Die Noordoostpolder liegt auf dem Boden der ehemaligen Zuiderzee und ist seit mehr als 80 Jahren trocken. Besonders deutlich wird der Wandel der Landschaft auf Schokland: Die ehemalige Insel ist noch an ihren Konturen erkennbar. Vier geschützte Warften, die erhöhten Siedlungsplätze früherer Dörfer, und mehr als 160 archäologische Stätten gehören zu diesem besonderen Landschaftsbild. Seit 1995 ist Schokland UNESCO-Welterbestätte; es war die erste Stätte der Niederlande, die in die Welterbeliste aufgenommen wurde.
Schokland und die Spuren des Wassers
Auf Schokland verbindet sich die Geschichte eines ehemaligen Inselortes mit der heutigen Polderlandschaft. Sie können das Gebiet ganzjährig zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden; Eintritt wird nicht verlangt. Eine Audiowanderung führt von der Middelbuurt zur Zuidpunt. Den Rückweg gehen Sie selbst. Die Tour eignet sich für Familien mit Kindern ab etwa zehn Jahren; prüfen Sie die Routendetails vor dem Aufbruch.
Auch der Waterloopbos erzählt von der Gestaltung des Wassers. In dem historischen Freiluftlabor in einem Polderwald fanden mehr als 200 Untersuchungen zu Wasserbauwerken statt. Modelle dieser Bauwerke liegen heute als Ruinen entlang markierter Wanderwege. Der Waterloopbos ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang frei zugänglich; die jahreszeitlich unterschiedlichen Tageslichtstunden spielen daher bei der Besuchsplanung eine Rolle.
Für einen kürzeren, genauer umrissenen Weg gibt es die 1,2 Kilometer lange Deltawerkroute. Sie beginnt am Parkplatz und ist für Menschen im Rollstuhl oder mit einem Elektroroller gut zugänglich. Die Route führt ebenfalls durch den Waterloopbos; ihre konkreten Bedingungen sollten Sie vor der Abfahrt prüfen.
Architektur und ältere Geschichten
Im Museum Nagele steht die Architektur des Ortes im Mittelpunkt. Die Dauerausstellung zur Entwurfsgeschichte befindet sich in einer ehemaligen Kirche, die T. Taen und T. Nix entwarfen. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen zu Architektur und bildender Kunst. So begegnet Ihnen die Architekturgeschichte in einem Gebäude, das selbst Teil dieser Geschichte ist.
Bei Kuinre sind Überreste von zwei Burgen mit Grabenstrukturen und Wällen erhalten. Die Herren von Kuinre errichteten eine Burg um 1150. Von dort aus unternahmen sie Raubzüge auf der Zuiderzee und kontrollierten die Schifffahrt zu den Hansestädten. Die Burgreste verweisen damit auf eine andere, deutlich ältere Nutzung der Zuiderzee als die heutige Polderlandschaft.
Wege, Wälder und saisonale Entdeckungen
Wer die Landschaft lieber unterwegs erlebt, findet mehrere unterschiedliche Ansätze: In der Noordoostpolder gibt es drei spezielle Mountainbike-Routen. Sie liegen alle im Wald und unterscheiden sich in Herausforderungen und Distanzen. Im Natur- und Erholungsgebiet Schoterveld können Sie bei einem Spaziergang Sandskulpturen entdecken. Das Thema wechselt jährlich; auch die genaue Platzierung sollten Sie vor dem Besuch prüfen.
Während der Tulpenblüte bietet das Tulpenfestival Noordoostpolder ausgeschilderte Routen durch die Tulpenlandschaft an, die mit dem Fahrrad oder Auto führen. Die Routen wechseln von Jahr zu Jahr. In Marknesse bietet De Tulpenpluktuin einen Aussichtsturm mit Blick über die Tulpen. Dort können Besucher außerdem gegen einen festen Betrag selbst einen Eimer mit 30 bunten Tulpen pflücken. Blüte- und Öffnungsperioden variieren jährlich.
Eine andere Naturperspektive bietet das Kuinderbos nordöstlich der Noordoostpolder. Dort gibt es eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt mit besonderen Pflanzen und Pilzen, Schmetterlingen, Greifvögeln und Säugetieren wie dem Baummarder. Der Wald liegt außerhalb der Noordoostpolder; seine Lage sollte daher nicht mit den Orten innerhalb der Polderlandschaft gleichgesetzt werden.
Tropische Pflanzen, Spiel und regionale Produkte
Pantropica setzt einen Kontrast zu den offenen Landschaften: Der vollständig überdachte Tropenpark bietet Dschungelpfade, tausende Schmetterlinge, große Palmen und Tiere. Zu den Abenteuerangeboten gehören eine Hängebrücke und eine Höhle. Pantropica ist rollstuhl- und kinderfreundlich und an sieben Tagen pro Woche geöffnet.
Im Freien bietet Netl Tagesgästen unter anderem Schwimmen, Spaziergänge, Spielen, Sport und einen Hindernisparcours in einer Umgebung mit Dünen und Bambuswäldern; einzelne Aktivitäten können saisonabhängig sein. Speeltuin Buitengewoon De Voorst ergänzt diese Auswahl mit einem kostenlosen, umzäunten Spielplatz mit Gokart-Bahn, Seilbahn, Sandkasten und Hüpfburg.
Bei Wijngaard Maronesse in Marknesse können Besucher Führungen und Weinproben der dort erzeugten Polderweine besuchen. Das Angebot kann saisonabhängig oder an eine Terminvereinbarung gebunden sein; eine vorherige Nachfrage hilft bei der Planung. Im September und Oktober gehören Apfelpflücktage zu den regionalen Familienaktivitäten. Als Ausflugsziel im Herbst wird unter anderem Vink Fruitboerderij in Kraggenburg genannt.
Mit dem Fahrrad unterwegs
In der Noordoostpolder gibt es sechs Fahrradstationen mit elektrischen Leihfahrrädern, die Sie über die App Deelfiets Nederland reservieren können. Fahrräder aus den Stationen lassen sich an einer anderen Station in der Region zurückgeben, auch im Nationaal Park Weerribben-Wieden und in Giethoorn. Reservierungs- und Rückgabebedingungen können sich ändern, prüfen Sie diese daher vor der Fahrt. Drei Touristische Umsteigepunkte, kurz TOPs, dienen als Ausgangspunkte für Wander- oder Fahrradtouren.
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