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Eine Fahrt mit der Schmalspurbahn führt durch ein Torfgebiet und verläuft größtenteils auf einer originalen Strecke, die früher dem Torftransport diente. In Erica erzählen auch eine historische Remise, eine Torfstreufabrik und die örtlichen Kanäle von dieser Industriegeschichte. Hinzu kommen ein Naturgebiet, eine Wanderroute und Bauwerke, die unterschiedliche Seiten des Ortes zeigen.

Schmalspurbahn und Industriegeschichte

Das Industrieel Smalspoor Museum bietet eine Fahrt mit der Schmalspurbahn durch das Torfgebiet an. Zur umfangreichen Sammlung gehören Schmalspurlokomotiven, Wagen, Werkzeuge, Fotografien und weiteres Material. Kinder dürfen unter Begleitung eines erfahrenen Lokomotivführers selbst eine Schmalspurlokomotive steuern und erhalten anschließend ein persönliches Lokomotivführer-Diplom.

Auf dem Museumsgelände steht eine vierspurige Schmalspurbahnremise aus dem Jahr 1910. Sie ist ein Rijksmonument und gilt als die einzige noch erhaltene ihrer Art in den Niederlanden. Ebenfalls ein Rijksmonument ist die Fijnfabriek: Die Torfstreufabrik funktioniert teilweise noch und steht mit der Herstellung von Torfstreu in Verbindung. Remise und Fabrik ergänzen die Zugfahrt um zwei konkrete Beispiele für das industrielle Erbe des Torfgebiets.

Torfgebiet, Natur und Wege

Die Rundfahrt des Museums führt durch ein Naturgebiet, das wegen seiner Vielfalt an Flora und Fauna sowie mehr als 70 Vogelarten als besonderes Biotop bezeichnet wird. Das Gebiet gehört zum Geopark de Hondsrug, der seit 2015 den Status eines UNESCO Global Geoparks besitzt. Hier liegen Natur- und Industriegeschichte dicht beieinander: Die Bahnstrecke führt durch die Landschaft, die einst auch für den Torftransport genutzt wurde.

Eine weitere Möglichkeit, die Landschaft zu Fuß kennenzulernen, ist die Niemandlandsroute. Sie führt an schnurgeraden Kanälen, alten Torferschließungsgebieten und verlassenen Sandwegen entlang und kann über das Wanderknotenpunktnetz begangen werden. Der Griendtsveenpark liegt im Amsterdamscheveld an der Grenze zwischen Erica und Schoonebeek. Die Route und der Park sind dabei unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Blick auf die Landschaft rund um Erica.

Kanäle und Ortsgeschichte

Erica wurde kurz nach 1860 als Buchweizenkolonie auf Sandböden im Torfgebiet unterhalb von Zuidbarge gegründet. Ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Ortes folgte 1867: Damals wurde die Verlengde Hoogeveensche Vaart von Nieuw-Amsterdam bis über Erica hinaus verlängert. Entlang des Kanals entstanden anschließend Wohnhäuser und Betriebe. Die Kanalgeschichte ist damit auch Teil der Siedlungsgeschichte Ericas.

Im Zentrum steht an der Kreuzung von Verlengde Vaart und Havenstraat das Stahlbild De Kanaalgravers von Willem Kind. Es erinnert an die schwere Arbeit beim Graben der Torfkanäle und wurde am Standort des früheren, inzwischen zugeschütteten Hafens aufgestellt. An der Kerkweg steht die heutige römisch-katholische Kirche Onze Lieve Vrouwe Onbevlekt Ontvangen. Sie stammt aus dem Jahr 1933 und wurde errichtet, weil ihr Vorgänger zu klein geworden war. Der Entwurf von C. Hardeman ist im traditionalistischen Stil ausgeführt.

Auch für Bootsfahrten ist der Kanal von Bedeutung: Die Wasserstraße von Nieuw-Amsterdam/Veenoord bis Ter Apel ist als Veenvaart bekannt. Mit der Eröffnung des König-Willem-Alexander-Kanals zwischen Erica und Ter Apel wurde es möglich, ganz Drenthe mit dem Boot zu befahren.

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