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Tonalá erschließt sich über mehrere historische Verbindungen: die Gründung des indigenen Dorfes, die Franziskaner und den Camino Real de Tierra Adentro. Wer einen Aufenthalt plant, findet hier konkrete Ortsgeschichte statt einer einzelnen, losgelösten Sehenswürdigkeit.

Tonalás Geschichte und der Camino Real

Das indigene Dorf Tonalá wurde von tonaltekanischen Kolonisten gegründet. San Francisco de Tonalá wiederum entstand neben dem Real de Minas de San Pedro de los Chalchihuites. Franziskaner des Konvents von Chalchihuites verwalteten San Francisco de Tonalá. Später umfasste die franziskanische Seelsorge im indigenen Dorf christliche Unterweisung und Taufen. Sie betraf Menschen, die sich bekehrten oder sich der spanischen Krone unterwarfen.

Auch die historische Einordnung veränderte sich über die Zeit: Tonalá war neben Chalchihuites und Nueva Tlaxcala eine von drei Gliederungen des früheren San Pedro de Chalchihuites. Für das Jahr 1777 wurden das Real de San Pedro de los Chalchihuites sowie die pueblos Tonalá und Tlaxcala als Teile derselben Gerichtsbarkeit bezeichnet. Diese Ortsnamen und Verwaltungsbezüge zeigen, wie eng die Geschichte Tonalás mit der von Chalchihuites verbunden ist, ohne die historischen Einteilungen mit heutigen gleichzusetzen.

Der mit San Francisco de Tonalá verbundene Tempel von San Francisco war an diesem Punkt des Camino Real de Tierra Adentro eines der bedeutendsten Bauwerke. Im größeren Zusammenhang diente der Camino Real vom 16. bis zum 19. Jahrhundert dem Transport von Silber aus den Bergwerken von Zacatecas, Guanajuato und San Luis Potosí sowie von aus Europa eingeführtem Quecksilber. Zugleich förderte die Route soziale, kulturelle und religiöse Verbindungen zwischen der hispanischen und den indigenen Kulturen Amerikas.

Im Tempel von San Francisco in der Gemeinde Chalchihuites befindet sich eine polychrome Skulptur der Nuestra Señora de las Aguas aus dem 17. Jahrhundert; ihre Verehrung stammt aus Tlaxcala. Im selben Tempel in der Gemeinde Chalchihuites befindet sich außerdem eine Figur des Señor del Santo Entierro, die einem Geschenk Philipps II. zugeschrieben wird. Diese unterschiedlichen Bezüge – von der Baugeschichte bis zu den religiösen Figuren – geben der Ortsgeschichte eine konkrete, vielschichtige Gestalt.

Alta Vista in der Gemeinde Chalchihuites

In der Gemeinde Chalchihuites liegt die archäologische Zone Alta Vista, die als eines der bedeutendsten Zeremonialzentren im Norden Mesoamerikas gilt. Ihre Ausrichtung ermöglicht die Beobachtung der jährlichen Sonnenbewegung. Zur Frühlings-Tagundnachtgleiche zieht die Stätte Besucher an; organisierte Programme können variieren.

Das Museo de Sitio de Alta Vista zeigt Überreste der prähispanischen Kultur von Chalchihuites mit rund 350 archäologischen Funden aus den Ausgrabungen. Die Ausstellungen können sich ändern. Stätte und Museum eröffnen damit unterschiedliche Perspektiven: Die Ausrichtung von Alta Vista lenkt den Blick auf die Sonnenbewegung, während die Funde materielle Zeugnisse der Kultur präsentieren.

Die archäologische Zone ist täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet; letzter Einlass ist um 16:00 Uhr. Prüfen Sie die Zeiten vor Ihrer Fahrt, da sie sich ändern können. Von der Stadt Zacatecas führt die Anfahrt über die Bundesstraße 45 in Richtung Sombrerete und anschließend über die Staatsstraße in Richtung Jiménez del Teúl. Nach Chalchihuites und El Refugio überqueren Sie den Río Colorado; von dort sind es noch 1 km bis zur Stätte.

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