Über dem oberen Tibertal liegt die Villa Magherini Graziani. Sie wurde in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts entworfen und bietet einen Panoramablick über das Alta Valle del Tevere. In der Villa ist das Museo Pliniano untergebracht; es zeigt Funde aus der Villa in Tuscis. Diese wird von Gelehrten Plinius dem Jüngeren zugeschrieben. So begegnen an diesem Ort eine Villa aus der frühen Neuzeit und eine archäologische Geschichte, die bis in die römische Zeit zurückreicht.
Villen und römische Spuren
Am Colle Plinio legten Ausgrabungen die Reste einer römischen Villa frei, die Fachleute der Villa in Tuscis des Plinius des Jüngeren zuschreiben. Zu den Funden gehören eine vollständige römische Thermenanlage und ein Tempel, der der Göttin Ceres gewidmet ist. Die beiden Befunde eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf die römische Anlage: Die Thermen stehen für Badekultur, der Tempel für religiöse Verehrung.
Ebenfalls am Colle Plinio steht Villa Cappelletti, ein neoklassizistisches Gebäude mit großem Garten. Der Entwurf aus den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts und der Panoramablick prägen die Villa Magherini Graziani. Villa Cappelletti ist neoklassizistisch gestaltet und hat einen großen Garten.
Eine weitere Facette der Ortsgeschichte zeigt das Museo Storico e Scientifico del Tabacco. Es befindet sich im ehemaligen Gebäude des Tabakanbau-Konsortiums nahe dem Bahnhof von San Giustino. Der frühere Zweck des Gebäudes gibt der Tabakgeschichte einen konkreten baulichen Bezug.
Cospaia und die Tabakgeschichte
Die Geschichte Cospaia verbindet politische Eigenständigkeit mit Landwirtschaft. 1448 erkannten Florenz und der Kirchenstaat den unabhängigen Status offiziell an. Der Tabakanbau trug zum Wohlstand des Staates Cospaia bei; die Pflanze wurde dort bald „tornabuona grass“ genannt. Damit reicht das Thema von der politischen Geschichte bis zu einer konkreten landwirtschaftlichen Entwicklung.
Am letzten Maiwochenende findet in San Giustino eine historische Gedenkveranstaltung zur unabhängigen Republik Cospaia statt. Das Programm umfasst gastronomische und önologische Angebote, musikalische und künstlerische Darbietungen, Konferenzen sowie weitere kulturelle Programmpunkte. Wenn Sie Ihre Reise auf diesen Termin ausrichten, prüfen Sie vorab die aktuellen Veranstaltungsangaben.
Wanderwege mit unterschiedlichen Profilen
Der Sentiero del Contrabbandiere beginnt im Dorf Cospaia und führt über 12,5 Kilometer durch Umbrien, die Toskana und die Marken. Als kürzere Strecke steht ihm der Anello di Corposano gegenüber: Er ist 7,6 Kilometer lang und nach der CAI-Skala in die Schwierigkeitsstufe E eingeordnet. Der Anello steht mit den Brisce di Corposano und den Cascate del Vertola in Verbindung. Er führt außerdem durch jahrhundertealte Kastanienhaine, in denen die lokale „Briscia di Corposano“ wächst. So unterscheiden sich die Wege nicht nur in ihrer Länge, sondern auch in ihrem Verlauf und den benannten Landschaftsbezügen.
Radfahren und Mühlentradition
In der umbrischen Valtiberina führt die Ciclovia del Tevere durch sanfte Landschaften. Dort ist der Radweg leicht und nahezu vollständig eben; auf unbefestigte Abschnitte auf eigener Trasse folgen asphaltierte, wenig befahrene Straßen.
Auch die Herstellung von Lebensmitteln gehört zu den lokalen Themen. Das mittelalterliche Wassermühlenwerk Mulino Medievale dei Renzetti produziert weiterhin Getreidemehle. Sie werden ausschließlich durch langsames Mahlen auf natürlichem Stein hergestellt. Damit ergänzt die Mühlentradition die Villen, Ausgrabungen und Wege um eine fortbestehende Form der Getreideverarbeitung.
Weitere Reiseziele entdecken: Sant'arcangelo, Cascia, Badia, Rosceto, Todi, Gavelli, San Brizio und Castel Ritaldi.
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