Wände, Decke und Boden des Konjikidō im Chūson-ji sind vollständig lackiert und vergoldet. Der Tempel wurde im 11. und 12. Jahrhundert vom nördlichen Fujiwara-Klan erbaut. In Hiraizumi im Süden der Präfektur Iwate lässt sich so ein konkretes Detail der Tempelgeschichte entdecken. Im Motsu-ji sind die eleganten Gärten des Reinen Landes und der Teich erhalten geblieben, nachdem die ursprünglichen Tempel und Pagoden vor vielen Jahren niedergebrannt waren. Hier stehen also unterschiedliche Aspekte im Blick: kunstvoll gestaltete Innenräume auf der einen, erhaltene Gärten und ein Teich auf der anderen Seite.
Kunst, Geschichte und Handwerk
Das Iwate Prefectural Museum of Art zeigt Werke einheimischer Künstler, darunter Tetsugoro Mantetsu, Shunsuke Matsumoto und Yasutake Funakoshi. Sonderausstellungen greifen nationale und internationale Themen auf; außerdem veranstaltet das Museum Vorträge, Workshops und Konzerte. Weil sich die Ausstellungsthemen ändern, lohnt es sich, bei besonderem Interesse das aktuelle Programm vor dem Besuch zu prüfen. Im Morioka Handi-Works Square können Sie in praktischen Workshops lokale Handwerksprodukte herstellen. Das ergänzt den Blick auf Kunst und Geschichte um eine Möglichkeit, Handwerk selbst auszuprobieren.
Sanriku-Küste: Klippen, Bucht und Boot
Iwate blickt über die Sanriku-Küste auf den Pazifik; die Küste gehört zum Sanriku-Fukkō-Nationalpark. Bei Kitayamazaki ragen die 200 Meter hohen Unosu-Klippen aus dem Meer. Mehrere Wege und Bootstouren bieten Möglichkeiten, die Klippen zu besichtigen – zu Fuß oder vom Wasser aus. Jodogahama Beach hat eine geschützte Bucht mit ruhigem Wasser, das zum Schwimmen geeignet ist. In der Geibikei-Schlucht lässt sich die Landschaft von einem venezianisch anmutenden Flachbodenboot aus betrachten. Die drei Erlebnisse setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Klippen, eine ruhige Bucht oder die Fahrt durch eine Schlucht.
Bergwelten, Höhle und Wintererlebnisse
Der Berg Iwate ist der höchste Gipfel der Präfektur und wird auch Nanbu Fuji genannt. Besteigen lässt er sich von den Ausgangspunkten Yakehashiri oder Kamibo in der Stadt Hachimantai. Am Yakehashiri-Kletterweg wächst eine große Population der Alpenpflanze Dicentra. Auch der alpine Bereich von Hachimantai zeigt mehrere Landschaftsformen: ursprüngliche Wälder, schneebedeckte Berge und Feuchtgebiete mit Wildblumen. Im Winter bietet Hachimantai Skifahren und Snowboarden; außerdem werden geführte Schneeschuhwanderungen durch abgelegene Berg- und Waldgebiete angeboten. Der Vergleich der Jahreszeiten hilft bei der Planung: Die genannten Wintersport- und Schneeschuhangebote stehen neben den Landschaften, die den alpinen Bereich prägen.
Eine andere Naturbesonderheit ist die Ryūsendō-Höhle mit ihren drei kristallklaren unterirdischen Seen. In der Höhle leben außerdem viele verschiedene Fledermausarten. Damit stehen in Iwate unterschiedliche Naturmotive nebeneinander: Küste und Meer, alpine Landschaft und eine unterirdische Höhlenwelt.
Regionale Kostproben und Anreise
Wanko-Soba wird als kulinarische Herausforderung serviert: Eine Bedienung füllt wiederholt kleine Schalen nach, bis der Gast aufhört. Nicht eine einzelne große Portion, sondern das wiederholte Nachfüllen prägt diese Essensweise. Eine andere Tradition ist der Ennen-cha-Tee, der nur im Motsu-ji getrunken werden kann und als immaterielles Volkskulturgut anerkannt wurde. Zusammen mit den Workshops für lokale Handwerksprodukte zeigen diese Beispiele, dass sich eine Reise nicht nur über Landschaften und historische Orte erschließen lässt.
Der JR-Tōhoku-Shinkansen fährt täglich von Tokio, Sendai und Hakodate nach Iwate; prüfen Sie vor der Abreise die Fahrpläne. Bei der Wahl Ihrer Reisebasis können Ihre Interessen den Ausschlag geben: Tempel und Kunst, die Küste oder die Bergwelt setzen jeweils andere Akzente. Legen Sie daher zuerst fest, welche Entdeckungen für Sie im Mittelpunkt stehen, und stimmen Sie Ihre Reiseplanung darauf ab.
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