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Monte Santa Maria Tiberina liegt auf einem aussichtsreichen Hügel über einer fruchtbaren Ebene, durch die der Bach Aggia fließt. Von der erhöhten Lage reicht der Blick über umbrische und toskanische Täler. Für die Reiseplanung verbinden sich hier Ortsgeschichte und Wege in der Landschaft: Im Ort stehen Bauwerke der Familie Bourbon del Monte im Mittelpunkt, während historische Routen auch mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß begehbar sind. So können Sie abwägen, ob Sie mehr Zeit für die Baugeschichte im Ort oder für Wege durch die Landschaft einplanen möchten.

Palazzo, frühere Burg und Museumsinhalte

Der Palazzo Bourbon del Monte, auch Castello oder Palazzo Marchionale genannt, wurde zwischen 1564 und 1614 auf den Bauwerken einer früheren Burg errichtet. Das Marchesato der Familie Bourbon del Monte war von 1250 bis 1815 ein Reichslehen. Die Bauzeit des Palazzo liegt innerhalb dieser langen historischen Periode und verbindet den späteren Bau mit der früheren Burganlage.

Im Erdgeschoss ist in drei Räumen die Ausstellung „Un feudo imperiale nel Centro Italia“ eingerichtet. Die archäologische Abteilung des Palazzo Museo Bourbon del Monte zeigt Funde aus dem Gebiet, die vom Neolithikum bis ins 8. Jahrhundert nach Christus datieren. Wichtig für die Planung eines Besuchs: Der Palazzo ist wegen wichtiger Restaurierungs- und Aufwertungsarbeiten vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen. Prüfen Sie vor einem geplanten Besuch die kommunalen Hinweise.

Auch Lippiano bietet einen eigenen historischen Bezug zur Familie: Das Castello di Lippiano war eine ehemalige Residenz der Bourbon del Monte. Es befindet sich in Privatbesitz und ist normalerweise nicht für Besucher zugänglich. Von der Piazza Umberto I aus lässt sich die alte kreisförmige Bastion des Castello sehen. Die Burggeschichte und der Blick auf die Bastion sind damit zwei unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit dem Ort und seiner Vergangenheit zu beschäftigen.

Kirche Santa Maria und Bourbon-Kapelle

Die Kirche Santa Maria und die Bourbon-Kapelle befinden sich in Monte Santa Maria Tiberina. Santa Maria wurde zu Beginn des 11. Jahrhunderts erbaut und weist romanische Ursprünge auf. In der Kirche steht ein achteckiges Taufbecken aus Sandstein aus dem 16. Jahrhundert, das das Wappen der Bourbon-Marquis von Monte Santa Maria trägt. Die Bourbon-Kapelle wiederum wurde 1613 von Marquis Gianbattista Bourbon del Monte errichtet. Die beiden Bauwerke setzen unterschiedliche historische Akzente: die frühen romanischen Ursprünge der Kirche und die spätere Kapelle aus der Zeit des Marchesato.

Zur religiösen Tradition des Dorfes gehört die Übergabe der silbernen Schlüssel an die Jungfrau beim Himmelfahrtsfest. Wer sich für die Geschichte des Ortes interessiert, findet so neben Gebäuden und Kunstwerken auch einen überlieferten Festbrauch.

Historische Routen und Landschaft

Das Projekt „Feudi, Castelli e Ville. Sentieri Storici“ umfasst Monte Santa Maria Tiberina und bietet historische Routen, die mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß begehbar sind. In den Orten stehen allgemeine Informationstafeln; entlang der Wege gibt es Wanderwegweiser. Die unterschiedlichen Fortbewegungsarten erlauben eine Wahl nach dem eigenen Reiseplan, ohne dass eine Route auf eine einzige Art erkundet werden muss.

Der Sentiero 153 SL verbindet Monte Santa Maria Tiberina mit Monterchi in der Toskana. Er gehört zum mehrtägigen Sentiero dei Laghi, der den Trasimenischen See mit dem Montedoglio-See verbindet. Im Umfeld des Sentiero führt eine kleine Abzweigung nach Arcalena, einer kleinen Siedlung mit einer alten Kirche. Prüfen Sie Wegzustand und Beschilderung für den Sentiero 153 SL vor Ort.

Eine weitere Routenoption ist die Route 14: Sie führt nach Monte Santa Maria Tiberina, dem höchsten Punkt dieser Route. Der Ort liegt hier auf einem Hügel mit Blick über die umbrischen und toskanischen Täler. Das verbindet einen konkreten Routenbezug mit dem Landschaftsbild, das den Ort prägt.

Anreise und lokale Bezüge

Eine Linienbusverbindung verbindet Monte Santa Maria Tiberina mit Città di Castello und verkehrt ganzjährig montags bis samstags. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan des Betreibers. Wer aus Norden anreist, erreicht den Ort über die E45, die Ausfahrt Città di Castello und anschließend die Provinzstraße „Montesca“ in Richtung Umbertide bis zur Abzweigung nach Monte Santa Maria Tiberina.

Auch die Sammeltradition gehört zur regionalen Geschichte: Im Oberen Tibertal ist das Sammeln wild wachsender Waldprodukte wie Esskastanien, Pilze, Trüffel und Wildkräuter seit Jahrhunderten wirtschaftlich und kulturell bedeutsam. In Lippiano, einem Ortsteil von Monte Santa Maria Tiberina, gehört die Kastanie zu den Sammelprodukten, die bei einem herbstlichen Waldfest gefeiert werden. So ergänzen sich Ortsgeschichte, Wege und regionale Traditionen als unterschiedliche Schwerpunkte für die Reise.

Weitere Reiseziele entdecken: Lippiano, Cortaccione, Terraia, Bastia Umbra, Agello, San Luca, Pozzuolo, Fabbri.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Perugia.

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