Der Tartaro durchquert das Gemeindegebiet von Giacciano con Baruchella; auch die Kanäle Fossa Maestra und Scolo Malopera verlaufen dort. Wasser gehört damit nicht nur zur Landschaft, sondern ebenso zur Ortsgeschichte. Historische Bauwerke und eine von Gewässern und Feuchtgebieten geprägte Umgebung geben einer Reise hier unterschiedliche Schwerpunkte.
Wasserwege und Landschaft
Die Fossa Maestra verläuft teilweise im Bett der Rotta del Castagnaro, eines alten Durchbruchs des Adige. Zugleich erzählt ihr geradliniger Verlauf bis zur Piazza von Baruchella von einem Eingriff in die Landschaft: Der Kanal wurde zwischen 1858 und 1865 unter österreichischer Herrschaft ausgehoben. Die ältere Flusslandschaft und die angelegte Wasserführung sind zwei unterscheidbare historische Ebenen, die sich hier am selben Gewässer begegnen.
Auch für die Erkundung der Umgebung ist die Fossa Maestra ein Anhaltspunkt. Ihre Uferdämme können Sie mit dem Fahrrad erkunden. So lässt sich die Wasserlandschaft nicht nur über ihre Geschichte, sondern auch über eine unterstützte Aktivität in die Reiseplanung einbeziehen.
Feuchtgebiete und Vogelwelt
Im Gemeindegebiet liegen Gorghi, Maceri und aufgelassene Abbaugruben als verstreute, kleinteilige Binnenfeuchtgebiete von hohem Naturwert. Dort sind Pflanzen und Tiere als Zeugnisse der früheren Sümpfe erhalten. Der südliche Teil der Gemeinde besitzt durch seine komplexe Gewässerstruktur, vielfältige Anbauflächen, Hecken und Baumreihen eine besondere ökologische und landschaftliche Bedeutung. Zusammen vermitteln diese Elemente das Bild einer Landschaft, in der Wasser, landwirtschaftlich genutzte Flächen und Gehölze nebeneinanderstehen.
Die Feuchtgebiete bieten verschiedenen Vogelarten Lebensraum. Dazu zählen Graureiher, Zwergdommel, Blässhuhn, Wasserralle, Eisvogel, Stockente und Krickente. Die Artenliste reicht von Reihern und Rallen bis zu Eisvogel und Enten und ergänzt den Blick auf die kleinteilige Feuchtlandschaft um konkrete Beispiele ihrer Tierwelt.
Baugeschichte vom Gutshof bis zur Kirche
Die Brücke Ponte austriaco sul Tartaro in Giacciano con Baruchella stammt aus den Jahren 1865 bis 1867 und gehört zur habsburgischen Architektur. Eine andere Baugeschichte erzählt die Corte Bentivoglio: Sie wurde 1734 als ländlicher Wohnsitz in einem vollständig ummauerten Gut errichtet. Später wurde sie auch Fiocco und Roveroni, heute Milan genannt. Der Vergleich der Datierungen führt von der Corte im 18. Jahrhundert bis zur Brücke in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; beide Bauwerke setzen dabei unterschiedliche Akzente der Ortsgeschichte.
In Baruchella sind die Pfarrkirche San Pietro Martire, ihr Glockenturm und das Pfarrhaus geschützte Denkmäler aus dem 16. Jahrhundert. In der Chorempore der Kirche befindet sich eine Orgel. So umfasst das sakrale Erbe sowohl mehrere geschützte Gebäudeteile als auch ein Instrument im Kirchenraum.
Die Pfarrkirche Sant’Ippolito Martire in Giacciano wird den Bentivoglio zugeschrieben und auf die Jahre 1669 bis 1672 datiert. In der Kirche befindet sich die Grabplatte „La Dolente“, die Adelaide Foscarini gewidmet ist und wahrscheinlich auf einem Entwurf von Antonio Canova beruht. Die Zuschreibung und die vorsichtige Formulierung zur möglichen Entwurfsgrundlage gehören zu den Details dieser Baugeschichte.
In Zelo wurde die frühere Kirche Sant’Andrea durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ihr barocker Glockenturm steht noch neben dem 1966 errichteten neuen Kirchengebäude. Der Ort bietet damit weitere Einblicke in die wechselvolle Geschichte seiner Sakralbauten: von historischen Kirchen und geschützten Ensembles bis zu einem Bau, dessen Entstehung in die Zeit nach der Zerstörung des Vorgängerbaus fällt.
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