San Cristóbal De Las Casas verbindet kolonial geprägte Architektur mit Museen, lebendigen Festtraditionen und einer eigenen Esskultur. Auch Naturziele im näheren Umfeld gehören zu den möglichen Reiseinteressen. Bei der Suche nach einer Unterkunft hilft es, zunächst den Schwerpunkt festzulegen: Möchten Sie vor allem Baugeschichte und Sammlungen entdecken, lokale Traditionen kennenlernen oder Zeit für Naturziele einplanen?
Architektur zwischen Mudéjar, Barock und Neoklassizismus
Das historische Zentrum ist durch kolonial geprägte Gebäude im barocken, neoklassizistischen und Mudéjar-Stil gekennzeichnet. Mudéjar begegnet Ihnen auch an einzelnen Bauwerken: Der Arco del Carmen wurde 1680 in diesem Stil errichtet, und die Iglesia de San Nicolás entstand zwischen 1613 und 1621. Sie bewahrt den Mudéjar-Stil, der die koloniale Sakralarchitektur von Chiapas besonders prägt. Diese Beispiele machen den Stil zu einem wiederkehrenden Thema, während andere Gebäude weitere architektonische Akzente setzen.
Die Catedral de San Cristóbal ist ein Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert. Ihre Architektur verbindet Adobe mit barocken, mudéjaren und neoklassizistischen Elementen. Einen anderen Eindruck vermittelt die Iglesia Ex convento de Santo Domingo: Ihre Innenräume sind mit Schnitzwerk ausgekleidet, die Retabel barock und mit Blattgold vollendet. Am Centro Cultural de los Altos de Chiapas wiederum lässt sich die Geschichte eines ehemaligen Konvents einordnen. Es befindet sich im Santo-Domingo-Konvent aus dem 16. Jahrhundert; dessen eindrucksvolle Fassade gilt als eines der besten Beispiele des lateinamerikanischen Barocks.
Museen zu Bernstein, Kaffee und Heilpraktiken
Die Sammlungen und Themen der Museen setzen unterschiedliche Akzente. Das Museo del Ámbar de Chiapas eröffnete am 4. Dezember 2000. Es gilt als einziges Museum seiner Art in Mexiko und umfasst mehr als 300 Ausstellungsstücke. Das Museo del Café widmet sich einer längeren Entwicklung: von den Ursprüngen des Kaffees über seine Ankunft in Chiapas bis zur Organisation kleiner Produzenten der Region.
Das Museo de la Medicina Maya gehört zum Centro de Desarrollo de la Medicina Maya (CEDEMM) und vermittelt tzotzil-tzeltalische Heilpraktiken des Bundesstaats Chiapas. Einen weiteren Blick auf die Kunstgeschichte bietet die Sala de Arte Sacro des Archivo Histórico Municipal de San Cristóbal de las Casas, die Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert bewahrt. Wer seine Reise nach Themen ausrichten möchte, kann so zwischen Naturgeschichte, Kaffee, Heilpraktiken und sakraler Kunst unterscheiden.
Markt, regionale Gerichte und Festtage
Auf dem traditionellen Markt verkaufen oder tauschen Tzeltal- und Tzotzil-Gemeinschaften aus verschiedenen Orten ihre Produkte; dabei tragen sie farbenfrohe Kleidung. Auch die regionale Gastronomie bietet mehrere charakteristische Themen. Asado coleto gehört zu ihren Hauptgerichten, Tamales de azafrán zu den traditionellen Tamales und Sopa de pan zu den traditionellen Vorspeisen. Posh zählt zu den traditionellen Getränken.
Feste finden in den verschiedenen Stadtvierteln in neun von zwölf Monaten statt. Besonders wichtige Termine sind der 31. März, das Gründungsjubiläum der Stadt, und der 25. Juli zu Ehren des heiligen Christophorus. Während der Semana Santa gibt es vormittags in allen Stadtvierteln Via-Crucis-Prozessionen mit Darstellungen biblischer Figuren. Da die Semana Santa dem beweglichen liturgischen Kalender folgt und Termine sowie Programm einzelner Feiern variieren können, lohnt sich für eine konkrete Reiseplanung ein Blick auf die jeweiligen Daten.
Naturziele im näheren Umfeld
Die Grutas de Rancho Nuevo wurden 1947 entdeckt. Das Höhlensystem hat eine einzige Öffnung, ist 10,2 Kilometer lang und bis zu 550 Meter tief. Als mögliche Aktivitäten sind Wandern, Camping, Bergsteigen und Fotografieren genannt. El Arcotete ist eine weitere natürliche Karsterscheinung im näheren Umfeld: Der Steinbogen ist etwa 50 Meter hoch und von Stalaktiten und Stalagmiten geprägt; entlang des Weges liegt eine Kiefernlandschaft.
Anfahrt und Planung
Von Tuxtla Gutiérrez erreicht man das Centro Cultural de los Altos de Chiapas über die Bundesstraße 190D und anschließend über den nördlichen kirchlichen Fußweg bis zum Templo de Santo Domingo de Guzmán. Straßenbedingungen und Beschilderung können sich ändern; prüfen Sie diese Angaben daher vor der Fahrt. Für die Wahl einer Unterkunft können Sie Ihren geplanten Schwerpunkt – Architektur, Museen, Festtraditionen, Esskultur oder Natur im näheren Umfeld – als Orientierung nehmen und die Reise entsprechend gewichten.
Weitere Reiseziele entdecken: Totolapa, Socoltenango, Llano Grande, Cojolita, Tapachula, El Porvenir de Velasco Suárez, Las Rosas, Ocosingo
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Chiapas.