Naoshima lässt sich besonders gut über seine Kunstorte und die Gebäude dahinter kennenlernen. Im Honmura-Viertel verwandelt das Art House Project leer stehende Häuser in Kunstwerke und bezieht ihre Geschichte sowie Erinnerungen aus der Zeit ihrer Nutzung ein. Die Orte liegen verstreut in Wohngebieten; der Wechsel zwischen Häusern gehört damit zur Erkundung. Derzeit umfasst das Projekt sieben öffentlich zugängliche Orte. Prüfen Sie vor der Reise die aktuelle Zusammenstellung.
Kunst, die an die Häuser anknüpft
Kadoya war das erste fertiggestellte Gebäude des Art House Project. Das etwa 200 Jahre alte Haus wurde mit Stuck, geräucherten Zedernbrettern und traditionellen Dachziegeln in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild restauriert. An diesem Beispiel treffen die künstlerische Nutzung und die überlieferte Bauweise unmittelbar aufeinander. Wenn Sie sich für die Verbindung von Kunst und Architektur interessieren, bietet Kadoya einen konkreten Einstieg in das Projekt.
Auch andere Orte bringen ihre frühere Nutzung mit. Gokaisho ist heute ein Kunstraum in einem Gebäude, in dem sich Inselbewohner früher zum Go-Spielen versammelten. Haisha war einst Wohnhaus und Praxis eines Zahnarztes; Shinro Ohtake verwandelte das gesamte Gebäude in ein Kunstwerk. Ishibashi war das Wohnhaus der in der Salzproduktion erfolgreichen Familie Ishibashi und wurde bis April 2001 als Privathaus genutzt. Seine Restaurierung galt als wichtig für das Verständnis der Geschichte und Kultur Naoshimas. Die unterschiedlichen Geschichten zeigen, wie eng die Häuser mit konkreten früheren Nutzungen verbunden sind.
Architektur und Geschichte an weiteren Kunstorten
Minamidera setzt einen anderen architektonischen Akzent: Der Neubau stammt von Tadao Ando und wurde für die Werke von James Turrell konzipiert. Einen weiteren Zugang zu Andos Arbeit bietet das ANDO MUSEUM. Dort vermitteln Fotografien, Skizzen und Modelle Einblicke in sein Werk und in die Geschichte Naoshimas. Das Museum selbst hat ein etwa 100 Jahre altes traditionelles Holzhaus neu belebt. Zusammen betrachtet, stehen hier ein eigens entworfener Neubau und ein wieder genutztes historisches Haus nebeneinander – zwei unterschiedliche Formen, Architektur mit Kunst und Ortsgeschichte zu verbinden.
Der Go'o Shrine stammt aus der Edo-Zeit. Im Zuge seiner Restaurierung entwarf Hiroshi Sugimoto ein Gebäude mit einer gläsernen Treppe, die eine unterirdische Steinkammer mit der Haupthalle verbindet. Die Architektur macht hier die Verbindung verschiedener Ebenen zum Thema. In den Haupt- und Vorbereichen des Schreins dürfen Sie jederzeit besichtigen und beten.
Besuche und Wege in Honmura planen
Für Minamidera gelten eigene Besuchsbedingungen: Seit dem 1. Oktober 2024 ist ein Besuch ausschließlich nach vorheriger Reservierung möglich. Prüfen Sie den aktuellen Buchungskalender, wenn Sie diesen Ort einplanen. Zusammen mit dem Go'o Shrine, dessen Haupt- und Vorbereiche jederzeit besichtigt werden dürfen, zeigt sich, dass die Besuchsbedingungen je nach Ort unterschiedlich sind.
Das Art House Project erkunden Sie zu Fuß, indem Sie zwischen Galerien an verschiedenen Stellen im Honmura-Viertel gehen. Die verteilte Lage macht den Weg zwischen den Häusern zu einem Teil der Erkundung und unterscheidet den Besuch von einem einzelnen Standort. An verschiedenen Stellen in Honmura können Sie Fahrräder oder Motorräder mieten. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Anbieter, wenn Sie diese Möglichkeit nutzen möchten.
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