In Tovena erzählen Wege und kleine Museen von einem Ort, den Wandernde, Kaufleute und Pilger über Jahrhunderte auf dem Weg zwischen den Dolomiten und der Lagune durchquerten. Ein Ausflug zur Chiesetta di San Vigilio verbindet Kapellengeschichte mit einem kurzen Fußweg; das Museo della Strada dei 100 Giorni widmet sich dem Bau der Passstraße und den Ereignissen des Ersten Weltkriegs. So können Sie den Aufenthalt je nach Interesse auf Bewegung, Geschichte oder beides ausrichten.
Zu Fuß zur Chiesetta di San Vigilio
Der CAI-Weg Sentiero Zanin beginnt nördlich von Tovena, hinter der Kapelle Santa Ottilia, und führt zur ehemaligen, profanierten Chiesetta di San Vigilio. Santa Ottilia ist zugleich der Ausgangspunkt der kurzen Wanderung zur Kirche. Die Chiesetta wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut. Sie liegt nach dem Ortszentrum von Tovena und vor den Kehren und Tunneln des Passo di San Boldo.
Zur Kirche führt eine kurze Mulattiera, ein alter Saumpfad, dessen ursprüngliche Trockenmauern erhalten sind. Direkt daneben steht das steinerne Eremitenkloster. Es diente als Schlafstätte, in der Eremitenmönche Wandernden und Pilgern Unterkunft und Erfrischung boten. Kapelle, Kloster und Weg verweisen damit auf die frühere Rolle Tovenas als Durchgangsort: Der Glockenturm des Ortes diente Reisenden, die vom Passo San Boldo herabkamen oder das Tal durchquerten, im Lauf der Zeit als wichtiger Orientierungspunkt.
Museen und die Geschichte der Straße
Das Museo della Strada dei 100 Giorni befindet sich in der Alpini-Unterkunft von Tovena am Passo San Boldo. Der kleine Ausstellungsraum behandelt den Bau der „Strada dei 100 Giorni“ und die militärischen Ereignisse in der Gegend während des Ersten Weltkriegs unter österreichisch-ungarischer Besatzung. Die Straße von Tovena nach Trichiana ist insgesamt 15 Kilometer lang. Museum und Weggeschichte bieten unterschiedliche Zugänge zu diesem Teil der Ortsgeschichte: hier die Ausstellung über Bau und Kriegsereignisse, dort die Landschaftsgeschichte der Reisenden, die Tovena durchquerten.
Ein weiteres Ziel für Kulturinteressierte ist das Museo di Arte Sacra in Tovena. Es ist in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, wenige Schritte von der Pfarrkirche entfernt. Zu sehen ist dort auch ein hölzernes Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert. Zusammen mit der Chiesetta di San Vigilio zeigt das Museum sakrale Kunst und Baugeschichte an unterschiedlichen Orten im Ort.
Feste und lokale Küche
Für die Planung rund um den Herbst ist Tovena in Festa ein konkreter Termin: Das Fest findet vom 16. bis 31. Oktober 2026 in Tovena statt und wurzelt in der Geschichte des Ortes und des gesamten Tals. Bei Tovena in Festa können Sie die „trippa alla tovenese“ probieren, ein traditionelles lokales Gericht.
Eine eigene Auszeichnung trägt die Secolare Fiera Franca für die Santi Simone e Giuda: Sie ist landesweit als „Sagra di Qualità“ anerkannt. Damit stehen neben den historischen Wegen und Museen auch Festkultur und regionale Tradition als Themen für einen Aufenthalt zur Verfügung.
Tovena als Ausgangspunkt für Ihren Aufenthalt
Bei der Wahl eines Hotels in Tovena können Sie überlegen, welcher Schwerpunkt Ihren Aufenthalt prägen soll. Wer gern zu Fuß unterwegs ist, findet mit dem Sentiero Zanin und dem Weg zur Chiesetta di San Vigilio eine konkrete kurze Wanderung. Wer sich besonders für Orts- und Baugeschichte interessiert, kann die Ausstellung zur Strada dei 100 Giorni mit dem Museo di Arte Sacra verbinden. Für eine Reise im Oktober kommt außerdem der festgelegte Zeitraum von Tovena in Festa hinzu.
Die Sehenswürdigkeiten setzen unterschiedliche Akzente, statt ein einziges Programm vorzugeben: ein Weg mit Trockenmauern, eine Ausstellung zu Straße und Kriegsgeschichte, sakrale Kunst und ein Fest mit traditionellem Gericht. So lässt sich die Reise nach den eigenen Interessen planen, ohne die Ortsgeschichte auf eine einzelne Station zu verkürzen.
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