Milford Sound/Piopiotahi zeigt eine besondere Unterwasserwelt: Sehr hohe Niederschläge erzeugen auf der Meeresoberfläche eine dauerhafte Süßwasserschicht. Darunter wächst an und um die steilen Felswände ein konzentriertes, 40 Meter starkes Band ungewöhnlichen Meereslebens. Wer den Aufenthalt plant, kann diese Eigenart neben Fjordfahrten, Wanderungen und Paddeltouren als eigenen Schwerpunkt berücksichtigen.
Fjordlandschaft und Marine Reserve
Milford Sound/Piopiotahi liegt im Nordwesten des Fiordland-Nationalparks und ist an manchen Stellen bis zu 265 Meter tief. Das Piopiotahi Marine Reserve wurde 1993 eingerichtet. Es ist 16 Kilometer lang und umfasst 690 Hektar. An der Nordseite des Fjords erstreckt es sich vom Dorf Milford Sound bis Dale Point, wo es auf die Tasmansee trifft.
Die Süßwasserschicht und das darunterliegende Meeresleben geben dem Ort neben seinen steilen Felswänden eine weitere, deutlich andere Perspektive. Das Marine Reserve ist dabei ein räumlicher Bezugspunkt für Aktivitäten auf und unter dem Wasser; welche davon Sie einplanen, hängt davon ab, ob Sie den Fjord vom Boot, mit dem Paddel oder beim Tauchen erkunden möchten.
Kreuzfahrten, Paddeln und Tauchen
RealNZ-Kreuzfahrten starten im Bereich des Milford-Kreuzfahrtterminals in Piopiotahi Milford Sound. Eine konkret benannte Fahrt ist die Milford Sound Signature Cruise, die durch Piopiotahi führt. Kreuzfahrten auf Milford Sound dauern typischerweise eineinhalb bis zwei Stunden und führen über die gesamte Länge des Fjords. Die genaue Dauer hängt unter anderem vom Boot, vom Wetter, von Tierbeobachtungen und den allgemeinen Bedingungen ab. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Abfahrts- und Check-in-Details.
Auch am Wasser gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Für Kajaks und Packrafts erfolgt der Zugang über eine Bootsrampe an der Deepwater Basin Road. Rosco und sein Team bieten vollständig geführte Seekajak-Ausflüge im Milford Sound an und sind dort seit über 31 Jahren tätig. Beim Tauchen im Piopiotahi Marine Reserve können Besucher Rochen, Langusten, Kraken, Robben, Haie und mehr als 100 weitere Fischarten sehen. Die genannten Optionen unterscheiden sich darin, ob Sie auf dem Wasser bleiben oder die Unterwasserwelt in den Mittelpunkt stellen.
Wanderungen: kurze Ortswege und der Milford Track
Der Milford Foreshore Walk beginnt am Hauptbesucherparkplatz von Milford Sound am Ende der Milford Road. Der Milford Track ist dagegen als mehrtägige Wanderung angelegt: Er wird in einer Richtung über drei Nächte und vier Tage begangen. Der vierte Tag führt von der Dumpling Hut zum Sandfly Point. Diese Etappe ist 18 Kilometer lang und dauert fünf Stunden 30 Minuten bis sechs Stunden.
Am Sandfly Point endet der Milford Track an Milford Sound. Anschließend führt eine 20-minütige Bootsfahrt nach Milford Sound/Piopiotahi; von dort bestehen Busverbindungen nach Te Anau und weiter nach Queenstown. Den Transport müssen Sie vor der Reise organisieren. Prüfen Sie außerdem die saisonalen Betriebsbedingungen des Tracks. Die Etappe am letzten Tag und die Weiterfahrt gehören damit zur Planung der mehrtägigen Route, während der Foreshore Walk einen eigenen Startpunkt am Ende der Straße hat.
Anreise und Orientierung vor Ort
Die Milford Road ist Teil des State Highway 94. Sie beginnt in Te Anau und führt 120 Kilometer nach Norden in Richtung Milford Sound/Piopiotahi. Te Anau ist die nächstgelegene Stadt mit Versorgungseinrichtungen; in Milford Sound/Piopiotahi gibt es nur begrenzte Einrichtungen. Für die Wahl des Übernachtungsorts ist das ein nützlicher Unterschied: Beziehen Sie die Versorgung vor Ort in Ihre Planung ein, ohne die Fjordaktivitäten und den Ausgangspunkt in Te Anau gleichzusetzen.
Das Piopiotahi Milford Sound Visitor Terminal ist vom Parkplatz mindestens 15 Gehminuten entfernt; Reisebusse setzen Besucher am Eingang des Terminals ab. Auf der Straße nach Milford Sound kann es wegen Wetter, Steinschlag sowie Schnee oder Lawinen im Winter zu Sperrungen und Verkehrsverzögerungen kommen. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Straßenstatus. Entlang der Milford Road ist auch der Mobilfunkempfang begrenzt; Empfang gibt es an den Haltepunkten und Campingplätzen Te Anau Downs, Totara Campsite, The Divide und Milford Sound.
Name und Geschichte
Der Māori-Name von Milford Sound ist Piopiotahi. Er geht auf den Piopio zurück, einen heute wahrscheinlich ausgestorbenen einheimischen Vogel. Auch der Milford Track hat eine Geschichte als Verbindung zwischen Orten: Sutherland und Quintin Mackinnon legten die Route zwischen Te Anau und Milford an. Sie schuf damit eine Landverbindung ins Landesinnere und eine touristische Route. Dieser Hintergrund ergänzt die heutige Routenplanung, ohne die Strecke auf ihre Wegzeiten zu reduzieren.
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