besucher in der Nähe von Santa Maria delle Grazie parken und bergauf zum Haupteingang gehen. Innerhalb der Mauern führen kleine Gassen und Treppen zur Chiesa di San Michele Arcangelo. So gehören der Weg hinauf zum Eingang und die Wege durch den Ort zu den praktischen Orientierungspunkten für den Besuch. Da sich örtliche Zugangsbedingungen ändern können, prüfen Sie die aktuelle Parksituation vor Ihrer Ankunft.
Ein weiterer Wanderbezug ist der Sentiero Le Fighine. Sein Ausgangspunkt liegt an einem Parkplatz knapp außerhalb des historischen Zentrums von San Casciano dei Bagni. Auf dem Weg steht Croce di Fighine, ein hölzernes Kreuz in einem Kiefernwald. Die Angaben zu Ausgangspunkt und Wegzeichen geben Wanderinteressierten konkrete Orientierung, ohne den Weg mit den Gassen innerhalb Fighines gleichzusetzen.
Weitere Reiseziele entdecken: Palazzone, Celle Sul Rigo.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: San Casciano Dei Bagni.