Eine Mühle, die einst Wasser aus der Val Pora nutzte, eine mittelalterliche Warte und ein Kraftwerk in einer Galerie im Berg: Soverzene erschließt sich über seine Bau- und Technikgeschichte ebenso wie über Kunst und Wanderziele. Für die Planung lohnt es sich, die unterschiedlichen Besuchsbedingungen im Blick zu behalten – vom kurzen Rundweg bis zu Orten, die nur von außen oder mit vorheriger Anmeldung zu besichtigen sind.
Kirchenkunst und Grotta della Madonna di Lourdes
Die heutige Kirche San Lorenzo Martire entstand ab dem 18. Jahrhundert auf dem Grund eines antiken Tempels, der bereits 1425 belegt ist. In der Kirche befindet sich ein Temperagemälde der Himmelfahrt Mariens, das dem aus Belluno stammenden Maler Girolamo Moech (1792–1857) zugeschrieben wird. Ein weiteres Werk ist der monumentale Holzaltar aus der ursprünglichen Kirche: Er wird der Schule der Auregne zugeschrieben, 1626 geschnitzt und 1633 vergoldet. Zusammen geben die Baugeschichte und die Kunstwerke verschiedene Anhaltspunkte, um die religiöse und künstlerische Geschichte des Ortes einzuordnen.
Die Grotta della Madonna di Lourdes wurde zwischen 1910 und 1911 errichtet und am 16. Juli 1911 eingeweiht. Zu ihrem hundertjährigen Bestehen erfolgte 2011 eine strukturelle und architektonische Restaurierung. Die Grotte ist ebenerdig zugänglich; am Eingang befinden sich jedoch drei Stufen, und eine Rampe für Menschen mit Behinderungen gibt es nicht. Diese Angaben sind besonders hilfreich, wenn Sie den Besuch mit Personen planen, für die Stufen oder ein fehlender Rampenzugang relevant sind.
Mühle und Kalkofen: Zeugnisse des früheren Handwerks
Der historische Mulino dei Savi stammt aus dem 18. Jahrhundert. Dort wurden lokale Getreide gemahlen, vor allem Mais zur Herstellung von Polentamehl. Auch die technische Anlage gehört zur Geschichte der Mühle: Wasser aus der nahe gelegenen Val Pora wurde über einen 86 Meter langen Zuleitungskanal herangeführt. Ein Gefälle von neun Metern trieb das Mühlrad an. So lässt sich an einem Ort sowohl die Verarbeitung regionaler Erzeugnisse als auch die Nutzung der Wasserkraft nachvollziehen.
Zum Mulino dei Savi führt ein unbefestigter Weg; der Eingang ist nicht für Rollstühle geeignet. Auch La Calchèra verlangt eine eigene Zugangsplanung: Der historische Kalkofen antiken Ursprungs liegt in unwegsamem Gelände und ist für Rollstühle nicht zugänglich. Der dort erzeugte Kalk diente als Mörtel beim Bauen und Verputzen von Gebäuden sowie zur Desinfektion von Ställen. Die beiden Orte stehen damit für unterschiedliche historische Arbeitsweisen – die Nutzung von Wasser zum Mahlen und die Herstellung eines vielseitig verwendeten Baustoffs.
Wasserkraft und historische Verbindungen
Das eigentliche Wasserkraftwerk Achille Gaggia wurde 1950 errichtet und befindet sich in einer 500 Meter langen Galerie im Berg. Das Kraftwerk ist nur von außen zu besichtigen; private Besichtigungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Im Maschinenhaus schmücken allegorische Fresken zum Thema Elektrizität und zur Verherrlichung der Wasserkraft die Räume. Sie werden dem aus Feltre stammenden Maler Walter Resenterra zugeschrieben.
Eine weitere Etappe der örtlichen Verkehrsgeschichte ist die Piave-Brücke. Sie wurde zwischen 1922 und 1927 errichtet, verband Soverzene mit der Staatsstraße von Alemagna und machte die frühere Fährverbindung zur Überquerung des Flusses überflüssig. Die Brücke gehört damit zur Geschichte der Verbindung über die Piave; diese historische Funktion ist von heutigen Verkehrs- oder Besuchsbedingungen zu unterscheiden.
Wanderwege und Klettern
Der Besichtigungsrundweg zur mittelalterlichen Warte folgt dem historischen Naturlehrpfad „Troi de le caore“. Die Runde ist etwa 400 Meter lang; der gesamte Anstieg beträgt rund 40 Meter. Als weitere Wanderoption beginnt der Alpine Wanderweg 960 in Costa Avedin in Soverzene und führt bis zur Casera Col Mat. Der Weg 967 verläuft im Gebiet zwischen Soverzene und Longarone, beginnt nahe der Casera del Pian und führt bis zur Val Calastra. Die Wegbedingungen können sich ändern; prüfen Sie sie vor dem Aufbruch vor Ort.
Fürs Klettern gibt es die Falesia Val Gallina, die vom Ort Soverzene aus leicht erreichbar ist. Nach der 2019 abgeschlossenen Erneuerung und Sicherung verfügt die Kletterwand über zahlreiche Routen an drei Wänden sowie drei Klettersteige. Prüfen Sie den Zustand der Routen vor dem Klettern vor Ort. So unterscheiden sich die Möglichkeiten nicht nur durch ihre Themen, sondern auch durch die jeweils zu beachtenden Bedingungen.
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