Januar und Februar gehören in Općina Matulji dem Karneval. Sein zentrales Ereignis ist das Zvončari-Festival; die Zvončari sind traditionelle Karnevalsfiguren, deren Ursprung mehr als 500 Jahre zurückreicht. Die Zvončarska Smotra findet traditionell am Faschingssamstag in Matulji statt. Bei der 29. Ausgabe zogen 14 Zvončari-Gruppen durch Matulji. Da die Programmdaten einzelner Veranstaltungen variieren, prüfen Sie vor einem Besuch die Termine des jeweiligen Jahres.
Erinnerungskultur in Lipa
Das Memorijalni centar Lipa pamti interpretiert die Geschichte des Zweiten Weltkriegs im Liburnischen Karst. Zu diesem gehören neben Lipa auch Pasjak, Rupa, Šapjane und Brdce. Das heutige Zentrum wurde im April 2015 am Standort eines älteren Gedenkmuseums eröffnet, das dort von 1968 bis 1989 bestand.
Die Besucherzeiten sind montags, dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 15 Uhr sowie donnerstags und samstags von 12 bis 19 Uhr. Sonntags und an gesetzlichen Feiertagen ist das Zentrum geschlossen. Prüfen Sie die Öffnungszeiten vor dem Besuch noch einmal. Die Vorortbuslinie 30 fährt von Delta im Zentrum von Rijeka nach Lipa; Lipa ist die Endhaltestelle. Von dort erreichen Sie das Memorijalni centar Lipa pamti über einen etwa 100 Meter langen, leicht ansteigenden Fußweg. Parken ist in unmittelbarer Nähe des Zentrums gestattet. Auch Busverbindungen und aktuelle Besucherinformationen sollten Sie vor der Fahrt prüfen.
Lisina und Wege durch die Landschaft
In der geschützten Landschaft Lisina wächst die geschützte Gold-Lilie (Lilium martagon). Ein Wanderweg führt über den aussichtsreichen Grat des Crni vrh, eines 1.037 Meter hohen Gipfels. Sein Ausgangspunkt liegt südwestlich der Berghütte auf Lisina. Die Wegführung über den Grat und der Blick vom Gipfel geben dieser Wanderung einen klar benannten landschaftlichen Schwerpunkt; prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen.
Das Gebiet von Matulji verfügt über ein Netz von 150 Kilometern Rad- und Wanderwegen, darunter zehn Rundstrecken. Die konkreten Routen lassen sich anhand ihrer angegebenen Länge, Höhenmeter und Wegführung unterscheiden: Die Bike-and-Hike-Route 119 „Od Golopusta do sup Šije“ ist 15 Kilometer lang, überwindet 240 Höhenmeter und beginnt im Zentrum von Vele Mune. Die Route 113 „Mune i Žejane“ ist eine 37,5 Kilometer lange Rundstrecke mit insgesamt 590 Höhenmetern. Sie beginnt in Jušići und verläuft überwiegend auf Asphalt.
Andere Routen sind durch ihre Folge von Orten und Landschaftselementen charakterisiert. Route 117 beginnt in Rukavac am Parkplatz unterhalb des Kinkel-Hauses, führt über Gornji Rukavac und das Schutzgebiet Lisina, folgt der alten Straße Žejane–Bukvina–Zvoneća und führt anschließend zu den Terrassen von Zvonejske njivi. Route 114 startet im kleinen Ort Zvoneća. Der Ort ist für den Anbau der autochthonen Rebsorte Jarbola und die Kirche des heiligen Antonius bekannt. Weiter verläuft die Route über Sušnji und Zdemer mit einer Gedenktafel und einer Bank für die Milchfrauen und führt nach Rukavac und Lisina. So geben die Routen unterschiedliche Orientierung: einmal messbare Streckenangaben, einmal eine Abfolge benannter Orte und Wegpunkte.
Steinernes Kulturerbe und lokale Traditionen
Nahe Zvoneća liegen die steinigen Terrassen von Zvonejske njivi, ein Beispiel ländlicher Baukultur in der Gemeinde Matulji. Sie entstanden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert und umfassen etwa 60 Hektar. Auch Andrejići, ein Weiler von Rukavac, ist als ländliches Ensemble in das Kulturerberegister eingetragen. Dazu gehören traditionelle Steinbauten und eine kleine traditionelle Turmstruktur, die „tornica“ genannt wird. In Veli Brgud ist das gesamte Dorf als geschütztes und offiziell registriertes ländliches Ensemble ausgewiesen.
Mit Zvoneća ist außerdem Jarbola verbunden: Die autochthone Rebsorte gedeiht ausschließlich im Gebiet von Zvoneća. Lokale Oštarije in Matulji bieten Gerichte nach über Generationen überlieferten Rezepten an und ergänzen das Erlebnis mit Jarbola, einem Wein aus einer autochthonen Rebsorte.
Eine weitere kulturelle Besonderheit ist die Sprache von Žejane, žejånska limba genannt. Das Dorf Žejane liegt im nordwestlichen Teil der Gemeinde; nach ihm ist die Sprache benannt. Sie gilt als Variante des Istro-Rumänischen und trägt den ISO-639-3-Code RUO. Die bedrohte Sprache wird von etwa 30, meist mittelalten und älteren Einwohnern gesprochen und ist in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Republik Kroatien aufgenommen.
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