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Pietrafitta bringt drei deutlich verschiedene Themen zusammen: die paläontologische Fundstätte, sichtbare Spuren des Braunkohleabbaus und den Lago di Pietrafitta. Kunst im Museum und die Ortskirchen ergänzen die Geschichte des Ortes um künstlerische und sakrale Bezüge.

Die geologische Geschichte Pietrafittas

Die Braunkohlen von Pietrafitta gehören zur Sedimentfolge des Beckens von Tavernelle-Pietrafitta. Im Pleistozän erstreckte sich das Becken 12 Kilometer in Ost-West-Richtung und war maximal 5 Kilometer breit. Die Sedimentfolge dokumentiert zunächst einen großen See und anschließend ein Flusssystem. Der Wechsel vom See zum Flusssystem zeichnet damit zwei aufeinanderfolgende Umweltphasen nach. Die Fundstätte von Pietrafitta zählt wegen der Fülle ihrer Fossilien und ihres international anerkannten wissenschaftlichen Werts auf regionaler Ebene zu den bedeutendsten Umbriens. Der Braunkohleabbau brachte Tausende fossiler Überreste zutage, darunter 40 Wirbeltierarten.

Paläontologisches Museum und Kunst

Im Paläontologischen Museum „Luigi Boldrini“ in Pietrafitta befindet sich die monumentale Installation „Foresta Fossile“ von Pietro Ruffo, die für das Museum geschaffen wurde. Dort befindet sich auch das Wandgemälde „Il Mondo Sottosopra“ von Alice Pasquini. Die beiden Arbeiten geben dem Museum neben seinem paläontologischen Bezug eine künstlerische Ebene. Der Eingang des Museums ist auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich.

Industriegeschichte im Landschaftsbild

Das Gebiet von Pietrafitta gilt als Freilichtmuseum der Industrie: Rund um den alten Abbau-Steinbruch prägen sichtbare orangefarbene Maschinen das Landschaftsbild. Damit erscheint die frühere Bergbautätigkeit nicht nur in der Geschichte der Fossilfunde, sondern auch als sichtbare industrielle Spur.

Kirchen und sakrale Kunst

Madonna del Fosso wurde 1548 außerhalb der Stadtmauern errichtet und 1925 in eine Kapelle umgewandelt. Sie bewahrt ein Fresko, das die Madonna zwischen dem heiligen Sebastian und dem heiligen Rochus zeigt und Tiberio d’Assisi zugeschrieben wird. Die Kirche Santa Maria Assunta stammt aus dem Jahr 1866 und ist im Renaissancestil erbaut. Ihre erhöhte Fassade bildet einen Platz, der als Kirchhof dient. Die beiden Kirchen setzen damit unterschiedliche historische Akzente: Madonna del Fosso verbindet ihre Baugeschichte mit der späteren Umwandlung und dem Fresko; bei Santa Maria Assunta prägen Renaissancearchitektur und Kirchhof den Eindruck.

Der Lago di Pietrafitta

Vom Paläontologischen Museum aus kann man den Lago di Pietrafitta erreichen. Der See liegt am Fuß des Ortes bei dem modernen Wärmekraftwerk. Er wird zum Karpfenangeln und für sportliche Aktivitäten genutzt, ist ein Ziel für Spaziergänge und verfügt über einen Fitnessparcours. Auch Weltmeisterschaften im Karpfenangeln wurden hier ausgetragen. Der Lago setzt damit einen anderen Schwerpunkt als die Kulturstätten: Hier stehen Spaziergänge, Sport und Angeln neben der Geschichte des Sees als Austragungsort von Meisterschaften.

Weitere Reiseziele entdecken: La Fornace, Strettura, Pila, Gualdo Cattaneo, Gualdo Tadino, San Martino In Colle, Sant'arcangelo, Bevagna.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Perugia.

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