Am 1. Mai gehört die traditionelle Trka na tovari zu den Feierlichkeiten in Orbanići; zugleich reicht die Geschichte von Vrčin bis in die Jungsteinzeit. Wenn Sie für Ihren Aufenthalt Festkultur und Archäologie verbinden möchten, finden Sie hier zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte: einen wiederkehrenden Termin und eine lange Vergangenheit.
Am 1. Mai: die Trka na tovari
Die traditionelle Zusammenkunft am 1. Mai ist mit dem Fest der Heiligen Philippus und Jakobus verbunden. Im Mittelpunkt steht die Trka na tovari, das Eselrennen; lokale Musik und Tanz gehören ebenfalls zur Feier.
Das Rennen findet mit Eseln rund um das Dorf statt. Es gilt als das am längsten bestehende Lastenrennen Istriens; das erste Rennen fand 1968 statt. Die Veranstaltung verbindet damit einen wiederkehrenden Festtermin mit einer Tradition, deren Beginn sich bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt.
Zum traditionellen musikalischen Rahmen gehören cantadurs und istrische Instrumente wie Harmonika, mih und Hörner. Auch der Wettbewerb „razbijanje pijadine“ ist Teil der Festtradition: Teilnehmende unterschiedlichen Alters tragen eine Binde am Kopf und versuchen, mit einem Stock einen tiefen Salatteller zu zerschlagen.
Vrčin und die Kulturgeschichte des Ortes
Vrčin nahe Orbanići in der Gemeinde Marčana ist eine bronzezeitliche Wallburgstätte. Das Leben auf Vrčin reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Die beiden Zeitangaben markieren unterschiedliche Kapitel der Geschichte des Ortes: frühe Besiedlung und später die Wallburganlage.
Ein Fund aus Vrčin wird außerhalb Orbanićis gezeigt: Eine rekonstruierte Mauergrabanlage steht neben dem Eingang zum Innenhof des Archäologischen Museums Istriens in Pula. Damit lässt sich ein weiterer Bezug zur Geschichte Vrčins außerhalb des Dorfes einordnen.
Zur kulturellen Prägung Orbanićis gehört auch die lokale Sprechweise. Sie wird dem südwestistrischen beziehungsweise štakavisch-čakavischen Dialekt zugeordnet. Archäologische Geschichte und Dialekt eröffnen so unterschiedliche Perspektiven auf den Ort.
Auf Ebene der Općina Marčana
Als regionalen Rahmen für weitere Entdeckungen können Sie die Općina Marčana einbeziehen. Ihre gegliederte Küste ist 36 Kilometer lang und erstreckt sich im Norden von der Raša-Bucht bis zur Bucht Budava im Süden. Am Strand Školjić liegen zwei Unterwasserbögen in drei Metern Tiefe, die sich zum Durchtauchen eignen.
Zum kulinarischen Angebot der Općina Marčana gehören Restaurants und Tavernen mit traditionellen lokalen Gerichten ebenso wie Verkostungsräume, die von Wein-, Käse-, Olivenöl- und Honigerzeugern betrieben werden.
Weitere Kulturziele liegen ebenfalls in der Općina Marčana. Das Geburtshaus von Mijo Mirković in Rakalj beherbergt eine Gedenksammlung zu seinem Leben, seinem literarischen Werk und Erbe sowie zur lokalen Töpfertradition von Rakalj. In Stari Rakalj befinden sich die Ruinen eines ehemaligen mittelalterlichen Kastells und die Kirche der heiligen Agnes. Der Weg von Rakalj zum Aussichtspunkt St. Agnes von Rakalj ist etwa zwei Kilometer lang und führt durch mediterrane Macchie sowie an alten Trockenmauern vorbei.
Auch Kirchen geben Einblick in die regionale Geschichte: Der Hauptaltar der Kirche der heiligen Maria Magdalena in Mutvoran entstand 1533; die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Marčana stammt aus dem 15. Jahrhundert. Als weiterer wiederkehrender Anlass in der Općina Marčana findet die Wallfahrt zur Muttergottes von der Gesundheit bei der gleichnamigen Kirche in Hreljići jährlich am zweiten Sonntag im Oktober statt.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Općina Marčana.