Auf einem 333 Meter hohen Hügelsporn und etwa 10 Kilometer östlich von Perugia liegt Civitella d’Arna. Der Ort verbindet einen weit zurückreichenden archäologischen Hintergrund mit markanten Bauwerken, Kirchenkunst und einer Radtour, die Civitella als Besichtigungspunkt nennt. Auch das Profil von Perugia ist von hier aus zu sehen. Für Ihre Planung stehen damit unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander: Ortsgeschichte und Kunst auf der einen, eine längere Radstrecke auf der anderen Seite.
Von der Eisenzeit zur Burg
Archäologische Funde datieren die menschliche Nutzung Civitella d’Arnas in die Eisenzeit, zwischen das 9. und 8. Jahrhundert v. Chr. Etruskische Gräber belegen die Entwicklung der Stadt Arna ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. Später geriet Arna um das 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr. in den römischen Einflussbereich. Die Stadt wurde Municipium und war um 90 v. Chr. Bischofssitz. Diese zeitlich weit auseinanderliegenden Stationen geben der Ortsgeschichte eine lange Perspektive, ohne die einzelnen Epochen zu einer einzigen Entwicklung zusammenzufassen.
Ein späterer markanter Bau ist das Castello di Civitella d’Arna, das um 1297 auf römischen Fundamenten errichtet wurde. Zu den erhaltenen Teilen zählen die Eingangsbastion und ein Bogen aus dem 14. Jahrhundert. Im Inneren bewahrt die Burg römische Zisternen, die als gut erhalten beschrieben werden; auch die Zisternen, über denen die Burg errichtet wurde, sind erhalten. Die römischen Spuren und die mittelalterlichen Bauteile machen das Castello zu einem konkreten Bezugspunkt, wenn Sie die verschiedenen Zeitschichten des Ortes einordnen möchten.
Kirchenkunst und weitere Zeugnisse
In der Chiesa di San Lorenzo befinden sich zwei Werke aus unterschiedlichen Zusammenhängen: ein auf 1492 datiertes Gonfalon, das Bartolomeo Caporali zugeschrieben wird, und ein Gemälde des peruginischen Malers Domenico Bruschi. Die Chiesina di San Filippo wurde um 1650 von den Filippini-Patres erbaut; dort befindet sich ein Gemälde von Francesco Appiani. Die Werke geben Anlass, neben den Bauwerken auch die Kunstbezüge Civitella d’Arnas in den Blick zu nehmen.
Weitere bauliche Bezugspunkte setzen unterschiedliche Daten: Die Friedhofskapelle San Cristoforo wurde 1189 erbaut, während die Fonte dell’Osteria aus dem 16. Jahrhundert stammt. Eine Antefix mit dem Kopf einer Mänade aus Civitella d’Arna befindet sich im Museo Archeologico Nazionale dell’Umbria. Zusammen mit dem Gonfalon und den Gemälden erweitert sie den Blick auf die Ortsgeschichte um ein archäologisches Objekt, das heute in einem Museum in Perugia zu sehen ist.
Radtour und Ausblick
Der 64,2 Kilometer lange „Itinerario 5 – Ponte San Giovanni e Fratticiola Selvatica“ nennt Civitella d’Arna als einen seiner Besichtigungspunkte. Die Tour verläuft auf Asphalt und unbefestigten Wegen; empfohlen werden Gravelbikes, Mountainbikes und E-Bikes. Diese Angaben helfen Ihnen, die Strecke und ihre Beläge in die eigene Radplanung einzuordnen. Prüfen Sie vor der Tour die aktuellen Routenbedingungen.
Der Blick auf das Profil von Perugia ergänzt den kulturellen Schwerpunkt um eine landschaftliche Orientierung. So lässt sich Civitella d’Arna sowohl über seine archäologischen und baulichen Zeugnisse als auch über die Perspektive auf die nahe Stadt betrachten. Die Radtour bietet eine andere Größenordnung als die Besichtigung einzelner Werke und Bauzeugnisse: Sie ist als 64,2 Kilometer lange Strecke ausgewiesen, während die historischen Punkte konkrete Daten und Objekte in den Mittelpunkt stellen.
Feste und wiederkehrende Termine
Proarna organisiert das Festa delle Campane e del Dialetto Perugino seit 2000. Ein Theaterspektakel, das im Programm von 2019 beschrieben wurde, erinnerte an den Glockenguss von 1850 in Civitella d’Arna und gipfelte in einem tatsächlichen Metallguss. Dieses konkrete Beispiel gibt Einblick in einen Teil des Festprogramms, ist aber keine Zusage für ein künftiges Programm. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die aktuellen Festtermine und Programmpunkte.
Zu den überlieferten wiederkehrenden Bräuchen zählen auch die „Faloni“ der Immacolata: Sie werden jedes Jahr am 14. August und am 7. Dezember entzündet. Wenn Sie Ihre Reise an einem dieser Daten ausrichten möchten, prüfen Sie die konkreten Arrangements vorab. So können Sie zwischen einem Aufenthalt mit Schwerpunkt auf Geschichte und Kunst und einer Planung wählen, die zusätzlich eine Radtour oder einen der genannten Termine berücksichtigt.
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