Der 15. Dezember 1562 verbindet Villa de Cos mit einer klar umrissenen Aufgabe: Salz sollte verteilt werden. An diesem Tag ordnete der Stadtrat an, dass sich die Eigentümer der im Bundesstaat Zacatecas eingerichteten Verarbeitungs-Haciendas in Salina Grande, dem späteren Villa de Cos, versammelten. Der historische Bezug ist konkret: ein Datum, ein benannter Versammlungsort und ein Zweck. Das Salzkapitel bietet damit einen Zugang zur Ortsgeschichte, der sich von der Baugeschichte der Tempel und ehemaligen Haciendas unterscheidet.
Auch der Name erzählt eine Abfolge. Der Ort wurde später Villa de San Cosme genannt und erhielt schließlich zu Ehren des aufständischen Priesterpatrioten José Ma. Cos den Namen Villa de Cos. Der 27. September wird dabei mit San Cosme in Verbindung gebracht. So stehen eine kommunale Anordnung aus dem 16. Jahrhundert und eine spätere Namensgeschichte als unterschiedliche historische Bezugspunkte nebeneinander.
Tempel und geschützter Ortskern
Am Hauptplatz steht das Nacional Presbiteriano, wenige Meter vom Gebäude der Gemeindeverwaltung entfernt. Seine Fassade ist verputzt; die Einfassungen des Eingangs und die Säulen bestehen aus rosafarbenem Steinbruchstein. Die Beschreibung unterscheidet so klar zwischen der verputzten Fläche und den steinernen Rahmungen samt Säulen. Der Bau des Tempels begann 1870. Nach dem mexikanischen Bundesgesetz über archäologische, künstlerische und historische Monumente und Zonen gilt er als historisch.
Eine Tafel am Nacional Presbiteriano weist den Tempel als den ersten seiner Art aus, der in Mexiko errichtet wurde. Der Tempel San Cosme y San Damián ist seinerseits ein architektonisches Denkmal aus dem 17. Jahrhundert. Zusammen geben diese Bauwerke zwei unterschiedliche Zeitbezüge: ein Denkmal des 17. Jahrhunderts und einen Tempel, dessen Bau 1870 begann.
Der historische Ortskern umfasst eine geschützte Fläche von 11-85-49 ha. Zu ihr gehören städtebauliche Elemente sowie Gebäude von historischem, kulturellem und architektonischem Wert. Der Ortskern wird damit nicht nur über einzelne Tempel beschrieben, sondern auch über den städtebaulichen Zusammenhang, der unter Schutz steht.
Hacienda-Geschichte in der Gemeinde
Zur Geschichte der Gemeinde Villa de Cos gehören auch mehrere ehemalige Haciendas. Bei der Ex-Hacienda de Sierra Hermosa ist ein großer Teil des historischen Kerns mit Gebäuden aus Lehmziegeln erhalten. Zur Geschichte der Hacienda gehört auch die Herstellung von Brot, Käse und weiteren Milchprodukten. Zu einem späteren Zeitpunkt lief die Käse- und Milchproduktion weiterhin, jedoch in deutlich geringerem Umfang. Sierra Hermosa verbindet damit bauliche Zeugnisse und eine Geschichte der Lebensmittelherstellung, deren spätere Produktion ausdrücklich kleiner ausfiel.
Zum Komplex der früheren Hacienda Bañón in der Gemeinde Villa de Cos gehört der Tempel der Virgen del Rosario. Beim Hacienda-Komplex Pozo Hondo in der Gemeinde Villa de Cos sind das Hauptgebäude, der Tempel San Elías und Überreste früherer Estancias erhalten.
Auch Guadalupe de las Corrientes gehört zur Hacienda-Geschichte der Gemeinde Villa de Cos. Der Ort war zunächst eine Estancia von Pozo Hondo und wurde später zu einer Hacienda. Ihre Ausdehnung erstreckte sich auch auf die Gemeinde Villa de Cos und auf Nieves (General Francisco R. Murguía). Die Geschichte verbindet so zwei benannte Orte und macht deutlich, dass sich die Hacienda-Bezüge auf die Gemeindeebene erstrecken.
Für die Einordnung der Reise ist die Unterscheidung zwischen Ortskern und Gemeinde hilfreich: Die Angaben zum Nacional Presbiteriano und zum geschützten historischen Ortskern beziehen sich auf Villa de Cos; die beschriebenen Hacienda-Geschichten ergänzen den Blick auf die Gemeinde. So stehen Architektur, Ortsgeschichte und Landwirtschaft als verschiedene, aber miteinander verbundene Themen im Mittelpunkt.
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