Noventa di Piave bietet unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: Kunst- und Baugeschichte rund um San Mauro Martire sowie Naturwege und Orte am Piave. Der Blick reicht von freigelegten historischen Schichten bis zu einem Rad- und Fußweg, der mehrere Gemeinden durchquert. Wenn Sie planen, womit Sie Ihre Zeit verbringen möchten, können Sie zwischen kulturellem Erbe, einem Spaziergang durch Agrarlandschaft und Flussumgebung und einer Route mit weiterem räumlichem Umfang wählen.
Kulturgeschichte rund um San Mauro Martire
Ausgrabungen zwischen 1979 und 1981 legten im Bereich der ehemaligen Kirche San Mauro Martire einen römischen, mittelalterlichen und Renaissance-Komplex frei. Diese zeitliche Spannweite ordnet den Fundbereich mehreren Epochen zu, statt ihn auf ein einzelnes historisches Kapitel zu beschränken. Für Reisende mit Interesse an Kulturgeschichte ist das ein konkreter Ausgangspunkt, um die verschiedenen historischen Bezüge des Ortes einzuordnen.
Die heutige Parrocchia di San Mauro Martire wurde 1923 nach einem Entwurf von Professor Possamai und Architekt Rupolo fertiggestellt. In der Parrocchia befindet sich außerdem ein Fresko von Tiburzio Donadon. Es zeigt den Triumph der Unbefleckten unter Engeln und den vier Evangelisten. Dort wird auch ein Prozessionskreuz aus dem späten 14. Jahrhundert aufbewahrt, das als eines der bedeutendsten Kunstschätze Venetiens gilt.
Fresko und Kreuz setzen unterschiedliche Akzente: Beim Fresko sind das dargestellte religiöse Motiv und die Figuren benannt; beim Kreuz stehen seine Einordnung in das späte 14. Jahrhundert und seine Bedeutung als Kunstschatz im Vordergrund. Zusammen geben diese Angaben eine knappe Orientierung zu den Kunstwerken, die mit der Parrocchia verbunden sind, ohne ihre unterschiedlichen Formen und historischen Bezüge gleichzusetzen.
Am Piave: Park, Spaziergang und Route
Der Parco Fluviale liegt an der Stelle des antiken Flusshafens von Noventa di Piave. Vom Ortszentrum aus ist der Park durch eine Unterführung im Deich erreichbar, die vor Ort „Tunnel“ genannt wird. Damit lässt sich der Besuch praktisch einordnen: Der Zugang führt vom Zentrum durch den Deich, während die Lage des Parks zugleich einen historischen Bezug zum einstigen Flusshafen hat.
Für einen Spaziergang beschreibt der Sentiero natura von Il Pendolino eine etwa zwei Kilometer lange Strecke zwischen Agrarlandschaft und dem Fluss Piave. Eine weitere Möglichkeit am Centro Didattico Naturalistico Il Pendolino ist eine geführte Besichtigung des Dioramasaals zu den Wasserläufen mit dazugehörigen Laboraktivitäten. Alternativ ist eine Route im Gelände entlang des Unterlaufs des Piave möglich. Für dieses Besuchsformat ist eine Reservierung vorgesehen. So können Sie zwischen einem thematisch geführten Angebot mit Laboraktivitäten und einer Route im Gelände wählen.
Der „Percorso BIM Basso Piave“ bietet eine andere räumliche Perspektive: Der Rad- und Fußweg verläuft entlang des Unterlaufs des Piave und führt durch Noventa di Piave sowie Fossalta di Piave, Musile di Piave, San Donà di Piave, Jesolo und Eraclea. In der Freizeit kann die Route zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt werden; die Routenregelung wurde 2019 beschlossen. Im Vergleich zum etwa zwei Kilometer langen Sentiero natura unterscheidet sich der Percorso durch seinen Verlauf über mehrere Gemeinden und die zusätzliche Nutzungsmöglichkeit für Radfahrende. Örtliche Wege- und Zugangsbedingungen können sich ändern; prüfen Sie diese daher vor dem Aufbruch.
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