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Casigliano zeigt Geschichte in mehreren Zeitschichten: eine römische Gründungstradition, eine mittelalterliche Rocca und den Wiederaufbau des Castello im Jahr 1519. Dazu kommen die Chiesa di San Biagio im Zentrum, die Gräber der Familie degli Atti und markante Sarkophage. Der Lago di Casigliano ergänzt diese Perspektive um eine geologische Einordnung und eine lokale Legende. Wer den Aufenthalt vorbereitet, kann so zwischen Baugeschichte, Erinnerungsorten und Landschaft unterscheiden.

Castello und Gründungstradition

Das Castello di Casigliano wurde 1519 im Auftrag von Ludovico degli Atti nach einem Entwurf von Antonio da Sangallo dem Jüngeren um eine bereits bestehende mittelalterliche Rocca wiederaufgebaut. Die Abfolge ist aufschlussreich: Der Wiederaufbau folgte auf die mittelalterliche Festung und gehört in eine andere Zeitschicht als die römische Gründungstradition. Nach einer überlieferten Darstellung wurde Casigliano von Angehörigen der Gens Casilena gegründet, die dort eine von Mauern umschlossene römische Villa errichteten. Diese Überlieferung und die Jahreszahl 1519 stehen für unterschiedliche zeitliche Ebenen: eine römische Ursprungserzählung und einen späteren Wiederaufbau. So lässt sich die Ortsgeschichte differenziert einordnen, ohne die Legende zur römischen Villa mit der Baugeschichte des Castello gleichzusetzen.

Chiesa di San Biagio und die Familie degli Atti

Die Chiesa di San Biagio steht im Zentrum von Casigliano. Ihre Krypta bewahrt die Gräber von Angehörigen der Familie degli Atti, die 1553 von den Cesi di Acquasparta getötet wurden. Die Jahreszahl und die genannten Familien geben diesem Ort der Erinnerung einen konkreten historischen Bezug. In der Tomba degli Atti befinden sich die Überreste von Ludovico degli Atti, Virginia dei duchi Aquitani, Cecilia Sforza und den Schwestern von Cecilia Sforza.

Die Sarkophage der Atti in Casigliano bestehen aus weißem Marmor und tragen ein christliches Monogramm sowie die Wappen der Familie degli Atti. In ihrer Heraldik erscheinen ein aufrecht stehender Löwe, drei Bänder und ein Stern. So stehen auf den Sarkophagen ein religiöses Zeichen und die Familienwappen nebeneinander. Die Namen in der Tomba und die heraldischen Motive bieten unterschiedliche Zugänge zum Gedenken: hier die Erinnerung an einzelne Personen, dort Zeichen der Familie.

Der Lago di Casigliano: Geologie und Legende

Bei Acquasparta liegt der Lago di Casigliano in der Nähe des gleichnamigen Castello di Casigliano. Der See zählt zu den markanten Piping-Sinkhole-Phänomenen. Daneben steht eine lokale Legende: Danach sank die Erde ein, nachdem sich Santa Degna abgewandt hatte. Die geologische Einordnung und die Erzählung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die eine ordnet den See einer Phänomenklasse zu, die andere überliefert eine lokale Vorstellung von seiner Entstehung. Für die Reiseplanung eröffnet das einen weiteren Blick auf Casigliano, jenseits der Bau- und Familiengeschichte.

Reiseplanung: Besuch und Wanderung

Die Wanderung „Casigliano e l'antica strada delle Sette Valli“ ist der Erkundung der Gebiete der Cesi und der Atti gewidmet. Wenn Sie sie in Ihren Aufenthalt einplanen möchten, klären Sie vorab, ob ein aktueller Termin angeboten wird und welche Bedingungen für die Route gelten. Das Innere des Castello kann nur nach vorheriger Reservierung beim Eigentümer besichtigt werden. Prüfen Sie diese Regelung vor Ihrem Besuch erneut, damit die Reservierung Teil Ihrer Planung ist.

Weitere Reiseziele entdecken: Montegiove, Finocchieto, Parrano, Stroncone, Melezzole, San Liberato, Allerona, Dunarobba.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Terni.

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