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Murlo verbindet einen konkreten archäologischen Schwerpunkt mit einem historischen Ortsbild. Im Zentrum des kleinen Borgo ist das Antiquarium di Poggio Civitate im ehemaligen Bischofspalast eingerichtet. Die Ausgrabungen von Poggio Civitate, die Mauern des Castello di Murlo und Wege im Naturschutzgebiet Basso Merse ergänzen diesen Blick um unterschiedliche Aspekte des Ortes und der Gemeinde.

Etruskische Funde und Bauphasen

Das Antiquarium beherbergt archäologische Funde aus dem Gemeindegebiet von Murlo, insbesondere aus der bedeutenden etruskischen Fundstätte Poggio Civitate. Damit haben Museum und Ausgrabungsstätte unterschiedliche Bezugspunkte: Die Sammlung umfasst Funde aus dem Gemeindegebiet, während sich an der Fundstätte die freigelegten Überreste eines herrschaftlichen Areals betrachten lassen.

In Poggio Civitate legten die Ausgrabungen Überreste etruskischer Paläste frei. Erkennbar sind eine orientalisierende und eine archaische Bauphase aus dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. Das älteste Gebäude, ebenfalls als orientalisierend bezeichnet, wird auf etwa 630 v. Chr. datiert. Die Zeitangaben unterscheiden die beiden Bauphasen von der ungefähren Datierung dieses ältesten Gebäudes. Wer sich für etruskische Architektur interessiert, findet hier einen klar umrissenen Schwerpunkt: Palastüberreste, ein herrschaftliches Areal und eine über mehrere Jahrhunderte eingeordnete Baugeschichte.

Borgo, Castello und Pieve

Das Castello di Murlo war das Hauptzentrum des bischöflichen Lehens und Sitz der Bischöfe von Siena. Auch die umgebenden Mauern prägen den historischen Bezug des Borgo: Auf fast dem gesamten Umfang sind sie noch sichtbar. Entlang des Umfangs befinden sich zwei Tore, eines im Norden und eines im Süden beziehungsweise Westen. So gehören sowohl die frühere Rolle des Castello als auch der Verlauf der Mauern zu den konkreten Anhaltspunkten für die Beschäftigung mit Murlo.

Einen eigenen kirchlichen Bezug bietet die Pieve di S. Maria a Carli, eine Kirche in der Ortschaft Pieve a Carli bei Murlo. Sie ist seit 1081 belegt und wurde 1767 restauriert. Die beiden Jahreszahlen benennen verschiedene Stationen: 1081 bezieht sich auf den Beleg der Kirche, 1767 auf ihre Restaurierung. Die Pieve ergänzt damit die archäologischen und bischöflichen Bezüge um ein weiteres, zeitlich anders verankertes Bauwerk.

Wege im Basso Merse und durch Murlo

Das Naturschutzgebiet Basso Merse umfasst einen Teil der Gemeinde Murlo. Ein Weg im Schutzgebiet führt zur Einsiedelei Eremo di Montespecchio, die auch Conventaccio genannt wird. Für die Planung ist das eine andere Art von Ziel als die archäologischen Stätten: Hier steht ein Weg durch das Schutzgebiet mit der Einsiedelei als Ziel im Mittelpunkt. Zugangsbedingungen können sich ändern; prüfen Sie sie vor dem Besuch.

Eine weitere konkrete Gehoption ist der Rundweg zu den Ausgrabungen von Poggio Civitate. Er ist knapp 5 km lang und beginnt und endet in Murlo. Diese Angaben geben Länge und Verlauf der Runde vor, nicht jedoch eine Gehzeit. Auch Wegbedingungen können sich ändern; prüfen Sie sie vor dem Aufbruch.

Für Radreisende verläuft die permanente Eroica-Strecke durch die Gemeinde Murlo. Das ist ein eigener Routenbezug neben den genannten Wegen. Da sich Routendetails ändern können, gleichen Sie diese vor einer Fahrt ab. So lassen sich die Interessen an Archäologie, Ortsgeschichte, Wegen und Radfahren als unterschiedliche Schwerpunkte bei der Wahl des Reiseziels berücksichtigen.

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