In Rivamonte Agordino treffen Bergbaugeschichte, örtliche Überlieferungen und Wege durch die Landschaft aufeinander. Ein guter Ausgangspunkt, um diese unterschiedlichen Seiten kennenzulernen, ist das Centro Minerario di Valle Imperina. Es liegt im Gemeindegebiet und innerhalb des Perimeters des Parco Nazionale delle Dolomiti Bellunesi.
Bergbaugeschichte in der Valle Imperina
Im Bereich des Bergbauzentrums erstreckt sich die Valle Imperina auf etwa einem Kilometer entlang ihres unteren Talabschnitts auf 543 Metern Höhe. Dort mündet sie rechtwinklig in das Val Cordevole; steile, bewaldete Hänge prägen die Umgebung. Die ersten Belege für die Existenz des Centro Minerario stammen vom Beginn des 15. Jahrhunderts. Damit reicht die Geschichte des Standorts weit zurück, während das Tal zugleich eine konkrete Orientierung für einen Besuch bietet.
Das Centro Minerario ist über die Staatsstraße Nr. 203 Agordina erreichbar. Am Standort Le Campe kann geparkt werden; anschließend führt eine Fußgängerbrücke über den Torrente Cordevole. Prüfen Sie vor der Anfahrt die Straßenbedingungen. Fast 60 Prozent des Gemeindegebiets von Rivamonte Agordino liegen im Nationalpark.
Museum, Bauwerke und lokale Bräuche
Im ehemaligen Grundschulkomplex in der Via Tos befindet sich das Museo Etnografico dei Seggiolai „I Careghete“. Die Ausstellung versammelt Werkzeuge der Stuhlmacher, rohe und fertige Materialien sowie die traditionelle Kleidung der careghete. Außerdem geht es um die Auswanderung aus dem Agordino und um die Geheimsprache der Stuhlmacher. So stehen handwerkliche Arbeit, Materialien und soziale Geschichte nebeneinander.
Das Fortino dei Castei ist eines von zwei noch erhaltenen Bauwerken in der Gegend, die mit kriegerischen Ereignissen der Vergangenheit verbunden sind. In Forcella Franche befindet sich eine historische Kalkbrennerei, die vollständig restauriert wurde. Beide Hinweise eröffnen weitere historische Themen, ohne sie mit der Bergbaugeschichte gleichzusetzen.
Auch örtliche Bräuche geben Einblick in das kulturelle Leben. Die traditionelle Karnevalsmaskerade „Òlt da Riva e compagnia bela“ findet am zweiten oder dritten Sonntag im Februar statt, je nachdem, auf welchen Termin der Karneval fällt. Der San-Giovanni-Brauch wird so überliefert: In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni legten heiratswillige Mädchen ihre Schürze über den Gartensalat, um Tau zu sammeln.
Bei der neunten Ausgabe von Riva-Ron im Jahr 2026 handelte es sich um einen nicht wettkampforientierten Berglauf, der allen offenstand und zeitgleich mit der Sagra de Sant’Antoni, dem Patronatsfest von Rivamonte Agordino, stattfand. Die Strecke führte über etwa acht Kilometer rund um Rivamonte; für die Kategorie Under 16 war zusätzlich eine Strecke von etwa 1,5 Kilometern vorgesehen. Diese Angaben beziehen sich auf die Ausgabe 2026.
Wanderwege und unterschiedliche Zeitpläne
Der Wanderweg „The Forgotten Mountain“ führt vom Centro Minerario di Valle Imperina bis zum Weiler Zenich in der Gemeinde Rivamonte Agordino. Er wird als leichter Rundweg mit einer Gehzeit von knapp zweieinhalb Stunden und ohne besondere Schwierigkeiten beschrieben; die Beschilderung stammt vom Naturpark. Wer den Weg einplant, kann vor dem Aufbruch die Wegbedingungen und Beschilderung prüfen.
Die längste Variante des Rundwegs erreicht die Forcella Franche und folgt einem alten Weg, den Bergleute aus Weilern der Gemeinden Gosaldo und Rivamonte Agordino zu ihren Arbeitsstätten nutzten. Während für den Rundweg eine ungefähre Gehzeit angegeben ist, beschreibt diese Variante vor allem eine längere historische Wegführung. Auch der thematische Parkweg „La via degli Ospizi“ verläuft durch das Gebiet I Castei.
Praktische Orientierung
Am Bivacco Le Mandre gibt es Strom aus externen Solarpaneelen, einen Holzofen, einfache Möbel und vier bis fünf Schlafplätze im Obergeschoss. Sowohl am Bivacco als auch entlang des Zustiegs gibt es keine Wasserquellen. Für einen möglichen Aufenthalt muss Wasser mitgebracht werden.
Direkt hinter der Kirche von Rivamonte bietet ein Aussichtspunkt einen 360-Grad-Blick über die Conca Agordina. Zusammen mit den Wanderwegen und den kulturellen Stationen ergibt sich so eine Auswahl verschiedener Schwerpunkte für den Aufenthalt: von der Bergbaugeschichte über örtliche Traditionen bis zur Zeit draußen auf den Wegen.
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