Sieben Jahrhunderte Malerei, ein Museum zum Erbe des Polesine und markante Bauwerke geben Rovigo einen klaren kulturellen Schwerpunkt. Die Stadt lässt sich dabei aus verschiedenen Blickwinkeln entdecken: über Kunstsammlungen, Architekturgeschichte und Wege, die auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden können. Für die Wahl des Aufenthalts lohnt es sich, diese Themen nach eigenen Interessen zu gewichten.
Kunstsammlungen und das Polesine
Im Palazzo Roverella präsentiert die Pinakothek Gemälde aus sieben Jahrhunderten. Der Bogen reicht von der Gotik über die venezianische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts bis zu bedeutenden venezianischen Malern des 18. Jahrhunderts. Der Palazzo beherbergt außerdem die Sammlung der Pinakothek der Accademia dei Concordi und des Bischöflichen Seminars von Rovigo sowie wechselnde Kunst- und Fotoausstellungen. Die Pinakothek der Accademia umfasst mehr als 400 Werke. Damit verbindet sich der Blick auf einzelne Epochen mit dem Besuch eines Hauses, das selbst zur Kunst- und Architekturgeschichte der Stadt gehört.
Die Accademia dei Concordi wurde 1580 auf Initiative des Grafen Gaspare Campo gegründet. Einen anderen zeitlichen Rahmen eröffnet das Museo dei Grandi Fiumi: Seine originalen Zeugnisse reichen vom 2. Jahrtausend v. Chr. bis zum Beginn der Neuzeit. Interaktive Reproduktionen, szenografische Inszenierungen, Multimedia-Installationen, Dioramen und Modelle ergänzen die Ausstellung. Inhaltlich geht es um das archäologische, kulturelle und ökologische Erbe des Polesine, einer von Po und Etsch geprägten Region. Zum Museum gehören auch ein römisches Lapidarium im Außenbereich und der Saal „Il Museo in Scena“, der dem aus Rovigo stammenden Künstler, Regisseur und Bühnenbildner Gabbris Ferrari gewidmet ist.
Paläste, Türme und Theater
Der Palazzo Roverella wurde ab 1474 errichtet und bewahrt originale dekorative Elemente der Renaissancearchitektur. Ein weiterer Palast führt in die Mitte des 16. Jahrhunderts: Der Palazzo Roncale entstand zwischen 1550 und 1562 nach einem Entwurf des veronesischen Architekten Michele Sanmicheli. Am Torre Donà lässt sich die Stadtgeschichte an einem Bauwerk ablesen, das etwa 60 Meter hoch ist und als einer der bedeutendsten frühmittelalterlichen Türme Italiens gilt.
Auch der Architekturkomplex San Bartolomeo erzählt von mehreren Bauphasen. Er entstand im 13. Jahrhundert und erreichte im 16. und 17. Jahrhundert seine größte Blüte, als das Olivetanerkloster erweitert wurde. Bei La Rotonda ist zunächst der achteckige Grundriss charakteristisch. Der Innenraum ist mit barocken Teleri ausgestattet, darunter Werke von Francesco Maffei und Antonio Zanchi. Der Glockenturm ist 57 Meter hoch und ein Werk Baldassarre Longhenas aus dem Jahr 1773.
Das Teatro Sociale ergänzt die Baugeschichte um eine lebendige Bühnenkunst-Tradition. Es wurde ab 1817 im neoklassizistischen Stil nach einem Entwurf des aus Rovigo stammenden Architekten Sante Baseggio errichtet. Nach einem Brand 1902 wurde das Theater 1904 wiederaufgebaut; seine malerischen Dekorationen gehörten zu den frühen Beispielen im Veneto für neue Gestaltungsprinzipien des Liberty-Stils. Seit 1967 ist es das einzige Teatro di tradizione im Polesine. Zu seinem Programm gehören Oper, Schauspiel, Tanz und Kindertheater sowie Spielzeiten für sinfonische Musik, Kammermusik und Jazz. Eine Führung dauert etwa eineinhalb Stunden und umfasst den Theatersaal, das Ridotto und die Bühne. Sie muss im Voraus gebucht werden; die Verfügbarkeit hängt von Aufführungen und Proben ab.
Zu Fuß, mit dem Fahrrad und auf längeren Strecken
Die historische Altstadt lässt sich gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Sie ist vom FS-Bahnhof und von den umliegenden Parkplätzen aus erreichbar. Für die Stadt selbst steht damit eine Orientierung ohne festgelegte Rundtour im Vordergrund; wer eine längere Strecke sucht, kann die ausgewiesenen Routen nach Distanz und Verlauf unterscheiden.
„I luoghi degli Olivetani“ ist eine vollständig ebene Rundstrecke von 25 Kilometern. Ihr Verlauf führt teils über Radwege, teils über asphaltierte, teilweise befahrene Straßen und teils über unbefestigte Wege. Die flache Beschaffenheit bedeutet also nicht, dass die Oberfläche durchgehend gleich ist. Der Anello di Rovigo ist eine 71,2 Kilometer lange Radrundstrecke entlang der Etsch und des Canal Bianco in Richtung Adria. „La Via dell’Archeologia“ ist dagegen als Bike-&-Boat-Route von Rovigo nach Adria beschrieben und bietet eine andere Art, Radfahren und Route zu verbinden.
So stehen in Rovigo kompakte Entdeckungen in der Altstadt neben längeren Routen und einem breiten kunsthistorischen Angebot. Für eine Kulturreise können Sie den Schwerpunkt auf Gemäldesammlungen, die Entwicklung der Bauwerke oder das Theater legen; die Routen ergänzen diese Auswahl, ohne dass daraus eine feste Abfolge entsteht.
Weitere Reiseziele entdecken: Rosolina Mare, Fratta Polesine, Pagana, Salara, Bagnolo Di Po, Porto Levante, Ceregnano, Frassinelle Polesine.
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