In Općina Cerovlje lässt sich Geschichte an unterschiedlichen Spuren lesen: an einer nach einem Brand planmäßig wiederaufgebauten Siedlung, an Kirchen mit Fresken und glagolitischen Zeichen und an der jahrhundertelangen Ziegelherstellung in Borut. Festtraditionen, Hügel und Wege ergänzen diese historischen Entdeckungen um konkrete Anlässe, die Gemeinde aus verschiedenen Blickwinkeln kennenzulernen.
Kirchen und Ortsgeschichten
Draguć wurde nach der Zerstörung der früheren Siedlung durch einen Brand während des Uskočenkriegs von 1615 bis 1618 nach einem präzisen Plan wiederaufgebaut. Die Kirche des heiligen Elija ist ein romanischer Bau vom Ende des 12. Jahrhunderts aus zweifarbigen Steinblöcken; die Kirche Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz wurde 1641 errichtet. So stehen unterschiedliche Bauzeiten im Ortsbild nebeneinander: ein romanischer Sakralbau und eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert.
Die Allerheiligenkirche verbindet die Siedlungen von Gradinje und wurde 1604 erbaut. Unter Putzschichten enthält sie Fresken und glagolitische Graffiti. In Cerovlje stammt die Dreifaltigkeitskirche aus dem 15. Jahrhundert; sie besitzt Freskenreste aus der Zeit ihrer Errichtung. Bei Moloni steht die Kirche des heiligen Erzengels Michael mit einem romanischen, halbrunden Sanktuarium aus dem 13. Jahrhundert. Dazu gehören steinerne Statuen des heiligen Michael, der Jungfrau Maria und des heiligen Josef.
Auch in Pazinski Novaki lassen sich zwei Bauzeiten unterscheiden: Die Pfarrkirche des heiligen Erzengels Michael wurde im 17. Jahrhundert erbaut, die Kirche des heiligen Rochus stammt aus dem 15. Jahrhundert. In Gologorica besitzt die romanische Kirche der Heiligen Jungfrau Maria gotische Fresken, die um 1400 von einem unbekannten Künstler gemalt wurden. Durch das Vela vrata betritt man Gologorica; das Tor diente früher als Haupttor. Das Haus De Franceschi wurde 1711 erbaut.
Bei der Bahnstation von Borut steht die Kirche des Heiligen Geistes. Eine glagolitische Inschrift über dem Eingang zeigt, dass sie 1560 restauriert wurde. Die Schriftzeichen verbinden sich hier mit einem konkreten Baudatum und machen einen weiteren Aspekt der regionalen Kirchengeschichte sichtbar.
Handwerk und Festtage
In Borut wurde über Jahrhunderte Ziegelherstellung betrieben. Einheimische formten den Lehm am Borut-Bach von Hand und brannten ihn in Feldöfen, den sogenannten „frnaže“. Der überlieferte Herstellungsweg führt vom örtlichen Rohstoff bis zum gebrannten Ziegel und ergänzt die Baugeschichte der Kirchen um eine Geschichte des Handwerks.
Auch Festtraditionen bieten konkrete Termine, allerdings mit unterschiedlichen Kalenderregeln. In Draguć treffen sich die Bajs-Spieler jährlich am dritten Sonntag im Juni zum Treffen „Z bajson u Draguć“. Das wiederkehrende Treffen traditioneller Musiker „Nadalinu u pohode“ findet in Pagubice am 13. Juni statt. Prüfen Sie die Termine für das aktuelle Jahr. In Cerovlje findet zu Beginn des Jahres ein traditioneller Karneval mit farbenfrohen Umzügen von Maskengruppen aus Mittelistrien statt; seine Daten ändern sich jährlich.
Landschaft, Wege und Orientierung
Cerovlje ist der zentrale Ort einer weitläufigen Gemeinde, die sich nordöstlich von Pazin über eine hügelige Landschaft erstreckt. Die Teiche von Cerovlje bieten eine grüne Umgebung zum Spazierengehen oder Picknicken. Grimalda ist ein Aussichtspunkt in Mittelistrien auf einem 447 Meter hohen Hügel. Landschaftlich unterscheiden sich die Teiche von Cerovlje mit ihrer grünen Umgebung zum Spazierengehen oder Picknicken vom 447 Meter hohen Hügel Grimalda, der als Aussichtspunkt dient.
Auf dem Hügel Sveti Antun oberhalb von Pagubice befindet sich ein eingerichteter Picknickplatz. Er ist über einen Wanderweg erreichbar, der Grdoselo–Zelengrad und Grimalda verbindet. Der Radweg Trail of waterfalls (614) führt von Pagubice bergauf nach Cerovlje und anschließend in Richtung Pazin. Für eine Wanderung beginnt der Path of St. Kocijan am Bahnhof von Borut und ist 13 Kilometer lang. Die Wege unterscheiden sich durch ihre Startpunkte und Fortbewegungsarten: Auf den Wanderwegen sind Sie zu Fuß unterwegs, auf dem Trail of waterfalls (614) mit dem Rad. Prüfen Sie vor einer Tour die Wegverhältnisse.
Zu den sichtbaren historischen Spuren gehört auch die Burg von Paz: Ihre Überreste befinden sich auf dem Hügel oberhalb der Siedlung. Paz liegt an der Route, die vom Učka-Gebirge und dem Feld von Boljun durch die Schluchten nach Pazin führt. In Cerovlje erzählt zudem die Eisenbahngeschichte von einer anderen Art der Orientierung: Mit dem Bau der Strecke von Divača nach Pula erhielt der Ort 1876 eine Pumpstation für Dampflokomotiven, die dort mit Wasser und Kohle versorgt wurden.
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