Ein neugotisches Sanktuarium, eine nachgebildete Messe des 14. Jahrhunderts und ein Rad- und Fußweg bis zum Zusammenfluss dreier Wasserläufe zeigen, wie vielfältig die Kultur- und Landschaftsthemen von Santa Lucia di Piave sind. Für die Reiseplanung lassen sie sich klar unterscheiden: sakrale Kunst, mittelalterliche Messegeschichte und Wege mit spirituellem oder landschaftlichem Schwerpunkt.
Sakrale Kunst und Baugeschichte
Die Pfarrkirche von Santa Lucia di Piave ist ein neugotisches Sanktuarium. Sie wurde 1878 eingeweiht und 1907 geweiht. Auch ihre Ausstattung umfasst unterschiedliche Kunstformen und Zeitabschnitte: Der nach einem Entwurf von Rupolo gestaltete Hauptaltar wurde 1913 errichtet. Ein Gemälde von Bruno De Giusti zeigt die heilige Rita und entstand 1944. Das geschnitzte Holzkruzifix aus dem 18. Jahrhundert wird der Schule von Andrea Brustolon zugeschrieben. Weihwasserbecken und Statue der heiligen Lucia schuf der selige Claudio Granzotto; der Kreuzweg stammt von Luigi Da Rios. So reicht der Blick von der neugotischen Architektur über Altar und Malerei bis zu Bildhauerei und Kreuzwegkunst.
Ein weiterer sakraler Bezugspunkt ist das Santuario della Beata Vergine del Ramoncello, das gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtet wurde. Sein Bauzeitraum liegt damit deutlich vor den Daten der Pfarrkirche. Die beiden Sakralbauten stehen für unterschiedliche historische Abschnitte und lassen sich als eigenständige Themen der Ortsgeschichte betrachten.
Antica Fiera: mittelalterliche Messegeschichte
Die Antica Fiera di Santa Lucia di Piave stellt die historische Messe des 14. Jahrhunderts nach. Entlang eines Weges durch den Ort wird eine mittelalterliche Messe nachgebildet. Das Programm beginnt im Juli mit einem mittelalterlichen Bankett; Mitte Oktober finden Veranstaltungen mit mittelalterlichem Thema statt. Dazu gehören Konzerte und Aufführungen, Vorführungen von Kunsthandwerk sowie Konferenzen. Wenn Sie Ihre Reise auf einen Programmpunkt ausrichten möchten, prüfen Sie die konkreten Termine für Ihr Reisejahr.
Zum Messegelände gehören mehr als 3.000 m² überdachte Fläche in zwei vollständig renovierten ehemaligen Filanda-Industriegebäuden. Die ehemalige industrielle Nutzung gibt diesem Teil der Messegeschichte einen anderen Schwerpunkt als die mittelalterliche Nachbildung im Ort. Auch die Scuola Bombardieri del Re setzt einen eigenen historischen Akzent: Sie ist ein thematisches Museum zum Ersten Weltkrieg und in der ehemaligen Ausbildungsschule der Bombardieri del Re untergebracht. So stehen in Santa Lucia di Piave mittelalterliche Messegeschichte und ein Thema des 20. Jahrhunderts nebeneinander, ohne dass sie miteinander verwechselt werden müssen.
Zwei Wege mit unterschiedlichem Charakter
Der Cammino del Beato Claudio ist ein spiritueller und kultureller Weg von Santa Lucia di Piave nach Chiampo. Die Passeggiata delle Tre Acque bietet dazu einen anderen Schwerpunkt: Sie führt als Rad- und Fußweg am Uferdamm der Crevada entlang bis zur Örtlichkeit Tre Acque. Dort fließen Crevada, Ferrera und Monticano zusammen. Der eine Weg verbindet zwei benannte Orte; beim anderen ist der Zusammenfluss das konkrete Ziel. Damit geben die Routen unterschiedliche Anhaltspunkte für die Auswahl: eine spirituell-kulturelle Verbindung oder eine Strecke entlang der Crevada bis zu ihrem Zusammenfluss mit zwei weiteren Wasserläufen.
Wer Santa Lucia di Piave für einen Aufenthalt in Betracht zieht, kann die lokalen Themen nach Interesse gewichten: Kirchenbau und Ausstattung, die Darstellung der historischen Messe, das Museum zum Ersten Weltkrieg oder die beiden Wege. Die Antica Fiera verbindet mittelalterlich geprägte Programmpunkte mit einem Weg durch den Ort, während die Routen jeweils eine andere Verbindung oder Landschaft in den Vordergrund stellen.
Weitere Reiseziele entdecken: Godega Di Sant'urbano, Bavaria, Cavaso Del Tomba, Castello Di Godego, Povegliano, Varago, Bigolino, Portobuffolè.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Treviso.