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Kirchen mit wechselnden Widmungen, archäologische Spuren und die weiterhin zur Bewässerung genutzte Pločićka lokva geben Pločice ein kulturell und landschaftlich klar umrissenes Profil. Die Ortsgeschichte lässt sich an konkreten Daten ablesen: an Erweiterungen und neuen Widmungen ebenso wie an Wiederaufbau nach Erdbebenschäden.

Kirchen und ihre Geschichte

Die Kirche Unserer Lieben Frau vom Karmel in Pločice war ursprünglich dem heiligen Lazarus geweiht. 2000 wechselte ihre Widmung zu Unserer Lieben Frau vom Karmel. Die Kirche wurde 1869 erweitert und am 16. Juli 1903 erneut geweiht. Diese Jahreszahlen markieren unterschiedliche Abschnitte ihrer Geschichte: Erweiterung und Weihe im 19. und frühen 20. Jahrhundert, der Wechsel der Widmung später.

Auch die Kapelle des heiligen Rochus in Račevo Polje hat mehrere historische Schichten. Sie begann als Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, die den Heiligen Kosmas und Damian gewidmet war. Nach der Pest von 1793 erhielt die restaurierte Kapelle den heiligen Rochus als neue Widmung. Schwere Erdbebenschäden erlitt sie 1979; 1986 wurde sie wiederaufgebaut und gesegnet. Die Friedhofskapelle des heiligen Josef des Arbeiters kam 1989 hinzu.

Zisterne, Bahn und archäologische Spuren

Neben der Dorfkirche ist eine 60 Meter lange Zisterne sichtbar. Sie wurde 1910 für die Wasserversorgung des Militärs gebaut. Auch die Eisenbahn gehört zur Ortsgeschichte: Als die Bahnstrecke Donja Glavska–Zelenika eröffnet wurde, entwickelte sich Pločice zu einer wichtigen Station für die österreichische Armee. Zisterne und Bahn verweisen auf zwei unterschiedliche historische Zusammenhänge, die sich an Bauwerk und Verkehrsweg festmachen lassen.

In Pločice ist eine Gruppe aus fünf Tumuli als archäologische Fundstätte an Land in Konavle anerkannt. Im Gebiet Mikulići–Pločice unterhalb von Čilipi liegen außerdem illyrische Nekropolen, die größtenteils unzugänglich sind und mit den Grabinventaren antiker illyrischer Stammesführer in Verbindung gebracht werden. Rund 115 Steingruppen im Zusammenhang mit illyrischen Nekropolen befinden sich überwiegend in Mikulići, Pločice und unterhalb von Čilipi. Die Fundorte und die über das weitere Gebiet verteilten Steingruppen sind unterschiedliche Anhaltspunkte für die archäologische Geschichte der Region.

Pločićka lokva und ländliche Kultur

Die Pločićka lokva dient den Einwohnern von Pločice und umliegenden Dörfern in Konavle zur Bewässerung. Ihr Feuchtgebiet bleibt in Nutzung; seine Wiederherstellung steht mit dem Schutz der Biodiversität in Verbindung. Neben der Lokva gilt eine Trockensteinhütte als Erinnerungszeichen für das landwirtschaftliche Leben von Konavle. Hier treffen traditionelle Wassernutzung, Feuchtgebiet und steinerne Bauweise aufeinander.

Auch die Esskultur lässt sich im größeren Zusammenhang betrachten. Im übergeordneten Reiseziel Općina Konavle servieren Tavernen und Landhäuser im Inland traditionell zubereitete lokale Gerichte in alten Konavle-Häusern. Dazu gehören Fleisch und Fisch aus dem Steinofen, geräucherter Schinken, in Öl eingelegter Käse und grüne Pasta. Die Küche ist ein regionaler Aspekt des Reiseziels Općina Konavle.

Einordnung im übergeordneten Reiseziel Općina Konavle

Općina Konavle umfasst ein fruchtbares Tal, das bis zu 35 Kilometer lang und bis zu 12 Kilometer breit ist. An der Bergseite wird die Landschaft von den Hängen der Snježnica, die 1.234 Meter hoch ist, und der Bjelotina begrenzt. Auf der Meerseite erstrecken sich steile Klippen vom Hafen Cavtat über Molunat bis zur Halbinsel Prevlaka mit dem Kap Oštro. Diese regionale Landschaft ergänzt die Ortsgeschichte Pločices um einen größeren geografischen Rahmen.

Weitere kulturelle Anknüpfungspunkte im übergeordneten Reiseziel sind das Museum der Region Konavle in Čilipi und der Mühlenkomplex am Fluss Ljuta. Das Museum beherbergt etwa 500 ethnologische Objekte, darunter Trachten, Stickereien, Textilarbeiten, Schmuck, Waffen, Musikinstrumente und Gegenstände des täglichen Lebens. Der Mühlenkomplex umfasst acht Wassermühlen für Mehl, zwei für Öl und drei Stampfmühlen. Das nach 1550 errichtete System der sogenannten unteren Mühlen ist bis heute erhalten. Die Quelle und der Oberlauf der Ljuta stehen als Naturpark unter staatlichem Schutz; die Wassermühle ist als Kulturdenkmal geschützt.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Općina Konavle.